HSG muss im Vogtland erneut die Punkte teilen

Die HSG Freiberg entwickelt sich in der Oberliga zum Remis-Spezialisten. Beim SV Plauen-Oberlosa war für die Handballer aber wieder einmal mehr drin als das erkämpfte 22:22-Unentschieden.

Plauen.

Anel Mahmutefendic machte sich noch gestern beim sonntäglichen Morgenkaffee seine Gedanken, wie er das 22:22 (12:11)- Unentschieden seiner HSG Freiberg beim SV Plauen Oberlosa einordnen sollte. "Es ist sicherlich ärgerlich, dass wir in der Schlussminute in Ballbesitz sind, aber nichts mehr daraus machen konnten", sagte der Coach, "aber wir lagen auch schon mit drei Toren zurück, deshalb geht das Remis wohl in Ordnung", fasste der Übungsleiter zusammen.

Sicherlich schwang bei seiner Einschätzung die Überzeugung mit, dass seine Männer noch nicht das gewünschte sportliche Level erreicht haben. In der Abwehr schickte er seine Recken mit einem kompakten 6:0-Verband auf das Feld. Das habe aus Sicht des Trainers ganz gut funktioniert. Aber im Angriff sei die Chancenverwertung deutlich ausbaufähig. "Wir sind nach dem 23:23 gegen Apolda wieder einen Schritt vorwärts gekommen, auch wenn es ein sehr kleiner war", meinte Mahmutefendic. "Wir könnten schon vier Zähler auf dem Konto haben. Aber nun sind wir nach zwei Partien noch ungeschlagen, damit lässt sich leben", ging er schließlich mit dem Team milde um. Mit 2:2 Zählern belegen die Bergstädter aktuell denn 8. Tabellenplatz.

Im ersten Durchgang gelang es keiner Seite, sich abzusetzen. So hatten nach 15 Minuten beide Seiten jeweils sechs Tore markiert, zum Beginn der zweiten Hälfte stand es 14:14. Doch dann schien das Geschehen zu kippen. Denn die Vogtländer setzten sich auf 18:15 ab (43. Minute). Zu allem Überfluss wurde Freibergs Neuzugang Marcin Kijowski nach einer Abwehraktion - er wollte einen Konter des Gegners unterbinden- mit der Roten Karte vom Parkett geschickt. "Bis zu diesem Zeitpunkt hat mir die Körpersprache unsere Spieler nicht richtig gefallen. Doch zum Glück legten sie den Hebel dann rechtzeitig um", sagte HSG-Geschäftsführer Stefan Lange. So gelang es den Mittelsachsen nun, den Rückstand zu verkürzen und zehn Minuten vor dem Abpfiff auszugleichen (19:19). Später legte die HSG Freiberg sogar 22:21 vor, kassierte aber exakt 62 Sekunden vor der Schlusssirene den erneuten Ausgleich. "Dann hatten wir praktisch noch eine Minute Zeit, den Siegtreffer zu machen. Aber der letzte Wurf von Marko Cingel wurde eine Beute des gegnerischen Torwarts.

Ein Extra-Lob des Trainers bekamen die Freiberger Spieler Martin Schettler sowie Jens Tieken. Er wurde sogar zum Spieler des Tages ernannt. "Wir haben gekämpft wie die Löwen, dass waren 60 Minuten Adrenalin pur", sagte der Freiberger Akteur , der aber auch den Blick für die Realität nicht verlor. "Wir haben wieder ein paar einfache Fehler zu viel gemacht".

Die nächste Chance auf den ersten Saisonsieg hat die HSG Freiberg nun am kommenden Wochenende zu Hause gegen den HC Aschersleben. Dann könnten die Spieler dafür sorgen, dass ihr Coach Sonntag früh ganz genüsslich sein Heißgetränk schlürfen kann. Am besten einen Latte Macchiato. Denn den trinkt Anel Mahmutefendic besonders gern.

Statistik HSG Freiberg: Kowalczyk, Hensel, C. Werner, Lehmann (2), Schettler (6), Neumann (2), Richter, Kijowski (3), Deli (4/2), Junghanns, Elsässer (3/2), Cingel, Tieken, Werner (2)

Zeitstrafen: HSG 6 Min.; SV 6 Min. Siebenmeter: HSG 6/4; SV 2/0

Zuschauer: 450

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