Junge Penigerinnen grüßen von der Tabellenspitze

Nach vielen Rückschlägen gibt es trotz der sportlichen Pause bei den Handballerinnen des TSV Penig Grund zur Freude. Mit einer jungen Mannschaft führen sie die Kreisliga an.

Penig.

Hinter der Handball-Abteilung des TSV Penig liegt nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie ein besonderes Jahr. Um die Männer stand es schon 2019 nicht gut, als sie sich noch vor der Saison aus dem Spielbetrieb zurückzogen. Im Sommer drohte den TSV-Frauen das gleiche Schicksal. Doch sie wendeten das Blatt: In der Kreisliga rauften sich die Damen zusammen und grüßen aktuell mit 8:0 Punkten von der Tabellenspitze. Die verbliebenen Herren hatten sich der HSG Rochlitz/Geringswalde angeschlossen und können nun ebenfalls weiter auf Torejagd gehen.

Weil es bei den TSV-Frauen so erstaunlich gut läuft, konnte auch der zweite Lockdown die Stimmung im Team nicht wirklich dämpfen. "Natürlich sind wir traurig, dass wir uns vorerst nicht sehen und gemeinsam trainieren können", sagt Vanessa Kaiser, die mit 18 Treffern bisher beste Torschützin beim TSV Penig. "Aber wir sind so zusammengewachsen und stehen auch diese Phase durch." Das zeigte nicht zuletzt die Beteiligung an der letzten Trainingseinheit vor der Zwangspause in der Sporthalle der Peniger Oberschule. Trainer Markus Nowak ließ seine Mannschaft beim Fußball und speziellen Spielformen mit dem Handball nochmals schwitzen - wobei der Spaß immer im Vordergrund stand. "Dafür, dass es um die Mannschaft im August noch Spitz auf Knopf stand, fühlt sich die jetzige Situation richtig gut an", sagt er mit Blick auf den drohenden Rückzug vom Spielbetrieb, der im Sommer im Raum stand. Der 46-Jährige hatte im Sommer selbst mit dem Handballspielen aufgehört und trainiert seitdem das Peniger Frauenteam.

"Und am Ende war es gut, dass wir die Saison angegangen sind", sagt Nowak. Mit vier Siegen aus vier Partien ist die junge Peniger Mannschaft furios gestartet und steht überraschend an der Spitze der Kreisliga. "Allerdings mit einem sehr schmalen Kader", so der Coach schmunzelnd. Sein Vorgänger, Heiko Schneider, habe aber gute Arbeit geleistet. Einige Leistungsträgerinnen früherer Jahre haben den Verein dabei verlassen. Carmen Schneider, Tochter von Ex-Trainer Heiko Schneider, wohnt inzwischen in Dresden und hat sich den Sportfreunden Dresden-Nord angeschlossen. "Wir wollten, dass sie über ein Zweitspielrecht weiterhin für uns auflaufen darf, doch das hat leider nicht geklappt", bedauert die Peniger Handball-Abteilungsleiterin, Nancy Quellmalz-Opitz.

Nancy Quellmalz-Opitz steht seit Januar an der Spitze der Abteilung Handball des TSV und ist Trainerin der C-Juniorinnen - einem von fünf Peniger Nachwuchsteams. Mit Melanie Dietze (Rückkehr nach vier Jahren) und vor allem Viviane Kühn haben aber auch zwei ehemalige Spielerinnen den Weg zurück aufs Parkett gefunden. "Ich hatte einfach ein schlechtes Gefühl, die Mädels in Unterzahl spielen zu sehen und selbst auf der Couch zu sitzen", sagt die 27-jährige Viviane Kühn. Obendrein hatten die Mannschaftskolleginnen beim Funkenmariechen des Peniger Faschingsclubs einige Überzeugungsarbeit geleistet. "Sie meinten, dass der Fasching in dieser Saison sowieso ausfällt und ich da auch Handball spielen kann", sagt sie mit einem Lächeln. Binnen zwei Tagen war der Spielerpass online angefordert worden und Viviane Kühn spielberechtigt. Ihre Rückkehr hat sie bis jetzt nicht bereut.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.