"Ohne Gerti geht eigentlich gar nichts"

Gert Hiemann feiert seinen 70. Geburtstag und hat als Vizepräsident des VfB Flöha immer noch alle Hände voll zu tun. Doch das ist längst nicht seine einzige Aufgabe im Verein.

Flöha.

Die Gestaltung der Feier mit seinen Sportkameraden passte zu Gert Hiemann. Denn bevor es zum gemütlichen Teil überging, wurde erst eine Stunde Handball gespielt. "Ihr müsst euch das Bier schon verdienen", lachte Hiemann, der jetzt seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. Der gebürtige Flöhaer steht wohl wie kaum ein anderer für die Entwicklung des Handballsports in den vergangenen Jahrzehnten. Er ist beim VfB Flöha nicht nur als stellvertretender Vereinschef tätig, sondern trainiert auch den Nachwuchs und ist als Schiedsrichter präsent. Und als Spieler nimmt er nach wie vor regelmäßig den Ball in die Hand. "Ohne Gerti geht eigentlich gar nichts", fasste es VfB-Chef Alexander Meyer treffend zusammen.

Zum Handball fand Hiemann im Jahr 1961, sein erster Trainer war Karl-Heinz Pfohl, der auch zu den vielen Gratulanten gehörte. Ab 1967 war der Jubilar als Übungsleiter tätig und stand regelmäßig als Aktiver auf dem Parkett. "Es macht mir bis heute großen Spaß", sagte Hiemann, der nach seiner Flöhaer Schulzeit in Karl-Marx-Stadt eine Ausbildung zum Elektromechaniker absolvierte und bis zur Wende als Lehrmeister in einer Rundfunkwerkstatt tätig war. Als die Wende kam und die Lehrlinge ausblieben, schulte er zum selbstständigen Finanzberater um. Die lange aktive Laufbahn hinterließ auch ihre Spuren, denn nicht nur einmal brach sich der Multifunktionär den Arm, Rippen oder die Hand. "Alles halb so schlimm", schmunzelte Hiemann, der sich über die Jahre seine stets freundliche und optimistische Art erhalten hat.

Gern erinnert er sich an die großen Zeiten um die Jahrtausendwende, als die erste Männermannschaft bis in die Sachsenliga aufstieg und die Sporthalle des Pufendorfgymnasium zu einer regelrechten Pilgerstätte für Handballfans aus der Region wurde. Auch der Sprung in die Bezirksliga in den 1980er Jahren bleibe unvergessen. Heute liegt der Männerbereich völlig brach, es gibt jedoch eine Frauenmannschaft sowie weibliche Nachwuchsteams in der D- und B-Jugend sowie eine gemischte E-Jugend. "Natürlich ist das kein schöner Zustand. Wenn wir 2021 unser Jubiläum 100 Jahre Handball feiern, wäre ich glücklich, wenn es im Männerbereich besser aussehen würde", dachte der ehemalige Stadtrat auch zu seinem Geburtstag an den Flöhaer Handball.

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