Abstieg von Wacker Plauen vorläufig auf Eis gelegt

Das Hickhack um die Staffeleinteilung in der Fußball-Vogtlandliga und -Vogtlandklasse geht weiter. Die Umsetzung des jüngsten Sportgerichtsurteils dazu wurde vorläufig ausgesetzt.

Plauen.

Der Maschendrahtzaun lässt grüßen: Die Vogtländer arbeiten wieder einmal fleißig an ihrem Ruf, ein besonders skurriles Völkchen zu sein. Die Tatsache, dass das Sportgericht des Vogtländischen Fußball-Verbandes (VFV) nach dem zweiten Spieltag der Saison verfügte, dass der 1. FC Wacker Plauen aus der Vogtlandliga abzusteigen und in der Vogtlandklasse weiterzuspielen hat, sorgte bundesweit für Aufsehen. Von Hamburg bis zum Bodensee schlagen sich die Fußballinteressierten auf die Schenkel.

Den direkt Betroffenen ist dagegen naturgemäß ganz und gar nicht zum Lachen zumute. Wacker hat unmittelbar nach Erhalt des Sportgerichtsurteils angekündigt, dagegen juristisch vorzugehen. In der Plauener Ostvorstadt ist man vorsichtig optimistisch, in der Sache gute Chancen zu haben.

Ausgangspunkt für die verfahrene Situation war eine Entscheidung des VFV vom 1. Juli, dem FC Werda das Startrecht für die Vogtlandliga zu entziehen, weil er nach Ansicht des Verbandes das Nachwuchssoll nicht erfüllt hat. Dem sportlich eigentlich abgestiegenen 1. FC Wacker Plauen wurde deshalb der Verbleib in der Spielklasse zugesichert.

Die Werdaer wehrten sich erfolgreich gegen den Zwangsabstieg, bekamen von zwei Sportgerichtsinstanzen Recht. Der VFV entschloss sich deshalb, die Saison mit 15 statt 14 Vereinen zu bestreiten, Wacker also in der Liga zu belassen. Dagegen wiederum klagten der FC Fortuna Plauen, der SV Grün-Weiß Wernesgrün und der FC Werda und bekamen vom VFV-Sportgericht Recht. Wie es nun weitergeht, ist offen.

Was im Klartext bedeutet, dass 28 vogtländische Fußballvereine derzeit nicht wissen, was die Ergebnisse der bereits ausgetragenen Spiele wert sind, ob ihre Staffel nun künftig aus 13, 14 oder 15 Mannschaften besteht und ob nicht gar eine Flut von Nachholspielen droht. Konkret für den bevorstehenden Spieltag hatte das zur Folge, dass die möglichen Gegner des 1. FC Wacker rätselten, ob nun gespielt wird oder nicht. In der Vogtlandklasse wäre es laut Spielplan für den zwangsversetzten Verein zum Plauener Derby gegen den VfB Nord gekommen.

Dass Wacker sich darauf nicht einlässt, bevor über den Einspruch gegen den Zwangsabstieg entschieden ist, liegt auf der Hand. "Grundsätzlich bereiten wir uns auf das Heimspiel gegen Wernesgrün vor", hatte Vorstandschef Andreas Seidel der "Freien Presse" schon zu Wochenbeginn angekündigt. Wernesgrün wäre am Samstag der nächste Gegner in der Vogtlandliga. Aus dessen Lager wollte man sich zur aktuellen Situation nicht äußern. Allerdings dürfte es unwahrscheinlich sein, dass sich die Wernesgrüner am Samstag auf den Weg nach Plauen machen. Dem 1. FC Wacker sei signalisiert worden, man habe personelle Probleme.

Wie "Freie Presse" von VFV-Präsident Andreas Wehner erfuhr, hat der Sächsische Fußball-Verband (SFV) den Einspruch des 1. FC Wacker zum Sportgerichtsurteil stattgegeben und damit zugleich dem VFV-Sportgericht widersprochen, das keine Berufung zulassen wollte. Bis Sonntag sind jetzt die betreffenden Parteien aufgefordert, ihre Stellungnahme zum Rechtsstreit abzugeben.

Die SFV-Richter drücken offensichtlich aufs Tempo. "Wir hoffen, dass vielleicht schon nächste Woche eine endgültige Entscheidung fällt und wir endlich zu einem geordneten Spielbetrieb kommen", sagt Wehner.

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