Auerbach ringt Gegner nieder

Der VfB siegt weiter: Der Fußball-Regionalligist setzte sich gestern beim FC Oberlausitz Neugersdorf 2:0 (2:0) durch. Dahinter steckte harte Arbeit.

Auerbach.

Krise? Abstiegskampf? Dieses Gefühl herrschte noch vor einer Woche beim VfB Auerbach vor. Doch spätestens seit Sonntagnachmittag hat das Regionalliga-Team viele Befürchtungen, es könnte diese Saison nicht für den Klassenverbleib reichen, zerstreut. Der VfB machte aus der Woche der Entscheidungen einen Neun-Punkte-Woche. Nach den Erfolgen gegen Hertha BSC II (2:0) und Rot-Weiß Erfurt (5.2) ließ Auerbach den dritten Sieg innerhalb von acht Tagen folgen. Beim FC Oberlausitz Neugersdorf gewann der VfB 2:0. Ein verdienter Sieg, der alle Elemente hatte, die einen Regionalligisten ausmachen: eine geordnete und konzentriert arbeitende Defensive, ein kreatives Mittelfeld und eine treffsichere Offensive.

Trainer Sven Köhler setzte in der Oberlausitz auf dieselbe Elf wie am Mittwoch gegen Erfurt. Er hatte auch gar keinen Grund zu Wechseln. Das spektakuläre 5:2 hatte seinen Spielern genug Selbstvertrauen gegeben, um auch beim FC eine gute Partie zu liefern. Selbstbewusstsein, das der Gastgeber, der tief im Abstiegskampf steckt, nicht hatte.

Dem Sieg ging ein hartes Stück Arbeit voraus. Auerbach musste den Gegner regelrecht niederringen. Schon mit Beginn der Partie wurde klar, dass nur etwas über Einsatz und Engagement gehen würde. In der Anfangsphase rangen beide um die Vorherrschaft im Spiel. Auerbach obsiegte. Nach einer Viertelstunde lag der Ball erstmals im Netz. Gleich die erste Chance führte zum Tor - einer der Erfolgsfaktoren des VfB in den jüngsten drei Spielen. Diesmal erzielte Marcel Schlosser mit einer feinen Direktabnahme die Führung. Vorbereiter war Vaclav Heger, dreimaliger Torschütze vom Mittwoch. Mit dem Treffer im Rücken kam noch mehr Sicherheit ins VfB-Spiel. Drei Minuten nach der Führung hatte Marc-Philipp Zimmermann die dicke Chance zum 2:0, schoss aber nur den Keeper an.

Das hätte sich beinahe gerächt. Neugersdorf wurde stärker und dominierte das Geschehen. Auerbach musste nun aufpassen, nicht den Ausgleich zu kassieren. Gerade als die Partie zu kippen drohte, schlug der VfB wieder zu: Mit einem Lupfer überwand Zimmermann den Schlussmann. Und wenn Marcel Schlossers Lattenkracher kurz vor dem Pausenpfiff ins Tor gegangen wäre, hätte an diesem Nachmittag wohl eine ruhige zweite Halbzeit auf den VfB gewartet. Doch es kam anders.

"Uns war klar, dass es nach der Pause ein anderes Spiel werden würde", sagte Sven Köhler. "Neugersdorf hat alles nach vorn geworfen." Die Oberlausitzer drohten im Falle einer Niederlage, tief in Richtung Oberliga zu fallen. Und sie kämpften dagegen an, allerdings ohne die große Gefahr auszustrahlen. Der VfB machte es aber clever und hielt den Gegner in Schach. "Wir hätten nur unsere Konter besser ausspielen sollen", sagte Köhler. Das gelang zwar nicht, aber Auerbach verteidigte den Vorsprung. "Wir haben mit Leidenschaft gespielt und ein Zeichen gesetzt, was in der Mannschaft steckt", sagte Verteidiger Marcin Sieber, der zur Pause verletzt ausgewechselt werden musste.

Am Donnerstag, 19 Uhr wartet schon der nächste Gegner, gegen den wieder drei Punkte möglich sind. Dann gastiert der ZFC Meuselwitz im Auerbacher VfB-Stadion.


Videoleinwand des insolventen Chemnitzer FC hängt bald beim vogtländischen Ligarivalen im Stadion

Der VfB Auerbach ist neuerdings Besitzer der LED-Videoleinwand des Chemnitzer Stadions. "Wir haben uns schon länger nach so einer Leinwand umgeschaut", sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Von verschiedenen Leasinggesellschaften bekam der Verein Angebote. Bislang passte nie eines. Bis jetzt. "Die Offerte hat gepasst, weil sie technisch noch ein paar Jahre auf dem aktuellen Stand sein wird." Dass es sich um die Leinwand aus Chemnitz handelt, erfuhr der VfB erst vom Leasingunternehmen, das die Leinwand verkaufte. "Es ging uns nie darum, unserem Nachbarn zu schaden", betont Kramer. Der insolvente Chemnitzer FC habe die Leinwand vom Unternehmen auch zum Kauf angeboten bekommen, lehnte die Offerte aber ab.

Wann die Tafel ins Vogtland kommt, ist noch unklar. "Wir haben dem Chemnitzer FC ausgerichtet, dass er die Leinwand für die restlichen Spiele für denselben Betrag mieten kann, den er an die Leasinggesellschaft gezahlt hat", so Kramer. "Sollte etwas Anderes gewünscht sein, können wir die Leinwand natürlich auch schon vor dem Sommer abbauen. Ich gehe davon aus, dass der Chemnitzer FC sich in den nächsten Tagen bei uns meldet. Ich betone nochmals: Wir wollen keine Probleme mit dem Chemnitzer FC. Es geht uns um die Weiterentwicklung unseres Stadions." Künftiger Standort wird der Bereich am Eingang Ziegeleiweg sein. Förderer hätten diese Investition unterstützt. "Das Geld war von vornherein für eine Videoleinwand zweckgebunden", so der VfB-Manager. Neben Fußball soll es im VfB-Stadion mit der Leinwand auch Sommernachtskino, Public Viewing oder Konzerte geben. "Das VfB-Stadion wird eine erhebliche Wertsteigerung erhalten." (masc)

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