Auerbach spielt mit Leidenschaft

Der Fußball-Regionalligist hat in Lengenfeld mit 12:1 gewonnen. Gegen Zweitligist FC Erzgebirge Aue gab es gestern ein 0:2.

Neustadt/Lengenfeld.

Ein hochklassiges Fußballtestspiel sahen gestern Nachmittag 1300 Zuschauer beim 0:2 (0:1) zwischen dem Regionalligisten VfB Auerbach und dem Zweitligisten FC Erzgebirge Aue auf dem Sportplatz der SG Neustadt. Der Verein, der nach seinem Rückzug aus der Vogtlandliga sportlich künftig deutlich kleinere Brötchen bäckt, verabschiedete sich sozusagen mit diesem Sommer-Höhepunkt.

Der Ball lief vor allem beim Zweitligisten gut durch die Reihen. Aber auch Auerbach versteckte sich nicht. "Punktuell haben wir unsere Möglichkeiten nach vorne gesucht", sagte Auerbachs Trainer Sven Köhler zu den Angriffsbemühungen seines Teams. "Aber das eine oder andere Mal müssen wir das konsequenter ausspielen." Doch so kam es, wie der Klassenunterschied erwarten ließ: Aue dominierte, Auerbach hatte vor allem in der Defensive zu tun. "Wir haben uns mit unglaublich viel Leidenschaft reingehängt und ordentlich verteidigt", sagte Köhler. Sören Bertram (23.), Mario Kvesic (22.) und Patrick Breitkreuz (24.) hätten Aue bereits in der ersten halben Stunde in Führung bringen können. Doch erst mit dem Pausenpfiff fiel das 1:0 durch einen unglücklichen Freistoß-Gegentreffer. Aus gut 25 Metern versenkte Kvesic den Ball vom Innenpfosten ins Netz. "Der Ball hat geflattert", erklärte VfB-Keeper Sebastian Schmidt den Gegentreffer, bei dem er nicht unbedingt glücklich aussah.

Genauso bitter wie vor der Pause ging es nach dem Seitenwechsel weiter: Dimitrij Nazarov verwandelte eine Flanke per Kopf. 43 Sekunden waren da in der zweiten Hälfte gespielt, Auerbach war gedanklich wohl noch in der Pause. "Es waren dumme Gegentreffer", sagt VfB-Coach Köhler. "Sie waren vermeidbar." Und wären sie nicht gefallen, wer weiß, ob Auerbach dem Favoriten nicht doch ein Bein hätte stellen können. Allerdings fehlte dem VfB dafür im zweiten Abschnitt auch die Kraft. Einzig Marc-Philipp Zimmermann (79.) hatte eine gute Chance auf dem Kopf. Zudem fehlte beim VfB nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Daniel Tarczal nach einer knappen Viertelstunde eine ordnende Hand im Mittelfeld. So blieb es beim durchaus gerechten 2:0 für die Veilchen.

Aues neuer Trainer Daniel Meyer meinte: "Ich will nicht unzufrieden sein, denn wir haben eine intensive Woche hinter uns. Die Mannschaft ist sehr willig, die neuen Dinge umzusetzen. Die Spieler haben auch viel Freude daran."

VfB Lengenfeld - VfB Auerbach 1:12 (0:6). Das Jubiläum 110 Jahre VfB Lengenfeld und die Einweihung des sanierten Rasenplatzes bescherten den Zuschauern im Aufeinandertreffen zwischen Vogtlandliga und Regionalliga ein Torefestival. Der VfB Auerbach siegte auch in dieser Höhe verdient 12:1. "Das Ergebnis war im Rahmen dessen, was das Spiel hergegeben hat", sagte Auerbachs Trainer Sven Köhler. "Passend zur Platzweihe haben wir ja auch ein Gastgeschenk mitgebracht", spielte er auf das Gegentor an. "Es war unser Ziel, den Ehrentreffer zu erzielen", sagte Lengenfelds Kapitän Norman Berger. In der zweiten Halbzeit nutzte sein Team eine Unaufmerksamkeit in der Auerbacher Defensive. Toni Rudolph traf zum umjubelten 1:7-Zwischenstand. "Im ersten Moment hat mich der Gegentreffer natürlich geärgert", meinte Auerbachs neuer Coach. Doch die schlechte Stimmung war schnell verflogen. Sein Team zeigte weiter kräftigen Torhunger. "Ich hatte keine Tormarke vorgegeben, da ich Lengenfeld auch nicht genau einschätzen konnte", sagte Köhler. Als sein Team zur Pause bereits 6:0 führte, war absehbar, dass diesmal das Ergebnis noch etwas höher ausfallen würde. "Wir haben es phasenweise offensiv recht gut gemacht. Im Vergleich zum 10:0 in Wildenau kam uns der große Platz natürlich entgegen", sagte Köhler.

Und der kann sich sehen lassen: Hätte Lengenfeld vor dem Spiel den gepflegten Rasen noch etwas gewässert, wäre der Ball wohl noch flüssiger durch die Auerbacher Reihen gelaufen. Dann wäre Lengenfeld noch etwas weiter am Ziel vorbeigeschrammt. "Wir wollten ein einstelliges Ergebnis", sagte Trainer Knut Göbel. "Aber dass es am Ende so ausgeht, ist auch völlig in Ordnung." Streckenweise stand seine Defensive sicher. Die Qualität machte aber den Unterschied. Für Auerbach fügte sich auch Philipp Müller nach einjähriger Verletzungspause mit einem Tor ein. Er erzielte den 12:1-Endstand vom Elfmeterpunkt.

Statistik

VfB Auerbach - FC Erzgebirge Aue 0:2 (0:1)

Startaufstellungen - Auerbach: St. Schmidt - Heger, Sieber, Lietz, Seb. Schmidt - Tarczal, Mounkaila - Kunert, Kadric, Stock - Zimmermann. Aue: Männel, Hochscheidt, Kusic, P. Breitkreuz, Kvesic, Rizzuto, Cacutalua, Bertram, Wydra, Tiffert, Herrmann. Tore: 0:1 Kvesic (45.), 0:2 Nazarov (46.). SR: Nixdorf (Dresden). Zuschauer: 1300.

VfB Lengenfeld - VfB Auerbach 1:12 (0:6)

Tore: 0:1 Miertschink (4.), 0:2 Kadric (9.), 0:3 K. Müller (22.), 0:4 Zimmermann (31.), 0:5 Lietz (39.), 0:6 Zimmermann (41.), 0:7 Kunert (46.), 1:7 Rudolph (59.), 1:8 Shoshi (62.), 1:9, 1:10 Lietz (63., 66.), 1:11 Shoshi (67,.), 1:12 Ph. Müller (79./FE). SR: Markowitz (Zwickau).Zuschauer: 150.


Regionalligist testet zwei Spieler aus dem Niger

Im Testspiel gegen Aue kamen beim VfB zwei Testspieler zum Einsatz: Der Angreifer Sofiane Batoure (24/BSV Halle-Ammendorf) und Defensivspieler Kassoum Amadou Mounkaila (20/SV Blau-Weiß Dölau) trainieren derzeit in Auerbach mit und spielten jeweils eine Halbzeit.

Batoure (Foto links) hatte mit seinen 23 Toren (in 27 Spielen) in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt dazu beigetragen, dass das Team die Meisterschaft feierte. Allerdings verzichtete der BSV auf das Aufstiegsrecht in die Oberliga. Batoure, der aus dem Niger stammt, spielte zuvor beim FC Halle-Neustadt. Mounkaila (Foto rechts) lief beim Tabellenneunten der Verbandsliga Sachsen-Anhalt in 15 Spielen auf und erzielte dabei zwei Tore. Zuvor spielte er in Farnstädt und beim FSVHalle. Er besitzt ebenfalls die nigrische Staatsbürgerschaft. Der Kontakt zu beiden kam über Patrick Mouaya zustande, der unter Sven Köhler beim Halleschen FC spielte. "Sofiane ist ein ähnlicher Typ wie Florian Mielke und hat mit seinen Toren auf sich aufmerksam gemacht. Amadou spielt zusammen mit Patrick Mouaya in Dölau. Patrick sagte er mir, dass er Potenzial zu mehr hat. Das schauen wir uns jetzt an." (masc)

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