Auerbach vor 14 harten Tagen

Die Regionalliga-Fußballer des VfB treffen am Mittwoch auf den Sachsenpokalsieger. Ein Rückkehrer soll da schon mitmischen.

Auerbach.

In Bautzen musste Paul Horschig noch auf der Tribüne mit seinen - damals noch ehemaligen - Teamkollegen mitleiden, als der VfB Auerbach den Start in die neue Regionalliga-Saison vermasselte. Das 0:2 ist ausgewertet - mit einer Erkenntnis: "Wenn wir eine solche Fehlerquote wie gegen Bischofswerda haben, dann können wir in den guten Phasen machen, was wir wollen. Wir werden das Spiel trotzdem verlieren", sagte VfB-Coach Sven Köhler. Damit Horschig dies nicht mehr von außerhalb des Spielfelds ansehen muss und helfen kann, die Fehlerquote zu minimieren, hat sich der 20-Jährige nun dem VfB Auerbach angeschlossen. Am Wochenende unterzeichnete er einen Einjahresvertrag beim VfB und ist bereits am Mittwoch, 19 Uhr beim ersten Heimspiel der Serie gegen den Chemnitzer FC spielberechtigt.

Mit der Rückkehr des defensiven Mittelfeldspielers, der in der Vorsaison vom FC Erzgebirge Aue an Auerbach ausgeliehen war, reagiert der VfB auf seine schwierige Personalsituation. "Mit ihm besteht die Hoffnung, dass er uns sofort weiterhelfen kann", sagt Köhler. Horschig hatte in der abgebrochenen Vorsaison 15 Spiele im VfB-Trikot absolviert, war dann aber in der Sommerpause zum FC Erzgebirge Aue zurückgekehrt, um dort den Sprung in den Zweitliga-Kader zu schaffen - ohne Erfolg. Und auch der Wechsel zu einem anderen Verein misslang. Nun also Auerbach - eine Plattform, die der 20-Jährige nutzen soll. "Er ist fußballerisch talentiert und fügt sich auch in unser System mit Fußball in Kombination mit Beruf ein", sagt Köhler. "Er kann ohne großen Vorlauf bei uns einsteigen." Und passt damit optimal ins Profil, denn der erste Spieltag hatte gezeigt, dass dem VfB in der Breite und in der Spitze noch etwas fehlte.

Und vielleicht noch fehlt? "Der Transfermarkt hat noch bis 5. Oktober offen", sagt Köhler. "Es hängt immer davon ab, wie es nun läuft." Dem VfB stehen in den nächsten 14 Tagen vier Spiele bevor, davon drei gegen Aufstiegsaspiranten (Chemnitz, Cottbus, Altglienicke) und eines gegen einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt (Rathenow). "Natürlich wäre es gut, wenn wir mit dem aktuellen Kader genug Erfolg hätten, um nicht zum Handeln gezwungen zu sein", sagt Köhler.

Eine Hoffnung, die sein Team am Mittwochabend in der Auerbacher Arena erfüllen soll. Obwohl der Chemnitzer FC als frisch gebackener Sachsenpokalsieger anreist, rechnet sich Köhler gegen seinen Ex-Verein Chancen aus: "Wir haben vor zwei Jahren gezeigt, dass beide Spiele gegen Chemnitz enge Kisten sein können." Allerdings soll diesmal ein Erfolg her und nicht wie in der Saison 2018/19 zwei knappe Niederlagen (1:2 und 0:2). "Es wäre der falsche Ansatz zu sagen, dass wir mit einer knappen Niederlage schon etwas erreicht hätten", betont Köhler. "Wir nehmen uns vor, Chemnitz ein schweres Stück Arbeit vorzulegen."

Dazu beitragen könnte, dass mit Marcin Sieber ein wichtiger Spieler in die Abwehrviererkette zurückkehren wird und damit den verletzten Eric Träger (Nasenbeinbruch) ersetzen kann. Zudem ist Albert Löser nach seinem Regionalliga-Comeback ein Woche länger im Training, könnte also eine weitere Lücke schließen. Fehlen wird weiterhin Alexander Morosow, der gesperrt bleibt. Ein bitterer Ausfall. "Alexander ist für das Team sehr wichtig", weiß Köhler und muss nun nach einer Alternative suchen.

Diese Mischung führt dazu, dass der VfB Auerbach ins erste Heimspiel der Saison als Außenseiter geht. "Wir sind gewiss nicht Favorit", sagt Köhler. "Aber mit einer engagierten Leistung können wir Chemnitz wehtun." Und damit auch für etwas Entspannung nach der Auftaktniederlage sorgen. Denn angesichts des folgenden Programms ist Köhler bereits jetzt bewusst: "Nach den nun folgenden 14 Tagen ist schon eine Tendenz erkennbar, wohin der Weg gehen wird." Und wohl auch, ob Paul Horschig der letzte Sommer-Zugang des VfB gewesen ist.

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