Aufstiegsverzicht? Nicht mit uns!

Die TSG Ruppertsgrün ist als Dritter der Fußball-Kreisklasse aufgestiegen, obwohl ihr am Anfang des Jahres neun Punkte abgezogen wurden. Vor sieben Jahren hätte es niemand gewagt, vom Aufstieg zu träumen.

Ruppertsgrün.

Der Schlüssel zum Erfolg in der Fußball-Kreisklasse? Eine funktionierende Mannschaft, die auch als Freundeskreis zusammenhält, eine sattelfeste Abwehr und ein intakter Verein. So zumindest ist die These des Stürmers der TSG Ruppertsgrün Jan Pacholski. Nach vielen Jahren in der Kreisklasse hat es die TSG geschafft, in die Kreisliga aufzusteigen - für sie der größte Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte, mit dem man vor einem Jahr nicht gerechnet hatte. "Wir haben wie viele vogtländische Vereine zu wenige Schiedsrichter. Deswegen hat uns der Verband neun Punkte abgezogen", erzählt Pacholski. Dennoch hat es die Mannschaft geschafft sich bis auf Platz 3 vorzuarbeiten. Durch den Aufstiegsverzicht des Staffelsiegers Weißensand reichte das am Ende zum Aufstieg.

Für Pacholski ist es völlig verständlich, dass Vereine bestraft werden, wenn sie zu wenig Schiedsrichter haben. Aber: "Es ist ein Unding, den kleinen Vereinen dann auch noch in die Tasche zu greifen. Wir haben bei der TSG jährlich 3500 Euro zur Verfügung, um das gesamte Vereinsleben aufrecht zu erhalten. Das ist so schon wenig. Wenn dann aber noch 900 Euro Strafe dazu kommen, kann so ein Verein auch schnell mal kaputt gehen", ärgert sich der Stürmer. Mit Hilfe der Mitglieder konnte die Summe gestemmt werden.

In Ruppertsgrün werden traditionell eigentlich kleinere Brötchen gebacken. "Vor sieben Jahren ging es hier darum, nicht Letzter in der Kreisklasse zu werden. Aber der Verein und die Mannschaft haben sich weiterentwickelt", weiß Pacholski. Seit vier Jahren spielt der Kern der Mannschaft zusammen und scheiterte bereits einmal an Elsterberg in der Aufstiegsrelegation. Nun hat es aber geklappt, was nicht zuletzt an der starken Abwehr lag, die über die Saison lediglich 24 Gegentreffer zuließ.

Den der Verzicht der Weißensander auf den Aufstieg zur Kreisliga kann Jan Pacholski absolut nicht verstehen. "Es ist mittlerweile eine Art Volkssport geworden, auf den Aufstieg zu verzichten. Wenn man Erster in der Liga wird, dann sollte man das vor allem auf Kreisebene durchziehen. Wer das schafft, sollte auch dazu stehen und den Schritt in die höhere Liga wagen." Dass jetzt sein Team davon profitiert, findet er nicht so schlimm. Denn: "Ohne die neun Punkte Abzug wären wir Erster geworden. Meiner Meinung nach waren wir mit Weißensand auch die beste Fußballmannschaft in dieser Liga und haben es verdient aufzusteigen", so Pacholski. So versammelte sich das Team auch kurz vor Meldeschluss und beratschlagte sich, ob man aufsteigen wolle. Von 15 Mann stimmt 14 mit Ja, und somit war klar, dass Ruppertsgrün definitiv keine Aufstiegsverzichtserklärung abzugeben braucht.

Jetzt heißt es also, Kräfte bündeln und in der Kreisliga eine gute Figur machen. "Wir haben vielleicht nicht das Top-Kreisliganiveau, aber trotzdem gehe ich davon aus, dass wir ordentlich mithalten können. Und wenn wir wieder absteigen, dann ist das halt so." Wichtiger sei das Mannschaftsgefüge, dass man nach einer Niederlage oder einem Unentschieden bei Bier und Pfeffi noch ein paar Stunden zusammen in der Kabine sitzt und so auch die Freundschaft untereinander stärkt. "Genau das macht uns in Ruppertsgrün eben aus und hat uns auch den Erfolg gebracht. Das Einzige, das noch fehlt, ist ein ordentlicher Grillplatz", erzählt der Stürmer, der sich selbst augenzwinkernd die Lunge der Mannschaft nennt, grinsend.

Ihrem Wunsch gemäß spielen die Ruppertsgrüner künftig in der Staffel 2 der Kreisliga, zusammen mit den Mannschaften aus dem Plauener Raum. "Ich persönlich wollte schon immer aufsteigen. Vor allem, weil ich endlich mal wieder gegen meinen alten Club Lok Plauen spielen möchte", freut sich Pacholski auf ein bevorstehendes Wiedersehen. Zwar fallen nun die Derbys gegen Limbach oder Zobes weg, aber darum kann sich nun die zweite Mannschaft von Ruppertsgrün kümmern, die ebenfalls aufgestiegen ist und in der kommenden Saison in der 1. Kreisklasse aufläuft.

Damit auch weiterhin alles glatt läuft bei der TSG, ist die Verantwortung auf viele Schultern verteilt. "Besonders danken muss man Dirk Fuhrmann und Annett Sommer, die die treibenden Kräfte im Verein sind, genauso wie unserem Präsidenten, Klaus Büttner und der Familie Füger, die für uns als Schiedsrichter aktiv ist. Nicht vergessen, darf man natürlich auch Carola, unsere treue Seele, die die Vereinskneipe führt und uns ordentlich versorgt."

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