Begeisterung steckt Skisport-Legende an

Beim 33. Winterberglandlauf in Hammerbrücke sind 120 Sportler an den Start gegangen. Zeitschnellste auf der 30-Kilometer-Strecke waren Felix Neubert (SC Carlsfeld) und Annett Große (VSC Klingenthal). Für die Kleinsten gab es bei der Siegerehrung eine besondere Überraschung.

Hammerbrücke.

Mitunter hat es doch etwas für sich, auf den Rat eines Erfahrenen zu hören. Im November hatte Werner Hunger, langjähriger Organisationschef des Berglandlaufes, gemeint: "Wenn nicht richtig angewintert wird, dann muss man auch nicht abwintern, weil es keinen Winter gibt." Am 2. Januar winterte die TSG Bau Hammerbrücke richtig an, und siehe da: Besser hätte der Winter am Samstag nicht sein können. Einfach traumhaft die Bedingungen von der einen halben Meter starken Schneedecke bis hin zum azurblauen Himmel. Dass nur 120 Läufer an den Start gingen, weil parallel andernorts Wettkämpfe stattfanden, fand Arne Stützner im Namen der vielen fleißigen Helfer bedauerlich, niedergeschmettert waren die Hammerbrücker deswegen allerdings nicht. Zumal sie am Ende der Veranstaltung nur Lobesworte zu hören und Dank auf die Schultern geklopft bekamen.

Überaus spannend ging es vor allem beim Hauptlauf über 30 Kilometer zu. Felix Neubert vom SC Carlsfeld und Ronald Kunz vom SV Geyer trieben sich vom Start weg gegenseitig an und lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Erst in der letzten Runde gelang es Neubert, sich abzusetzen: "Ich habe gemerkt, dass Ronald heute den schnelleren Ski vor allem auf den Abfahrten hatte, und wollte es nicht auf einen Endspurt ankommen lassen. Deshalb habe ich mit einem Angriff versucht, mich in der letzten Runde abzusetzen. Zum Glück hat es geklappt. Das Rennen war heute nicht einfach. Die Anstiege sehen zwar nicht schlimm aus, aber sie haben es in sich. Dazu kam auf den freien Abschnitten ein ziemlich straffer Gegenwind."

Der machte auch Annett Große zu schaffen, die als einzige Frau auf der langen Strecke unterwegs war - zum ersten Mal übrigens beim Winterberglandlauf: "Das war das längste Rennen überhaupt, das ich bisher gelaufen bin. Der Klingenthaler Kammlauf ist ein paar Kilometer kürzer. Jetzt bin ich geschafft."

Über 10 Kilometer war Denis Kretzschmar vom VSC Klingenthal eine Klasse für sich und kam mit großem Vorsprung ins Ziel: "Eigentlich wollte ich auch die 30 Kilometer laufen, habe aber am Montag und Dienstag wieder zwei Wettkämpfe und wollte deshalb etwas kürzer treten."

Wie die Großen so auch die Kleinen, die Thierbergstrolche und die Starter in den Schüler-Altersklassen. Nicht nur, dass die Erstplatzierten stolz ihre Urkunden und Pokale in Empfang nahmen - noch stolzer und überraschter waren sie vom Übergeber. Keinen Geringeren als die Langlauflegende Gert-Dietmar Klause konnte die TSG Bau Hammerbrücke dafür gewinnen. Der 71-Jährige hatte für Jeden ein freundliches und aufmunterndes Wort. Anschließend verriet er der "Freien Presse" ein paar Episoden aus seinem Läufer-Nähkästchen: "Ich habe erst mit 14 angefangen, habe mir vom Jugendweihegeld ein Fahrrad gekauft, und bin erst später zum Langlauf gekommen. Zuerst habe ich mir alles selbst beigebracht. Mit 18 wurde ich zum SC Dynamo delegiert, hatte zwar Athletik, aber an der Technik mangelte es. Im ersten Jahr hatte ich einen Spitznamen: Ski-Tod - weil ich in der Saison sieben Paar zerbrach. Früher, als es die 100-Kilometer-Strecke beim Berglandlauf noch gab, habe ich einmal daran teilgenommen. Jetzt laufe ich nur noch für die Gesundheit. Als ich heute gesehen habe, mit welcher Begeisterung die Kleinen und Jungen bei der Sache bin - das finde ich richtig gut. Weiter so!"

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