Beim Sportfest geht's vorrangig ums Miteinander

Behinderte und nichtbehinderte Menschen haben beim 2. Fußballturnier um den Pokal des Landrats in Plauen gegeneinander gespielt.

Plauen.

Solch ein Gewimmel hat es auf dem Sportplatz des VfB Plauen Nord an der Hans-Sachs-Straße lange nicht gegeben. Rund 250 junge Leute nahmen am Mittwoch anlässlich der Tage der Begegnung für Menschen mit und ohne Behinderung an einem Sportfest teil. Eingeladen hatten Fanprojekt Plauen-Vogtland, Landratsamt und Kreissportbund.

13 Mannschaften aus Behinderteneinrichtungen des Vogtlandkreises bestritten das Fußballturnier. Dabei ging es trotz allen Wettbewerbs ums Miteinander, denn die Teams setzten sich jeweils etwa zur Hälfte aus behinderten und nichtbehinderten Menschen zusammen. Erik Exner vom Fanprojekt: "Das große Anliegen des Sportfestes ist es, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben."

Den Pokal gewann die Mannschaft der Fördergesellschaft für berufliche Bildung Plauen. Der 18-jährige Ali Reza aus Afghanistan gehörte zum Siegerteam. "Ich freue mich, dass ich hier Fußball spielen kann", sagte er. "Im Iran habe ich auch schon gespielt." Denny Mulzer von der Mannschaft der Lebenshilfe Plauen war ein bisschen sauer. "Meine Mannschaftskameraden geben den Ball einfach nicht an mich ab, dabei hätte ich schon einige Tore erzielen können", klagte er.

Dagmar Nauruhn, Beauftragte des Landratsamtes für Menschen mit Behinderung, war vollauf zufrieden. "Das zweite Sportfest dieser Art war eine Supersache", sagte sie. "Beim Start 2016 kamen sechs Mannschaften, diesmal waren es mehr als doppelt so viele."

Bastelstraße, Rollstuhlparcours, Außenspielgeräte und der Auftritt der Spukteufelband der Lebenshilfe Plauen sorgten für weitere Abwechslung.

Christoph Herzog und Ingo Giewolies vom Sächsischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband hatten eine Station eingerichtet, an der das Sportabzeichen erworben werden konnte. Dort beteiligte sich ganz stark die Karl-Theodor-Golle Schule in Syrau. 17 Mädchen und Jungen werden demnächst Urkunde und Sportabzeichen entgegennehmen können. Die Schule war zwar mit 50 Teilnehmern nach Plauen gekommen, aber wer das Sportabzeichen erringen wollte, muss schwimmen können. Und an dieser Stelle klemmt es oft bei behinderten Kindern, sagte Herzog. Doch weil Sportlehrerin Annette Rogler alles gut vorbereitet und das Schwimmen bereits vorher geprüft hatte, übernimmt der Verband als Anerkennung die Kosten für die ganze Aktion. Die hätte sonst die Schule tragen müssen.

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