Der Auswärtsfluch hat wieder zugeschlagen

Die Fußballer des SV Merkur müssen morgen in der ersten Runde des Landespokalwettbewerbs in Nordsachsen antreten. Mit weiten Fahrten zu Pokalspielen kennen sich die Oelsnitzer aus.

Oelsnitz.

Und wieder mal ein Auswärtsspiel: In der ersten Runde des Sachsenpokalwettbewerbs müssen die Fußballer des SV Merkur Oelsnitz morgen, 15 Uhr beim SV Frisch Auf Doberschütz-Mockrehna antreten. Der nordsächsische Kreispokalsieger ist am Rande der Dübener Heide ansässig und kickt in der in der Kreisliga A, vergleichbar mit der Vogtlandklasse. Den Oelsnitzern fällt daher die Favoritenrolle zu. Im Vorjahr noch auf eigenem Platz in Runde 1 nach einem 1:5 gegen den Sachsenligisten VfL Hohenstein-Ernstthal ausgeschieden, möchten sie diesmal in den Lostopf für die zweite Runde.

"Wir wollen uns nicht blamieren und weiterkommen", heißt kurz und knapp die Anweisung von Trainer Jens Starke. Doch personell sieht es aus verschiedenen Gründen nicht rosig aus, zuletzt musste sogar das als krönender Anschluss der Vorbereitung geplante Testmatch beim Sachsenligisten VfB Empor Glauchau aufgrund von Spielermangel abgesagt werden. Die Situation dürfte sich nicht verbessern, da auch die zweite Vertretung nicht aushelfen kann. Sie bestreitet zeitgleich ihr Kreispokalspiel auf eigenem Platz gegen den VFC Adorf.

Dass bei der Auslosung wieder der berühmte Auswärtsfluch zugeschlagen hat, nimmt man im Merkur-Lager mit müdem Lächeln zur Kenntnis. Zu oft mussten die Oelsnitzer in der Vergangenheit zu weiten Fahrten aufbrechen, erwischten meist den Gegner aus der Verlosung, der am weitesten weg beheimatet war. Oft genug warteten Expeditionen ins Unbekannte. Beispiele:

Bezirkspokal 2001/02: Gleich das erste Pflichtspiel des gerade neu gegründeten SV Merkur fand weit weg statt. Grün-Weiß Mildenau hieß der Gegner, der zwischen Annaberg und der tschechischen Grenze beheimatet ist. Oelsnitz gewann 5:1, wobei Lutz Hieronimus der historische erste Treffer gelang.

Bezirkspokal 2005/06: Merkur bekam ein Heimspiel gegen den FSV Krumhermersdorf zugelost. Dumm: Die Oelsnitzer haben wegen einer Rasensanierung zuvor freiwillig aufs Heimrecht verzichtet und mussten so ins Osterzgebirge fahren. Neben viel Spott brachte ihnen das eine 5:7-Niederlage nach Elfmeterschießen ein.

Bezirkspokal 2006/07: In Runde 1 trat Merkur beim SSV Sayda an und gewann beim 150 Kilometer entfernt gelegenen Kreispokalsieger des Osterzgebirges souverän 6:0.

Bezirkspokal 2007/2008: Merkur musste gleich in allen fünf Partien auswärts ran. Nach Erfolgen in Flöha, Zöblitz-Pobershau, Marienberg und Rabenstein folgte mit einem 1:2 nach Verlängerung das Aus im Halbfinale beim FC Lößnitz.

Landespokal 2010/11: In der ersten Runde tat sich Merkur im Torgauer Ortsteil Mehderitzsch beim SV Rot-Weiß schwer, gewann erst in der Verlängerung 4:1.

Landespokal 2011/12: Während Oelsnitz in Runde 2 beim FC Bad Lausick im Landkreis Leipzig 5:1 gewann, sorgt ein Spielerstreik dafür, dass die Drittrundenpartie bei Kickers Markkleeberg nicht stattfand.

Landespokal 2013/14: Nach stolzen 247 Kilometern Anreise siegte Oelsnitz beim FSV Kemnitz, dem Kreispokalsieger der Oberlausitz, 8:2.

Landespokal 2016/17: Die gerade in die Landesklasse aufgestiegenen Oelsnitzer mussten in der zweiten Runde beim VfK Blau-Weiß Leipzig ran, wo sie unglücklich ausschieden. Nach einer 2:1-Führung kassierten sie in der Nachspielzeit das 2:2. In der Verlängerung gingen sie 2:5 unter.

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