Der beste Kicker fliegt nach Spanien

Die Fußballschule von Real Madrid macht zum zweiten Mal Station in Rebesgrün. 116 Kinder lernen bis Freitag Tricks und Kniffe aus dem Repertoire des Eliteclubs. Beim Tag der offenen Tür am Donnerstag dürfen auch andere Interessenten ihr Geschick testen.

Rebesgrün.

Solch einen Auftrieb erlebt der Sportplatz in Rebesgrün nicht oft: Auto an Auto sucht einen Parkplatz, dutzende Kinder wuseln durch die Gegend, aufgeregte Erwachsene drängeln sich am Spielfeldrand, machen Fotos und drehen Videos. So ist es eben, wenn die Königlichen zu Gast sind.

Auch wenn jetzt nicht die Fußballprofis von Real Madrid im Vogtland eingetroffen sind, sondern "bloß" ein Ableger von deren Fußballschule, ist das Interesse rundherum groß. "Das Camp ist zum zweiten Mal komplett ausverkauft", freut sich Marcel Schwalbe, Nachwuchstrainer von Blau-Weiß Rebesgrün. Der betreut sonst die E-Junioren des Vereins, assistiert zusammen mit drei anderen Übungsleitern aktuell den sechs Campcoaches, die mit Methoden und Geräten aus dem Profisport arbeiten. So werden Laufleistungen per GPS gemessen, die Schussgeschwindigkeit festgestellt oder Laufwege und Pässe mit einer speziellen Kameratechnik erfasst und mit den jungen Fußballern ausgewertet.

"1oo Feldspieler und 16 Torhüter sind auch das absolute Maximum, das der Veranstalter zulässt", erklärt Schwalbe. "Damit gelten wir als sogenanntes Mega-Camp. Und der beste Spieler eines solchen hat die Ehre, zu einer Trainingseinheit direkt ins Bernabeu-Stadion nach Madrid zu reisen und muss nicht in die deutsche Ausscheidungsrunde." Wer das sein wird, entscheiden die Trainer und wird am Freitag bei der 14.30 Uhr beginnenden Abschlusszeremonie bekanntgegeben. Aber auch Disziplin und Fairplay seien wichtige Werte. Daher wird dort auch der beste Teamplayer gekürt.

Zuvor üben die jungen Sportler vier Tage lang in verschiedenen Gruppen, wobei die Torhüter Goalplay absolvieren, ein spezielles Training nach von Torhüterlegende Oliver Kahn propagierten Übungen. Unter den 16 Keepern ist mit Emilia Knoll vom SV Turbine Bergen auch ein Mädchen. "Es ging ja gerade erst los, und ich habe schon einiges an Neuem gelernt, zum Beispiel den Ausfallschritt. Den kannte ich noch nicht", sagt sie. Und: "Es macht mir sehr viel Spaß, ich werde mir bestimmt noch ein paar Sachen von den Trainern abgucken." So zum Beispiel von Sascha Alabrese, der beim Gastspiel im Vorjahr nicht dabei war und nun erstmals Rebesgrüner Luft schnuppert: "Das ist hier ein liebenswerter und sehr ambitionierter Verein. Wir arbeiten hier in einer sehr herzlichen und familiären Atmosphäre."

Im Hintergrund sorgen rund 15Vereinsmitglieder und Eltern ehrenamtlich für die Versorgung mit Speis und Trank. Zusätzlich hat der Verein eine Tombola auf die Beine gestellt, deren Erlös, ebenso wie die Einnahmen der Imbissversorgung, in die Rebesgrüner Jugendarbeit fließt. "Für diese Aktion opfern einige Leute von uns sogar eine Woche Urlaub. Da kann man sich nicht genug dafür bedanken", lobt Schwalbe. Nicht nur er freut sich, dass Reals mobile Fußballschule wieder da ist. "Beim ersten Besuch voriges Jahr war man von Seiten der Fußballschule sehr zufrieden mit uns. Wir haben uns schnell auf ein zweites Gastspiel geeinigt", so Schwalbe. "Und die Plätze waren sehr schnell weg."

Die kleinen Kicker im Alter zwischen sieben und 15 Jahren kommen fast durchweg aus dem Vogtland und Westsachsen. Sie dürfen ihr Real-Outfit natürlich behalten und ihren Fußball und ihre Trinkflasche mit nach Hause nehmen. Kinder aus weiter weg gelegenen Vereinen - wie zum Beispiel vom SC Vierkirchen aus der Nähe von München oder dem südbadischen SC Rielasingen-Arlen - haben familiäre Bezüge nach Rebesgrün.

Am Donnerstag, ab 15.30 Uhr hat Jedermann beim Tag der offenen Tür die Chance, die technischen Möglichkeiten des Camps zu nutzen und sein fußballerisches Vermögen zu überprüfen.

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