Der nächste Vogtländer bei Dynamo

Der Fußballer Jonas Kühn hat einen Profivertrag beim Dresdener Drittligisten unterschrieben. Seine Karriere begann bei der Spielgemeinschaft Zobes/ Ruppertsgrün.

Plauen.

Groß war die Aufregung bei Jonas Kühn, als er am 22. Dezember beim DFB-Pokalspiel der Drittliga-Fußballer von Dynamo Dresden gegen Darmstadt (0:3) das erste Mal im Kader und somit im Rampenlicht stand. Der 18-Jährige erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. Ab 1. Juli erhält der Plauener bei Dynamo seinen ersten Vertrag als Profifußballer. 2018 war der robuste Spieler vom VFC Plauen ans Nachwuchsleistungszentrum nach Dresden gewechselt. Er schaffte es, sich dort innerhalb kürzester Zeit einzuleben und im Bundesligakader der A-Junioren durchzusetzen.

Mit dem Fußballspielen angefangen hat Jonas Kühn bei der Spielgemeinschaft Zobes/Ruppertsgrün. Relativ spät für junge Talente machte er den nächsten Schritt in die U 13 des VFC Plauen. Vier Jahre lang trainierte er dort unter Tommy Färber, ehe zu Dynamo wechselte. Im Mannschaftsgefüge des VFC war Jonas Kühn eine zentrale Figur. Er zog im Mittelfeld die Fäden und führte sein Team 2018 zum Meistertitel in der B-Junioren-Landesliga. Nach der verlorenen Relegation zur Regionalliga gegen den SV Babelsberg zog es Kühn nach Dresden.

"In Dresden wurde ich zum Linksverteidiger umgeschult, als offensiver Außenverteidiger in der Fünferkette. Ich kann aber auch in der Innenverteidigung spielen", erklärt der robuste Vogtländer. "In der Landesliga ging im zentralen Mittelfeld alles noch wesentlich leichter. In Dresden wurde das Spiel deutlich schneller und intensiver", so Kühn, der als einer der Jüngsten im Team schnell zum Stammspieler in der A-Junioren-Bundesliga wurde.

Bei seinem ehemaligen Verein ist man stolz auf die Entwicklung des jungen Fußballers. "Jonas ist ein Ausnahmespieler. Als wir ihn in die D-Junioren-Talentliga geholt haben, sollte der VFC ein Sprungbrett für ihn sein. Für Verein und Mannschaft war er immer Gold wert und hat sich damit in den Fokus größerer Clubs gebracht. Vom zentralen Spieler zum Linksverteidiger umgeschult zu werden, zeigt, dass sich Jonas schnell an eine Position gewöhnen kann, zumal er einen hervorragenden linken Fuß hat", schwärmt sein ehemaliger Trainer Tommy Färber, der Jonas Kühn von den D-Junioren bis zu seinem Wechsel begleitete.

Kühn hatte schon vor 2018 die Möglichkeit, an ein Nachwuchsleistungszentrum zu wechseln, doch seine Familie und Freunde waren ihm so wichtig, dass es ihn nicht wegzog. "Nach der zehnten Klasse habe ich mich dann aber doch für den nächsten Schritt entschieden", so Kühn, der im vergangenen Jahr sein Abitur am Dresdener Sportgymnasium ablegte. Danach konzentrierte er sich auf die Bundesligasaison bei den A-Junioren und machte nebenbei ein freiwilliges soziales Jahr in einer Kindertagesstätte. "Da wird man dann schon erkannt als Dynamo-Spieler und bekommt Glückwünsche", ist Kühn stolz.

Nachdem durch die Corona-Pandemie der Nachwuchsspielbetrieb zum Erliegen kam, ermöglichte es Dynamo vier Spielern der A-Junioren, bei den Profis mitzutrainieren. Einer von ihnen ist Jonas Kühn. Und anscheinend konnte er überzeugen. In den Gesprächen mit der Vereinsführung, wie es in Zukunft weitergehen soll, einigte man sich auf einen Profivertrag über zwei Jahre ab dem 1. Juli 2021. "Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich derzeit trainieren und Fußballspielen kann", freut sich der Plauener, der aber auch weiß, dass das Fußballgeschäft hart ist. "Die ersten Schritte sind schwer. Für mich heißt es jetzt, sich weiterzuentwickeln. Vor allem im körperlichen Bereich muss ich noch viel tun", so Kühn. Jonas Kühn lebt gerade den Traum, den viele junge Fußballer und Fans haben: in einem großen Stadion auf dem Platz stehen und für einen Traditionsverein spielen, der eine riesige Anhängerschaft hat. "Aber so frühzeitig ist natürlich noch nie klar, wohin die Reise geht."

Bisher ist das Talent von Verletzungen verschont geblieben, konnte seine Entwicklung stetig fortsetzen. Das erhofft er sich auch für die Zukunft. Wenn Dynamo in der 3. Liga weiter so durchzieht wie bisher und aufsteigt, könnte Jonas Kühn direkt in der 2. Bundesliga mit seiner Profilaufbahn starten. Seine Ansprüche waren sehr niedrig, als er den Schritt in die Landeshauptstadt wagte, doch er hat sich durchgebissen und sich den Vertrag erarbeitet. Eine Tugend, die sein ehemaliger Trainer an ihm schätzt. "Jetzt hat er Zeit, sich zu beweisen und vielleicht zu etablieren. Aber bei aller Euphorie und bei allem Lob muss er weiter an sich arbeiten. Das wird er tun, und deswegen kann ich mir vorstellen, dass er auch den nächsten Schritt gehen kann", prognostiziert Tommy Färber.

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