Druck auf den RFC wächst

In der Fußball-Landesklasse setzte es gestern ein 0:2 gegen Lok Zwickau. Ein Gurkentreffer leitete die Niederlage ein.

Reichenbach.

Nein, das eigene Wasserturmstadion ist für den Reichenbacher FC kein gutes Pflaster mehr. Der letzte Sieg dort liegt fast 16 Monate zurück. Auch gegen den ESV Lok Zwickau sollte gestern nicht viel gelingen. Mit 0:2 (0:1) setzte es am fünften Spieltag der Landesklasse West die vierte Niederlage.

Der Druck des Gewinnen-Müssens wird immer größer, zumal es im Mittelteil der englischen Woche bereits am Tag der Deutschen Einheit zum Schlusslicht Blau-Weiß Chemnitz (Anstoß: 15 Uhr) geht. "Die Tabelle sagt alles über die Bedeutung aus. Mehr Worte braucht man dafür eigentlich nicht zu verlieren", sagte Trainer Steve Gorschinek, der nach dem gestrigen Abpfiff erneut bedient war: "Wir hätten gegen Lok wahrscheinlich bis zum Sonnenuntergang kicken können, ein Treffer wäre uns nicht geglückt."

An den Ballbesitzverhältnissen hat es zumindest nicht gelegen, dass seine Truppe leer ausging. Im Angriff fehlt augenscheinlich ein Knipser. Die Gefährlichkeit hielt sich in Grenzen, obwohl über die Außen mehr Bälle in den Sechszehner flogen. Doch Lok war in der Luft nicht zu bezwingen und konnte das Streitobjekt immer wieder klären. Gegen die gut stehende Abwehr war kein Durchkommen. Ein Eckenstand von 17:3 (6:1) macht deutlich, wo sich das Geschehen abspielte. Chancen kreierten die Hausherren aber nur wenige. Nach Eckstößen verfehlten im ersten Abschnitt Dathe (25.) und Albert (33.) knapp. Die Zwickauer schlugen in der 38. Minute aus heiterem Himmel zu. Vorausgegangen war ein Abstimmungsfehler. Der RFC-Keeper gab lautstark zu verstehen, dass er den Ball aufnehmen will, zögerte aber beim Herauslaufen. Seidel wartete einen Moment, nahm dann selbst Maß. Er traf aber zentral etwa 22 Meter vorm Tor nur den gestreckten Fuß des heraneilenden Günnel. Von diesem senkte sich der Ball über Rahm hinweg ins Netz - ein Gurkentreffer erster Güte!

Diese Führung passte den Gästen nach dem Wechsel ins Konzept. Sie zogen sich zurück und lauerten auf Konter. Der RFC stemmte sich gegen die Niederlage, blieb aber ausrechenbar. Zudem verirrten sich im zweiten Durchgang zu viele Flanken ins Toraus, Zuspiele fanden keinen Adressaten. Glück hatten die Hausherren, als Rahm (73.) Günnels Drehschuss aus dem Dreiangel kratzte. In der 81. Minute war aber "der Käs gegessen". In der Vorwärtsbewegung verlor der RFC an Günnel den Ball. Der schlängelte sich durch die Abwehr und zog aus halbrechter Position flach ins lange Eck ab - 0:2. Zuvor verzeichnete Reichenbach ein paar gefährliche Schüsse aus der zweiten Reihe. Bei zwei Versuchen von Emson fehlten die berühmten Zentimeter. Auch Seidel probierte es aus dem Hinterhalt, der Lok-Schlussmann konnte aber den Ball über die Torstange lenken. Auf der anderen Seite hätte Othman (90.) sogar noch einen drauf setzen können.

In Punktspielen und im Pokal bleibt Lok Zwickau nach seinem Wiederaufstieg 2013 auch im sechsten Vergleich mit Reichenbach ungeschlagen. "Heute war sicher mehr drin. Doch letztlich haben wir wieder einmal dem Gegner vorgelegt", resümierte Gorschinek. "Es ist vielleicht sogar gut, dass wir schon am Mittwoch wieder ran müssen. Da bleibt diese Niederlage nicht zu lange in den Köpfen stecken."

Statistik RFC: Rahm, Seidel, Dathe (63. Doege), Krell, Rehwald, Tenner, Süß (V), Reiher (74 .Emson), Gündel, Demmler (V), Albert (46. Papkalla/V). Tore: 0:1/0:2 Günnel (38./81.). SR: Kreißl (Penig). Zuschauer: 115.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...