Durchpusten beim RFC nach erstem Saisonsieg

Fußball-Landesklasse: 4:1 im Kellerduell bei Schlusslicht Chemnitz

Chemnitz.

Der Reichenbacher FC hat es geschafft: Im sechsten Anlauf gelang dem Landesliga-Absteiger gestern der erste Sieg. Neuling Blau-Weiß Chemnitz wurde auswärts 4:1 geschlagen. Das Kellerduell zwischen dem Schlusslicht und dem Vorletzten hielt, was es versprach. Oder anders ausgedrückt: Die Mixtur aus Kampf, Krampf, Zerfahrenheit, holprigem Rasen und böigem Herbstwind ließen das Niveau nicht gerade in die Höhe schnellen. Dabei war der RFC über weite Strecken dominanter und zeigte auch vom Anpfiff weg den größeren Willen, diesen sportlichen Krisengipfel zu gewinnen. Doch im entscheidenden Passspiel steckte im ersten Durchgang der Wurm.

Immer wieder störten zu ungenaue steile Bälle und der zu oft gewählte Weg durch das zugebaute Zentrum den Spielfluss. Der energische Zug zum gegnerischen Tor fehlte, obwohl zweimal Süß (13./25.) aus guter Gelegenheit vergab. Dazu ließ der holprige grüne Untergrund so manchen Ball in die verkehrte Richtung springen. Als alle schon mit einer Nullnummer nach 45 Minuten rechneten, fasste sich auf einmal Reiher aus halbrechter Position ein Herz. Aus 25 Metern haute er die Kugel einfach in Richtung Blau-Weiß-Gehäuse. Der Chemnitzer Keeper brachte bei dem durchaus haltbaren Schuss die Hände nicht hoch, und drin war die Kugel: 0:1.

Mit Wiederbeginn drängte der RFC sofort auf das zweite Tor. Das ließ nicht lange auf sich warten. Gündel tankte sich über links bis zur Grundlinie und passte flach nach innen. Aus etwa zwölf Metern nahm Reiher die Kugel direkt - 0:2. Mit dem Vorsprung im Rücken überließ die Gorschinek-Elf danach aber erst einmal den Chemnitzern das Zepter, die mutiger den Weg in die gegnerische Hälfte suchten und dadurch auch gefährlicher wurden. Als Pfeil nach einer hohen Eingabe das Streitobjekt aus der Luft ins Eck zum Anschluss unterbrachte, witterte der Neuling Morgenluft. Seine erste Chance hatte ihn ins Geschehen zurückgebracht.

Doch der RFC hatte eine schnelle Antwort parat und markierte die Vorentscheidung. Süß bekam auf der rechten Seite das aufspringende Leder irgendwie noch auf den Schlappen und hob es in Richtung Strafraumgrenze. Der mitgelaufene Emons hämmerte dieses volley unter die Lattenunterkante - ein Sonntagsschuss am Feiertag! Reichenbach bekam die Partie wieder unter Kontrolle und hätte durch einen Seidel-Freistoß (78.), der die Latte streichelte, erhöhen können. In der Schlussphase bewahrte Rahm mit einer artistischen Parade gegen den Schuss von Al Hakeem seine Farben vor dem 2:3. Wenig später setzte auf der Gegenseite Süß noch einen drauf. Steil geschickt, umkurvte er den herauseilenden Schlussmann und schob zum Endstand ein.

"Wir hätten uns eingraben können, wenn wir hier leer ausgegangen wären. Es war ein Pflichtsieg, mehr auch nicht. Durchpusten ist erlaubt, aber unsere Lage ist weiter kritisch. Ich hoffe, dass meine Jungs den ersten Saisondreier richtig einschätzen können und wir im kommenden Heimspiel gegen Schneeberg nachlegen", sagte RFC-Trainer Steve Gorschinek nach dem Abpfiff. Das 4:1 ließ seine Jungs wieder über den ominösen Strich klettern.

Statistik Reichenbach: Rahm, Seidel, Fügmann, Krell (70. Dathe), Emson (79. Papkalla), Tenner, Süß, Reiher, Gündel (58. Batz), Demmler/V, Albert. Tore: 0:1/0:2 Reiher (44./52.), 1:2 Pfeil (68.), 1:3 Emson (71.), Süß (87.). SR: Keller (Gornau); Zuschauer: 40.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...