Eine normale Saison ist kaum noch zu schaffen

In der Fußball-Landesklasse deutet vieles auf eine einfache Runde mit 15 Spielen hin. Die Vogtländer hoffen, ihren tollen Lauf fortsetzen zu können.

Plauen.

Nach gerade einmal sieben Spieltagen war Schluss: Auch die Fußball-Landesklasse wurde von den erneuten Corona-Einschränkungen getroffen. Die Fußballschuhe bleiben seit dem 2. November im Schrank. Das seitdem geltende Trainings- und Wettkampfverbot ist für für alle Freunde des runden Leders an sich schon hart genug. Für die vogtländischen Teams in dieser Liga ist es doppelt bitter, denn mit Ausnahme von Aufsteiger Treuen rockten die Mannschaften aus der Region vor dem Abbruch die Staffel West.

Angeführt wird die Staffel vom noch ungeschlagenen Reichenbacher FC, der mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und 17 Punkten das Klassement anführt. "Damit war wirklich nicht zu rechnen", sagt RFC-Trainer Carlo Kästner. "Aber unsere Strategie mit dem Einbau junger Leute scheint sich auszuzahlen. Natürlich sind wir mit dem bisherigen Abschneiden hochzufrieden. Bei diesem guten Lauf ist die Unterbrechung natürlich besonders ärgerlich. Aber was sollen wir machen?"

Dass 2020 noch gespielt wird, glaubt Kästner nicht. "Das ist zwar bedauerlich, aber wir können nur hoffen, dass es vielleicht nach einer verkürzten Winterpause zu Beginn des nächsten Jahres weitergeht. Immerhin trainieren und spielen wir draußen an der frischen Luft, und die Vereine haben mittlerweile erprobte Hygienekonzepte. Aber wie es wirklich weitergeht, dass kann im Moment wohl keiner sagen."

Ähnlich ungelegen kommt die Unterbrechung den anderen Vertretern der Region. Punktgleich mit dem Tabellenzweiten Rapid Chemnitz (15 Zähler) belegt der VfB Mühltroff Platz 3. Der VfB hat ebenfalls schon fünf Begegnungen gewonnen, nur zwei gingen verloren. Auf den vierten Rang hat sich mit 13 Punkten der SV Merkur Oelsnitz vorgearbeitet, der vier Siege, ein Remis und eine Niederlage aufweist. Aus der Reihe fällt nur Aufsteiger FSV Treuen. Der ist noch ohne Sieg Vorletzter, konnte aber bisher wenigstens drei Unentschieden verbuchen.

Ob, wie und wann die Spielzeit fortgesetzt wird, weiß momentan keiner so recht. Zwar wurde der Spielbetrieb vom Sächsischen Fußballverband offiziell lediglich bis Ende November ausgesetzt, doch eine Verlängerung dieser Auszeit scheint nur eine Formsache zu sein. Auch die Tatsache, dass sich die sächsischen Fußballfunktionäre mit einem Aufruf für eine Wiederaufnahme zumindest des Trainingsbetriebes stark machten, half bisher nicht.

Horst Stein, Staffelleiter der Landesklasse West, ist aktuell ähnlich ratlos wie die Funktionäre an der Basis. "Am Ende bestimmt ja die Politik, wie es weitergeht. Dass dieses Jahr noch einmal gespielt wird, glauben wir hier alle nicht." Zumal ja vorher auch erst einmal trainiert werden müsse.

"Die Tendenz in den Diskussionen geht derzeit in Richtung einer einfachen Runde mit nur 15 Spieltagen. Eine normale Saison mit 30 Spieltagen ist ja jetzt schon kaum mehr zu schaffen, es sei denn, man verlängert den Wettbewerb bis in den Sommer. Das wäre möglich, trotz einer zeitgleich geplanten Fußball-Europameisterschaft." Ein offizieller Beschluss, für welche Variante auch immer, steht noch aus.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.