Einheit braucht für Erfolg Geduld

Die Plauener Oberliga-Handballer haben ihr Auftaktspiel der Saison 24:29 beim Aufsteiger HBV Jena verloren. Oberlosa startete mit einem 17:16-Auswärtssieg bei Pirna/Heidenau.

HBV Jena - HC Einheit Plauen 29:24 (17:12). Beim starken Aufsteiger hingen die Trauben noch etwas zu hoch für die Spitzenstädter. "Dennoch bin ich mit der Leistung der Mannschaft nicht unzufrieden. Wir müssen bedenken, in welcher Situation wir uns aktuell befinden. Es ist noch viel Sand im Getriebe, der nur über die Zeit beseitigt werden kann", resümierte Trainer Michel Wiesend.

"Wir haben gute Ansätze, die wir auch im Spiel gegen Jena zeigen konnten. Aber leider sind wir im Angriff noch nicht stabil genug", so Wiesend. Dies zeigte sich besonders in der Anfangsphase der Partie. Gleich die erste Chance der Plauener landete am Pfosten des gegnerischen Tores. Im Gegenzug traf Jena. Im zweiten Versuch machte es Beketov besser und erzielte den Ausgleich. In der Folgezeit machte sich Einheit durch individuelle Fehler und Fehlwürfe das Leben schwer. Der Aufsteiger konnte so auf 6:3 enteilen. Trainer Wiesend nahm in dieser Phase keine Auszeit. "Die Spieler müssen sich in solchen Situationen auch einmal selbst fangen können", erklärte er. Aber Einheit gelang dies nur kurz, dann baute Jena den Vorsprung aus. "Im Positionsangriff hatten wir Jena gut im Griff. Die Abwehr stand größtenteils stabil. Aber durch unsere zu hohe Fehlerquote im Angriff fingen wir uns immer wieder schnelle Konter und einfache Gegentore ein", fasste Co-Trainer Richter das Spielgeschehen in Hälfte eins zusammen. Mit 12:17 ging es in die Kabinen.

Die zweite Hälfte konnte Einheit ausgeglichen gestalten. Nach einer Zeitstrafe gegen Jena und Toren von Rahn und Beketov gelang es Plauen, zum 18:21 aufzuschließen. Doch ein vergebener Strafwurf und Zeitstrafen machten die Aufholjagd zunichte. Beim 20:25 stellte Jena den alten Abstand wieder her. "Das Ergebnis fällt aus meiner Sicht ein oder zwei Tore zu hoch aus. Wenn wir aber bedenken, dass wir erst seit gut drei Wochen mit dem Ball trainieren, habe ich viele gute Ansätze erkennen können, die es gilt weiter auszubauen. Schön zu sehen war, dass die Mannschaft bis zum Schluss gekämpft hat. Auf diese Sachen können wir aufbauen und uns auf das erste Heimspiel nächste Woche vorbereiten", so Wiesend. (slx)

Einheit: Pour, Misar - Beketov (8), Rajic (5), Krüger, Wolf, Höpner, Zverina, Kies (1), Zbiral (2), Rahn (4), Danowski (2/davon 1 Siebenmeter), Pecek (2).

SG Pirna/Heidenau - SV 04 Oberlosa 16:17 (7:9). Der SV 04 Oberlosa ist erfolgreich in die Saison gestartet. Nach einer hart umkämpften und torarmen Partie setzten sich die Spitzenstädter mit 17:16 bei der SG Pirna/Heidenau durch und feierten erstmals überhaupt seit Zugehörigkeit zur Oberliga einen Auftaktsieg.

Vor etwa 300 Zuschauern entwickelte sich eine von den Abwehrreihen dominierte Partie. Die Hausherren gingen 2:0 in Führung, Richter und Roth stellten schnell den Ausgleich her. In der Folge leistete sich Oberlosa zu viele technische Fehler. Die Elbestädter nutzten sich bietende Möglichkeiten konsequent und zogen auf 6:3 davon. Eine Auszeit von SV-Coach Hazl hatte Erfolg. Die folgenden zwölf Minuten bis zur Halbzeitpause waren die beste Phase der Vogtländer im Spiel. Eine bärenstarke Abwehr um den gut aufgelegten Keeper Klaus rührte Beton an, vorne traf Peschke zwei Mal von der Strafwurflinie zum 6:5-Anschluss. Trommer-Ernst versenkte die Kugel zum 6:6, wenig später traf Multhauf zur ersten Oberlosaer Führung. Den erneuten Pirnaer Ausgleichstreffer konterten Trommer-Ernst und Kveton zum 7:9-Pausenstand.

Nach Wiederanpfiff baute zunächst Multhauf den Vorsprung aus. Dann geriet wieder gehörig Sand in Angriffsgetriebe. Die Gastgeber bekamen Oberwasser, zumal Oberlosa viel zu oft am überragenden Keeper Vaicekauskas scheiterte. Beim 12:12 schaffte Pirna den Ausgleich. Die Halle wurde mehr und mehr zum Tollhaus. Eine Parade ebnete den Gastgebern den Weg zum 13:12-Führungstreffer acht Minuten vor Ultimo. Der eingewechselte Mertig glich erneut aus, Multhauf brachte Oberlosa wieder in Front. Die letzten Minuten waren ein Krimi, an dem Altmeister Hitchcock seine wahre Freude gehabt hätte. Pirna glich aus, Kveton netzte auf der Gegenseite zum 14:15 ein. Wieder gelang den Hausherren der Gleichstand, wieder zog Oberlosa durch Multhauf in Front. Kurz vor dem Ende wiederholte sich das Spiel. Pirna traf zum 16:16, doch Richter wuchtete die Kugel zum 16:17 ins Netz. Am Ende feierte Oberlosa mit etwa 20 mitgereisten Fans den hauchdünnen Auftakterfolg "Zunächst einmal sind wir überglücklich, dieses Kampfspiel gewonnen zu haben", sagte Trainer Petr Hazl. Allerdings haben wir im Angriff nicht gut gespielt und zu viele Fehler produziert. Zudem haben wir viel zu viele Chancen weg gelassen. Sehr zufrieden bin ich mit der Leistung in der Defensive. Das war klasse. Einstellung und Kampfgeist der Mannschaft waren top und die Jungs haben sich für ihren tollen Einsatz belohnt". (rimi)

Oberlosa: Klaus, Flämig - Kveton (3 Tore), Wetzel, Weikert (1), Peschke (3/davon 2 Siebenmeter), Roth (1), Englert, Trommer-Ernst (2), Mertig (1), Richter (2), Hertel, Kolomaznik, Multhauf (4/1).

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