Fans erahnen Syrauer Sieg

Rund 1100 Zuschauer machten die Endrunde im Fußballturnier um den Pokal der "Freien Presse" zum Spektakel. Ausgerechnet die höherklassigen Teams enttäuschten.

Plauen.

Eine der stimmungsvollsten und am besten besuchten Endrunden des Hallenfußballturniers um den Pokal der "Freien Presse" ist Geschichte. Rund 1100 Zuschauer verfolgten am Sonntag die Finalpartien in der Plauener Einheit-Arena. "Wir sind wirklich sehr zufrieden. Fast 5000 Zuschauer beim Turnier insgesamt, das spricht doch für sich", freute sich André Rabe, Geschäftsführer des Vogtländischen Fußballverbandes (VFV). "Die Stimmung auf den Rängen war toll. Und nach dem chaotischen Auftakt auf dem Parkett mit fünf Zeitstrafen im ersten Spiel ist dann auch alles in vernünftigen Bahnen verlaufen."

Bevor das Spektakel begann, wurden einige derjenigen geehrt, ohne die es nicht geht: Schiedsrichter und Helfer. Michael Thomas von der TSG Brunn bekam die Ehrenuhr des DFB, Wolfgang Scherzer (VFC Plauen) die Ehrennadel des VFV in Gold. Sabine Walter wurde für ihre Tätigkeit als Schatzmeisterin des 1. FC Wacker Plauen als erste mit der neu geschaffenen Auszeichnung des Kreisverbandes als Ehrenamtlerin des Monats geehrt.

Bronzene Ehrennadeln des Sächsischen Fußballverbandes dürfen sich die Schiedsrichter Karli Söll (VfB Mühltroff), Jörg Langner (SVKottengrün), Joachim Polsfuß (SpVgg Heinsdorfergrund), Lorenz Richter (SG Rotschau), Klaus Setzer (FC Werda), Ulrich David (VfB Plauen Nord) und Sven Joram (Eintracht Eichigt) anheften. Letzterem rutschte zur Gaudi des Publikum eine Flasche Gerstensaft aus dem gerade überreichten Biertragel und zerschellte noch auf dem Hallenparkett. Seinem Kollegen Lorenz Richter passierte Ähnliches, aber zum Glück draußen. Erst nach der Aufwischaktion konnte es losgehen.

Allerdings folgte die nächste Unterbrechung auf dem Fuß. Syraus Fans warfen Papierrollen aufs Parkett, die Oelsnitzer schossen grüne Glückskleeblättchen in die Luft. Die halfen aber nicht, denn sportlich enttäuschend war ausgerechnet der Auftritt der beiden höherklassigen Vertretungen im achtköpfigen Teilnehmerfeld. Für Merkur Oelsnitz und den Reichenbacher FC (beide Landesklasse) war schon in der Vorrunde Endstation. Während Merkur wenigstens eine Partie gewinnen konnte, blieb Reichenbach als einziges Team ganz ohne Punkt.

"Ich muss da meine junge Truppe schon etwas in Schutz nehmen", meinte RFC-Trainer Carlo Kästner. "Viele haben das erste Mal vor dieser großartigen Kulisse gespielt. Leider konnten wir an die guten Leistungen in Vor- und Zwischenrunde überhaupt nicht anknüpfen. Ich möchte das nicht überbewerten, die Jungs haben alles versucht."

Auch die Oelsnitzer, in den beiden Runden zuvor stets siegreich, blieben fast alles schuldig. Dass Zugang Hartung (zuvor Stahlbau) einen Meter vorm leeren Tor den möglichen Siegtreffer im ersten Spiel gegen Syrau vergab, war fast schon symbolträchtig. "Wer weiß wie es ausgeht, wenn wir in dieser Szene das 2:1 machen", so Merkurs Trainer Jens Starke. "Aber uns hat allgemein der Biss, der Zug zum Tor gefehlt. Da müssen wir uns einfach an die eigene Nase fassen, wenn wir unser eigentliches Leistungsvermögen nicht abrufen."

Dass der SC Syrau die Titelverteidigung bejubeln würde, wussten viele Fans schon vorher: 76 der 172 Teilnehmer am Gewinnspiel der "Freie Presse" tippten auf die Syrauer als Sieger. Es folgten mit großem Abstand Merkur Oelsnitz (23 Stimmen), 1. FC Rodewisch (22), Reichenbacher FC (21), VfB Mühltroff (11), SG Jößnitz (11), Leubnitzer SV (8) und VfB Plauen Nord (3).

"Uns ist bewusst, dass uns etwas Besonderes gelungen ist", freute sich Syraus Trainer Chris Begerock nach der Pokalverteidigung, die zuvor keiner Mannschaft gelungen war. "Aber es war zwischendurch ganz knapp, da sind wir im Neunmeterschießen gegen Mühltroff gerade noch von der Schippe gesprungen. Aber meine Mannschaft ist da eben abgezockt. Wir kennen diese Kulisse hier und lassen uns da nicht so sehr beeindrucken wie vielleicht andere. Klar hätte ich auch den Jößnitzern den Titel gegönnt, aber letztlich bin ich sehr stolz, dass wir es wieder geschafft haben."

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