Ganze Familie lebt für den Handball

26 Jahre lang war Helmut Hertel aus Schneckengrün Spielwart der Sachsenliga. Kürzlich feierte er 80. Geburtstag. Er ist der Vogtlandsportler der Woche.

Plauen.

Hinter dem Schneckengrüner Haus, in dem Helmut Hertel seit seiner Geburt vor 80 Jahren wohnt, stehen sich zwei Tore gegenüber. Erst wurden dort Familienduelle im Fußball ausgetragen, später wurde Handball die Hauptsportart im Garten. Selbst Handball gespielt hat er allerdings nie. "Ich war früher in Leubnitz Fußballer", berichtet Helmut Hertel. Später jedoch erwar er sich große Verdienste im sächsischen Handball und beim SV 04 Oberlosa. Dort erlebte er auch seine schönsten Momente. Als Staffelleiter der Sachsenliga kümmerte er sich 26 Jahre lang um Ansetzungen, Ergebnisdienste, Torschützenlisten und auch Spielerstrafen. Zu seinem 80. Geburtstag diesen Monat bekam er Besuch vom Präsidenten des Handball-Verbands Sachsen (HVS), Uwe Vetterlein, der ihn ehrte und in den wohlverdienten HandballRuhestand verabschiedete.

Wie kommt man als ehemaliger Fußballer in eine wichtige Position des HVS? "Mein Sohn Lutz hat beim SV 04 gespielt. Eines Tages kam der Anruf vom damaligen Trainer Uli Dressel, ob ich nicht das Amt des Staffelleiters in der Sachsenliga übernehmen könne. Hintergrund war, dass die Oberlosaer noch einen ehrenamtlichen Funktionär brauchten, um in die Oberliga aufsteigen zu können. Ich willigte ein und ebnete so den Weg zum Aufstieg mit", erinnert sich das Oberhaupt einer handballverrückten Familie.

Sohn Lutz spielt immer noch in der vierten Oberlosaer Mannschaft, Enkel Louis für die erste Mannschaft in der Oberliga, Enkelin Elli in der B-Jugend des SV 04. Helmut Hertel selbst ist einer der größten Fans des Vereins. Kein Heimspiel der Oberligamannschaft verpasst er. Auch bei Auswärtsfahrten ist er fast immer dabei. Was er sich für die Zukunft wünscht? "Dass die Oberlosaer weiter in der Oberliga spielen und sich mit einem Medaillenplatz belohnen."

Helmut Hertel hat sein Leben dem Sport gewidmet. Man könnte meinen, dass dabei Anderes zu kurz kommt. Aber das scheint bei Hertels nicht der Fall. "Ich war schon beim Fußball immer mit dabei. Das hat mir all die Jahre überhaupt nichts ausgemacht. Im Gegenteil, ich habe ihn unterstützt, wo ich nur konnte. Deswegen wünsche ich mir auch, dass wir noch lange beim SV04 zuschauen können und natürlich gesund bleiben", erzählt Ehefrau Gisela. "Mein Opa hat mich immer unterstützt. Früher fuhr er mich immer zum Fußball- und Handballtraining. Ohne ihn hätte ich es sicher nicht so weit gebracht", sagt der 20-jährige Enkel Louis stolz.

Neben vielen schönen Momenten hat sich bei Helmut Hertel einer ganz besonders eingebrannt. Viele Jahre war er neben seiner Tätigkeit als Staffelleiter auch verantwortlichen für den Sachsenpokalwettbewerb. 2014 gab er diese Tätigkeit ab. Als krönenden Abschluss konnte er den Pokal an seinen SV 04 Oberlosa überreichen, der 2014 im Finale 32:28 gegen Kamenz gewann. "Damals hat er zum Sachsenpokal immer das gute Sakko angezogen", erinnert sich Frau Gisela.

Eins steht fest: Helmut Hertel wird auch in Zukunft immer zum Handball gehen, wenn es ihm möglich ist. Und dabei wird er seinen Sohn und seine Enkel unterstützen, so gut es geht. Und vielleicht kann er mit seiner Gisela irgendwann ein Spiel seines Enkels Louis in der dritten Handballliga in einer nagelneuen Sporthalle anschauen.

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