Germania-Ringer Franz Richter geht bei der WM auf die Matte

Die Vorbereitung auf die Titelkämpfe der unter 23-Jährigen in Budapest verlief nicht optimal. Durch einen Streik verpasste der Markneukirchener Athlet ein Trainingscamp in Kroatien.

Markneukirchen.

Bei Schwergewichtsringer Franz Richter vom AVGermania Markneukirchen steigt die Spannung: Am Donnerstag startete sein Flug nach Budapest. In der ungarischen Hauptstadt werden derzeit die Weltmeisterschaften der unter 23-jährigen Ringer ausgetragen. Für den 21 Jahre alten Richter, der erst von den Junioren in die ältere Altersklasse aufgestiegen ist, ist es das erste große Turnier nach einer langen Verletzungspause. Im April hatte er sich beim Traditionsturnier in Warnemünde einen doppelten Kieferbruch zugezogen, ist aber schon im Juli wieder ins Training eingestiegen.

"Mir wurden Platten an den Bruchstellen implantiert, die noch bis nach der Weltmeisterschaft drin bleiben, um die Kiefer zu schützen. Danach kommen sie dann raus", so Richter, der sich gut fühlt, obwohl die gesamte Weltmeisterschaftsvorbereitung mehr oder weniger ins Wasser fiel. Zwar trainierte der Germania-Ringer bei verschiedenen internationalen Trainingslehrgängen in Russland, Litauen und Finnland mit Teilen der Weltspitze zusammen. "Aber ein richtiges Turnier war nicht dabei", so der Griechisch-Römisch-Spezialist, der zusammen mit seinem Trainer krampfhaft nach Wettkämpfen suchte.

Eine Reise ins dänische Nyköping brachte gerade einmal einen Kampf, und auch in der Regionalliga war die Belastungsgrenze oftmals nicht allzu hoch. "Da habe ich mich auch gegen leichtere Gegner schwer getan", so Richter, dem es mitunter auch am Selbstvertrauen fehlte. Selbst den jüngst geplanten Trainingslehrgang in Kroatien konnte Franz Richter nicht besuchen: Die deutschen Ringer mussten wegen eines Streiks des Kabinenpersonals unverrichteter Dinge vom Flughafen Berlin wieder abreisen und verlegten das Abschlusstraining nach Frankfurt an der Oder.

Doch nun ist es für ihn soweit. Die Weltmeisterschaft wurde bereits angepfiffen. An den ersten Tagen kämpfen die Freistilringer, dann die jungen Frauen und ab Freitag die Griechisch-Römisch-Spezialisten. Für Franz Richter begann das Turnier am Donnerstag mit der Auslosung, ab Freitagmorgen steigen die Qualifikationskämpfe bis hin zu den Halbfinals. Am Samstagfrüh beginnt die Hoffnungsrunde, am Abend stehen die Finalkämpfe um Gold und Bronze an.

"Für Franz geht es vor allem darum, nach einem überaus erfolgreichen Jahr bei den Junioren nun auch bei den Männern den Anschluss zu finden", so Bundestrainer Maik Bullmann. Der Olympiasieger von 1992 und dreifache Weltmeister betreut Richter in Budapest gemeinsam mit dem Trainer und Stützpunktverantwortlichen aus Frankfurt Heinz Thiel. Bei den Europameisterschaften der unter 23-Jährigen im April dieses Jahres stellte Franz Richter mit einem achten Platz schon einmal den Fuß in die Tür.

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