Goldjunge will jetzt zur EM

Der Plauener Christian Fröhlich hat bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Pool-Billard wie kein anderer Medaillen abgeräumt. Der 16-Jährige hat den Traum, Profi zu werden.

Plauen.

Wenn andere Jungs in seinem Alter ihre Freizeit bald wieder im Freibad verbringen, macht sich Christian Fröhlich jeden Tag auf den Weg zum Training. Im Freizeitcenter Number One am Klostermarkt übt der 16-jährige Plauener zwei bis drei Stunden am Billardtisch.

Und das akribische Training sechsmal die Woche zahlt sich aus. Der Schüler des Plauener Lessing-Gymnasiums feierte vor zwei Wochen seinen bisher größten sportlichen Erfolg. Bei den Deutschen Meisterschaften im Pool-Billard der unter 19-Jährigen im hessischen Bad Wildungen war er der überragende Akteur. In den vier ausgespielten Disziplinen holte er drei Goldmedaillen und einmal Silber.

Nach dem überragenden Erfolg hat der Zehntklässler ein neues, großes Ziel vor Augen. "Erstmals möchte ich bei der Jugend-Europameisterschaft im Juli in Holland dabei sein und eine möglichst gute Platzierung erreichen", sagt Christian Fröhlich. "Allerdings weiß ich, dass die Konkurrenz dort enorm stark ist. Aber von den besseren Spielern kann ich mir sicherlich auch das eine oder andere abschauen." Später will Fröhlich möglichst auch bei einer Weltmeisterschaft an den Tisch treten, der für ihn die Welt bedeutet.

Im normalen Sportalltag spielt er seit zwei Jahren für den 1. Pool-Billard-Club Gera in der 2. Bundesliga. Zu den Spielen oder Trainingseinheiten fährt er mit dem Zug nach Gera. "Allerdings spiele ich bei den Männern, da es im Pool-Billard keine Jugendligen gibt", sagt der Plauener und klärt auf: "Für viele Leute ist Pool-Billard eher eine Art Kneipenvergnügen. Aber was wir machen, das ist schon richtiger, knallharter Wettkampf, in dem man keine Nerven oder Schwächen zeigen darf."

Und die zeigt Christian Fröhlich auch nicht. Mittlerweile ist der junge Mann zum besten Sportler in der Rangliste der 2. Bundesliga aufgestiegen. Mehrere Erstligavereine sollen bereits ein Auge auf den hochtalentierten Vogtländer geworfen haben. Der möchte aber erst einmal seine schulische Ausbildung beenden. Und seine Bildungseinrichtung unterstützt ihn bei der Ausübung seines Sportes. "Wenn ich Wettkämpfe habe, werde ich auch mal freigestellt. Ohne diese Unterstützung wäre es sehr schwer. Ich bin dem Lessing-Gymnasium sehr dankbar dafür", sagt Fröhlich.

Begonnen hat für ihn die Faszination Pool-Billard vor sechs Jahren. "Als Zehnjähriger habe ich Turniere im Fernsehen beobachtet und mich in das Spiel verliebt. Mich hat der Klang der Kugeln fasziniert, die Präzision und der Moment, wenn sie dann in die Taschen fallen." Das wollte Fröhlich selbst ausprobieren, begann beim Verein Treff As Plauen und später beim Billard Team Vogtland zu spielen. Und er wurde immer besser.

Vielleicht wird der Plauener tatsächlich einmal so gut, dass er seinen Sport zum Beruf machen kann. "Aber Profi werden, das ist sehr schwer", macht sich Fröhlich nichts vor. "Geld gibt es auch in der ersten Liga nicht, das ist alles noch reiner Hobbysport. Man muss bei Veranstaltern und Sponsoren bekannt werden, sich einen Namen machen und hoffen, dass man zu den entsprechenden Profi-Turnieren eingeladen wird."

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