Wahl der Vogtlandsportler des Jahres 2019 - Die Kandidaten im Porträt

Plauen.

Je zehn Frauen, Männer und Mannschaften stehen zur Abstimmung - Umfrage endet am 23. Februar - Die Sieger werden auf der großen Sportgala am 28. März in der Musikhalle Markneukirchen ausgezeichnet

Gut Freund mit dem Wind

Mannschaften: Felix Albert und Lukas Merz segeln bei der EM auf Platz 12

Die einen kennen sich schon aus Sandkastenzeiten, bei anderen nennt es sich Jugendliebe. Irgendwie trifft beides auf Felix Albert und Lukas Merz vom Segelsportverein Einheit Plauen zu. Beide sind Wendejahr-Kinder. Sie saßen zwar nicht gemeinsam im Sandkasten, aber sie verbindet die gemeinsame Liebe zum Segeln. In getrennten Booten traten sie im geeinten Deutschland gegeneinander an. Nach verschiedenen Jugendbootsklassen sind sie schließlich zusammen im Flying Dutchman, kurz FD, gelandet: Felix, der Bauingenieur und Steuermann aus Plauen, und Lukas, der Baumaschinen-Ingenieur und Vorschoter aus Nürnberg.

Für den FD sprach, dass es einer der klassischen Bootstypen ist. "Trotzdem mit modernster Technik wie Vollcarbonrumpf oder Carbonmasten. Er ist anspruchsvoll zu segeln, stellt hohe physische und psychische Anforderungen an die Crew. Zudem gibt es FD-Regatten rund um die Welt", erklärt Albert. Ihr Boot wird oft weit vorn im Feld gesichtet. Voriges Jahr belegten beide Platz 1 bei der Regatta Tegernsee und beim Karwendel-Cup Achensee, einem Euro-Cup-Rennen. Beide Regatten und eine am Gardasee zählen zum Thermik-Cup. Da das schlechteste Einzelergebnis gestrichen wird, gewannen Albert/Merz automatisch auch den Pokal. Hinzu kam neben einem zweiten Platz auf dem Starnberger See Rang 12 bei der EM auf dem Balaton. "Eigentlich war es eine verkappte WM, denn die Konkurrenz kam aus der ganzen Welt und war sehr gut. Meist herrschte viel Wind, nicht unsere Traumbedingungen. Trotzdem landeten wir einen zweiten und einen dritten Tagesplatz", zeigt sich Merz zufrieden. In Deutschland stehen sie auf Platz 9 der FD-Rangliste. (udhe)

Rekordjahr begeistert Fans

Mannschaften: Der SV 04 Oberlosa ist dabei die Liga von hinten aufzurollen

Hinter dem SV 04 Oberlosa liegt das erfolgreichste Jahr in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga der Vereinsgeschichte. Das Team von Trainer Petr Hazl wurde mit zwei Punkten Rückstand auf Meister HC Elbflorenz Dresden II Zweiter. Da die Vogtländer eine überragende Saison ablieferten, galten sie vor dem jetzigen Spieljahr bei den meisten Handballfans als Aufstiegskandidat und Titelaspirant. Doch schnell machte sich im Oberlosaer Umfeld Ernüchterung breit, da die Hinrunde so gar nicht nach den Vorstellungen der euphorisierten Fans verlaufen wollte.

Als Vizemeister gestartet, fanden sich die Plauener zeitweilig auf dem zehnten Platz wieder. Verlor man in der gesamten Vorsaison lediglich vier Partien, waren diese vier Fehltritte diesmal bereits nach acht Spielen erreicht. Doch nach der abgeschlossenen Hinrunde läuft es wieder im Lager des SV 04. In den vergangenen fünf Spielen gingen die Oberlosaer viermal als Sieger aus der Halle, darunter ein 31:17 gegen den Tabellenzweiten Delitzsch. Zuletzt erreichten die Vogtländer ein 31:31-Unentschieden beim Tabellenführer Burgenland.

Die Spielpause zum Jahreswechsel scheint dem Team also gut getan zu haben. Trotz fortwährender Personalsorgen hat die Mannschaft zurück zu alter Stärke gefunden. In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, wo die Reise in dieser Saison noch hingehen kann. Als nächstes wartet das Derby gegen den HC Einheit Plauen auf die Männer von Petr Hazl, ehe es zum Tabellendritten Bad Blankenburg geht. Können die Oberlosaer ihre Serie ohne Niederlage fortsetzen, springen sie unter die Top 3. Geht es schief, muss der SV 04 den Blick wieder Richtung Mittelfeld richten. (czi)

Silbermedaille trotz Grippe

Jenny Nowak in Skispringen und Nordischer Kombination stets vorn dabei

Ihr letzter großer sportlicher Erfolg ist wenige Tage her: Bei den Olympischen Winter-Jugendspielen im schweizerischen Lausanne hat Jenny Nowak die Bronzemedaille in der Nordischen Kombination gewonnen. Die 17-jährige Sportlerin vom Bundesstützpunkt Klingenthal trainiert seit August 2015 im Vogtland. In Wettkämpfen startet sie beim Spezialspringen und in der Nordischen Kombination für den SC Sohland.

Auch vergangenes Jahr stand Jenny Nowak bei zahlreichen Wettbewerben auf dem Siegerpodest. Bei den Juniorenweltmeisterschaften im finnischen Lahti wurde sie grippegeschwächt in der Nordischen Kombination immerhin Neunte, im Teamspringen reichte es im Quartett mit Josephin Laue, Selina Freitag und Agnes Reisch noch zur Silbermedaille.

Ebenfalls silbern strahlte ihre Trophäe in der Gesamtwertung des Deutschlandpokals in der Nordischen Kombination. Dritte Plätze erreichte Jenny Nowak beim Sommer Grand Prix und im Continentalcup. Im Skispringen gewann die Schülerin den Alpencup der Juniorinnen. Für ihren Trainer Uwe Schuricht ist Jenny Nowak eine Ausnahmeathletin: "Sie ordnet alles andere ihrem Sport unter", lobt er. "Jenny war schon immer ein Talent. Sie ist sehr ehrgeizig und überaus diszipliniert. Was wir uns vornehmen, setzt sie im Wettkampf sehr gut um."

Der nächste Höhepunkt steht für Jenny Nowak bald an: Anfang März geht sie bei der Juniorenweltmeisterschaft in Oberwiesenthal an den Start. "Da wollen wir trotz der starken Konkurrenz aus Österreich, Norwegen und Japan eine Medaille holen", sagt Uwe Schuricht. (tgf)

Mit Bestzeit zum WM-Gold

Frauen: Geherin Brit Schröter vom LAV Reichenbach ist 13-fache Deutsche Meisterin

"Die zehn Kilometer von Torun waren eigentlich nicht für Bestzeiten ausgelegt. Der Pendelkurs war nicht gerade flach. Das Absperrband flatterte oft zwischen die Beine. Es gab keinerlei Zwischenzeiten, um sich orientieren können. Na ja, am Ende stand trotzdem eine Bestzeit und obendrauf der Weltmeistertitel. Das ist nicht logisch zu erklären", erinnert sich Brit Schröter an ihren größten Erfolg 2019.

Die 45-Jährige vom LAV Reichenbach hat sich seit gut 30 Jahren der Leichtathletik verschrieben, seit 2007 dem Gehen. Das liegt in der Familie. Auch Ehemann Uwe und Schwester Bianka Schenker sind auf flotten Sohlen unterwegs, haben schon zig nationale und internationale Titel eingeheimst. Langsam hat das Zählen aufgehört. "Inzwischen sind es bei mir 13 Deutsche Meistertitel und 26 internationale Medaillen. Jeder von uns hat seine eigene Sammlung. Nur die wertvollsten Preise hängen an der Wand", sagt die Heilerziehungspflegerin.

"Mir liegen die kürzeren Distanzen mehr und am liebsten auf der Bahn", räumt sie ein. Zur WM in Torun gewann sie auch den Titel über 3000 Meter Bahngehen und im Team Silber über besagte zehn Kilometer. "Und das nur elf Sekunden hinter Gold. Das sind etwa 30 Meter auf 30 Kilometer. Ganz schön eng!"

Nicht ganz so eng ging es bei anderen Läufen zu. Brit Schröter war über 3000 Meter Bahngehen Deutsche Meisterin und Landesmeisterin, Siegerin bei der Erfurter Stunde im 3000-Meter-Bahngehen und in Niederaichbach über die Fünf-Kilometer-Distanz, belegte zweite Plätze über fünf Kilometer in Podebrady und in Naumburg. (udhe)

Freude am Sport beflügelt

Philipp Dressel-Putz ist Deutscher Meister der Altersklasse 20 im Triathlon

"Mit der richtigen Ernährung kann im Sport viel herausgeholt werden", sagt Philipp Dressel-Putz, der an der Uni Potsdam Ernährungswissenschaften studiert. Er meint zudem: "Weniger ist manchmal mehr", denn der 22-Jährige trainiert aufgrund seines Studiums wesentlich weniger als viele Kontrahenten. "Dafür lieber gut und vor allem verletzungsfrei durchtrainieren. Kontinuität und Freude an meinem Sport sind mein Erfolgsrezept", sagt der Triathlet vom SC Plauen 06.

Mit vier, fünf Jahren hat der Plauener mit dem Schwimmen angefangen. 2009/10 wechselte er zum Triathlon. "Das hat mir auf Anhieb besser gefallen." Im Wettkampf mag er am liebsten das Laufen, obwohl auch das manchmal quälend sein kann. 2019 versuchte sich Philipp Dressel-Putz in Moritzburg erstmals auf der Halbdistanz (2 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen). "Da hab' ich mich nicht sonderlich vorbereitet. Schwimmen lief gut. Rad bis Kilometer 60 auch. Doch dann musste ich dem hohen Anfangstempo Tribut zollen, bekam Krämpfe. Aufgeben kam aber nicht in Frage. Da bin ich definitiv zu blauäugig rangegangen. Trotzdem wurde ich Sachsenmeister der Altersklasse 20."

2019 gab es aber noch mehr zu feiern: Dressel-Putz wurde Deutscher Meister der AK 20 über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen), Gesamtsieger bei den Triathlons in Pöhl und Pirk, Sieger beim Sandler-Cup in Schwarzbach, Dritter beim Knappenman bei Hoyerswerda. Hinzu kommen achtbare Resultate in der fast ausschließlich mit Profis besetzten 1. und 2. Bundesliga. (udhe)

Titelverteidigung anvisiert

Bogenschütze Mario Gloeden ist amtierender Deutscher Meister

Das Jahr 2019 hätte für Mario Gloeden vom Bogensportverein Plauen fast nicht besser laufen können. Erst holte er den Landesmeistertitel unter dem Hallendach, um das an der frischen Luft zu wiederholen. Nachdem er für die Auswahl der sächsischen Bogenschützen beim Deutschlandpokal starten durfte, sicherte er sich die Deutsche Meisterschaft mit seinem Compoundbogen in der 3D-Disziplin. Schon 2015 war er der Beste Deutschlands, damals noch mit dem Recurvebogen.

"Sportlich gesehen hatte ich ein sehr gutes Jahr. Allerdings gehört auch immer ein Quäntchen Glück dazu", erklärt Mario Gloeden, der einiges an Freizeit für den Sport opfert. Drei- bis viermal pro Woche spannt er seinen Bogen, um noch bessere Leistungen erzielen zu können. "Bogenschießen ist ein technisch anspruchsvoller Sport. Deswegen muss man immer dranbleiben, um die eigenen Bestleistungen zu steigern", so Gloeden. Wichtig sei es, Abläufe zu wiederholen und Konstanz zu finden, wenn man Pfeil auf Pfeil ins Ziel schießt.

So erfolgreich das Jahr 2019 auch für den Plauener lief, umso schwieriger wird es, diese Erfolge zu wiederholen. Den Landesmeistertitel in der Halle hat er bereits verteidigt. Am 21. März stehen dann die Deutschen Hallenmeisterschaften in Augsburg auf dem Programm, wo an ein einem besonders guten Tag auch etwas möglich ist, schätzt Gloeden ein. Das Highlight steht in Chemnitz an, wenn sich dort die Bogenschützenelite trifft um den Deutschen Meistertitel auszuschießen. Beim Schießen auf Tiernachbildungen möchte der BSV-Sportler möglichst seinen Titel verteidigen. (czi)

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