Klaffende Lücke ist jetzt dicht

Die Zweitliga-Ringer des AV Germania Markneukirchen haben das Vogtlandderby bei Rotation Greiz 16:10 gewonnen. Ein Schwergewicht prägt den gelungenen Saisonauftakt.

Greiz.

Schon beim Wiegen wurde deutlich: Markneukirchen war mit dem stärksten Aufgebot nach Greiz gekommen, während die Gastgeber auf Grund der polnischen Meisterschaften mit Lukasz Konera und Sebastian Jezierzansky auf zwei ihrer stärksten Ringer verzichten mussten.

Vier Mannschaftspunkte gab Germania im leichtesten Limit bis 57 Kilogramm schon an der Waage ab. René Roth stellte sich mit 60 Kilogramm und damit mit Übergewicht in den Dienst der Mannschaft und trat zum Freundschaftskampf gegen den starken Moldawier Vladimir Codreanu an. Doch dann sorgten die beiden Neuen Mindaugas Mizgaitis und Valerij Borgoiakov für die Markneukirchener Führung, die Lukasz Dublinowski und Roman Walter bis zur Pause auf 12:4 ausbauten.

Zum Anpfiff der zweiten Hälfte legte Francis Weinhold noch einmal nach und bezwang in einem von Taktik geprägten Kampf Tom Linke mit 2:0 Zählern, und auch Radoslaw Vasiliev behielt mit 6:4 Punkten gegen den Cottbusser Brian Tewes die Oberhand, der schon mehrere Jahre in Greizer Diensten steht.

Trotz des klaren 4:14-Rückstandes schöpften die Gastgeber noch einmal Hoffnung. Verantwortlich dafür war Martin Obst, mit dem die Greizer nach dem Rückzug des 1. Luckenwalder SC aus der 1. Bundesliga den derzeit besten deutschen Freistilringer zu sich lotsen konnten. Der spielte seine Stärken gegen Markneukirchens Routinier André Backhaus aus und gewann mit blitzschnellen Beinangriffen durch technische Überlegenheit.

Als der Greizer Weltergewichtler Daniel Sartakov einen knappen 5:2-Sieg gegen den stark kämpfenden Julian Gebhard verbuchte, war Greiz mit 10:14 wieder an den Markneukirchenern dran. Svilen Kostadinov sollte den Sieg für die Obervogtländer in trockene Tücker bringen, was der Bulgare, der 2015 bei den European Games den fünften Platz belegte, mit einem sicheren 6:0-Punktsieg auch tat. Der 16:10-Sieg wurde von den vielen mitgekommenen Markneukirchener Fans gebührend gefeiert. "Dass Greiz seine starken Polen nicht zur Verfügung hatte, kam uns natürlich entgegen, insgesamt waren es spannende- und sehr faire Kämpfe", freute sich Markneukirchens Trainer Andy Schubert über den zweiten Sieg im zweiten Kampf.

Erfolgreichen Einstand feierte bei Germania Schwergewichtler Mindaugas Mizgaitis. Nachdem er zum Saisonstart beim KFC Leipzig den ehemaligen tschechischen Auswahlringer Vojtech Kukla bezwang, stellte der Litauer mit seinem Überlegenheitssieg über den Greizer Boris Eisenstein die Weichen in Richtung Mannschaftserfolg. Mizgaitis kam vom Deutschen Vize-Mannschaftsmeister SV Germania Weingarten nach Markneukirchen und füllt dort eine lange klaffende Lücke, denn meist gingen die Punkte im schwersten Limit zuletzt an die Gegner.

Der 36-jährige Litauer kämpft seit 1998 auf internationalen Matten. Seinen größten Erfolg feierte Mizgaitis mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Auch seine jüngsten Erfolge können sich sehen lassen: 2014 holte er den Titel des Militär-Weltmeisters, bei den Weltmeisterschaften 2015 in Las Vegas wurde Mizgaitis Elfter. Zahlreiche Medaillen und Pokale gewann der Schwergewichtler bei internationalen Wettkämpfen. Beim hoch dotierten Grand Prix von Ungarn holte er 2016 Bronze.

"Mindaugas Mizgaitis hilft uns im schwersten Limit weiter, in dem wir in den vergangenen Jahren immer mit einem hohen Rückstand in die Zweitligaduelle gingen. Mit seinen Siegen bringt er Sicherheit in die Mannschaft", so Trainer Andy Schubert. Die Woche zwischen den Kampftagen verbringt Mizgaitis in Aalen, wo sein Landsmann Mantas Knystautas um Punkte in der 1. Bundesliga kämpft. Im Nationalteam Litauens will Knystautas den Markneukirchener beerben, doch noch ist Mindaugas Mizgaitis der Stärkere und Litauens Nummer 1.

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