KSV blickt auf 110 stolze Jahre zurück

1909 wurde mit dem ASV der erste Pausaer Ringerverein gegründet. Er durchlebte seitdem viele Höhen und einige Tiefen. Das nächste Großereignis steht schon vor der Tür.

Pausa.

Im März wird der KSV Pausa erneut Gastgeber für ein großes Turnier sein. Der Deutsche Ringer-Bund hat die Deutschen Meisterschaften der Junioren vom 22. bis 24.März ins Vogtland vergeben. Nach 2009, 2011, 2013, 2015 und 2017 ist es das sechste Großereignis, das der KSV Pausa im Zweijahresrhythmus ausrichtet.

Für Vereinschronist Horst Steinert ist das Anlass, auf die Entwicklung des Ringkampfsports in Pausa seit der Vereinsgründung vor 110 Jahren 1909 zurückzublicken. Die Geschichte des KSV wurde von Höhen und Tiefen gezeichnet. Eine erste Idee zur Gründung eines Ringervereins gab es in der Stadt bereits im Jahr 1907. Jedoch erklärten sich zu diesem Zeitpunkt zu wenige Mitglieder zu diesem Schritt bereit. Zwei Jahre später kam es zur Gründung des ASV Pausa. In ihm versammelten sich die Sportarten Ringen, Gewichtheben und Rasenkraftsport, sowie Boxen und Leichtathletik.

Im Ersten Weltkrieg ließen 27Vereinsmitglieder ihr Leben. Dennoch blieb der Verein in seinen Strukturen erhalten. Im Jahr 1928 kam es zu einer Kampfabstimmung, ob der ASV Pausa als eigenständiger Verein weiter bestehen oder es zu einer Unterordnung und somit einer Mitgliedschaft im Deutscher Turnerbund kommen soll. 34 Mitglieder stimmten für das Bestehen im Turnerbund, 30 dagegen. Im gleichen Jahr wurde zudem ein Vereinssportheim, das sogenannte Ringerheim, gekauft.

1933 mit dem Eintritt in den Reichssportbund änderte der ASV Pausa seinen Namen in KSV. Im Zweiten Weltkrieg ließen 26 junge Ringer ihr Leben. Nach der Befreiung Deutschlands durch die Alliierten erfolgte im Jahr 1947/48 die Enteignung des Ringerheimes, da der KSV im Reichssportbund der Nationalsozialisten mitgewirkt hatte.

Von 1952 bis 1958 kämpfte eine erste Männermannschaft sehr erfolgreich in der Oberliga der DDR. Nachdem 1966 keine Männermannschaft mehr am Wettkampfbetrieb teilnahm, kämpfte ab 1968 erneut eine Mannschaft in der DDR-Gruppenliga Süd. Anschließend gelang den Ringern 1974 der Aufstieg in die DDR-Liga, in der man 1977 Meister wurde und somit in die Oberliga aufstieg. Dort feierten die Pausaer in den Jahren 1979, 1981 und 1983 den Titelgewinn als Mannschaftsmeister. Zwischen 1978 und 1990 erkämpften die Ringer aus dem Vogtland vier Vizemeistertitel sowie einmal Bronze.

1985 traten Streitigkeiten innerhalb des Vereines -damals die Sektion Ringen der BSG Chemie Pausa - auf, bei denen es zu einer Abstimmung kam, ob in Pausa zukünftig zwei voneinander unabhängige Ringervereine existieren sollten. Die Mehrheit der Mitglieder entschied sich jedoch gegen die Teilung.

Zu DDR-Zeiten gewannen die Pausaer Ringer insgesamt 61 DDR-Meistertitel sowie 24-mal Silber und 20-mal Bronze, aber auch 14 Spartakiadesiege, zwölfmal Silber und sechsmal Bronze. Bei DDR-Bestenermittlungen errangen die KSV-Sportler weitere 42 Titel sowie 38 Silbermedaillen. Bronzemedaillen wurden fünfmal erkämpft. Die Jugendmannschaft gewann den Pokal der Freien Deutschen Jugend, der mit einer Jugend-Mannschaftsmeisterschaft gleichzusetzen war. Der KSV Pausa erhielt in diesem Zeitraum zudem die dreimalige Auszeichnung als bester Ringerverein der DDR. Zudem wurden 40 junge Sportler an Sportschulen delegiert.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 ging die Sektion in die Eigenständigkeit unter dem Namen KSV Pausa über. Seither kämpften die Ringer 17 Jahre in der 2. Bundesliga, neun Jahre in der Regionalliga und zwei Jahre in der 1.Bundesliga. Aus der zieht sich der Verein mit dem Ende der vergangenen Saison zurück. Künftig gehen die Pausaer in der Regionalliga Mitteldeutschland auf Punktejagd. "In unserer Vereinsgeschichte musste schon oft ein Schritt zurückgegangen werden, um mit frischen Kräften neu durchzustarten", so Chronist Horst Steinert,

Zwischen 1990 und 2018 gewannen Pausaer Ringer neun Deutsche Meistertitel, 14-mal Silber und 17 Bronzemedaillen, einen PolizeiEuropameistertitel und einen Grand Prix von Deutschland. Außerdem konnte die Jugendmannschaft den Deutschen Vizemeister sowie zwei Mitteldeutsche Meistertitel erkämpfen. Der KSV erhielt gleich zweimal die Auszeichnung Grünes Band für gute Nachwuchsarbeit. Er war in seiner Geschichte Ausrichter von fünf Deutschen Meisterschaften und eines Weltpokalturniers, bei denen etwa 100 Helfer tatkräftige Unterstützung leisteten. Ein gut funktionierender Vorstand liefert ausgezeichnete Resultate in sämtlichen Bereichen, noch nie schrieb der Verein rote Zahlen in seiner bisherigen Finanzpolitik.

Acht Ringer wurden auf Grund guter Leistungen an die Leistungszentren nach Chemnitz und Leipzig berufen. Allein zwölf junge Ringer nehmen in diesem Jahr an den Deutschen Meisterschaften teil, so viele wie kaum ein anderer Verein in Deutschland zu den nationalen Titelkämpfen entsenden kann, verwies der Vereinsvorsitzende Ulrich Leithold kürzlich auf der traditionellen KSV-Gala. 16 Übungsleiter kümmern sich um die Pausaer Sportler. Derzeit beleben zudem 40alte Athleten den Verein mit Tradition.

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