Liga zittert nach drei Absagen um Fortsetzung

Ringen, 1. Bundesliga: Markneukirchen unterliegt in Schorndorf 6:18

Markneukirchen.

Aufsteiger AV Germania Markneukirchen hat am 3. Kampftag der Vorrundengruppe Südost beim Titelaspiranten ASV Schorndorf eine klar anmutende 6:18-Niederlage hinnehmen müssen, doch hat sich das Team des Trainergespanns Backhaus/Schubert auch bei den selbst ernannten "Spartanern" mit vier Siegen überaus gut verkauft. In der Halle fehlte die Kulisse, nach stark erhöhten Infektionszahlen rings um Stuttgart waren keine Zuschauer zugelassen.

"Dass es hier ähnlich schwer wird wie vor einer Woche gegen Burghausen wussten wir, doch kann man mit den vielen spannenden Begegnungen, in denen sich unsere Athleten überaus gut verkauft haben, sehr zufrieden sein", lobte André Backhaus den Kampfgeist seines Teams, das bis zum Halbzeitstand von 4:5 für Spannung sorgte.

Das erste Achtungszeichen setzte Rasvan Kovacz (57 kg), der im ersten Kampf den starken Türken Engin Cetin durch eine konzentrierte Leistung 6:1 bezwang. Der Rumäne brachte Markneukirchen mit 2:0 Mannschaftspunkten in Führung. Schwergewichtler Franz Richter (130 kg) legte nach. Dabei stand er keinen Geringerem als dem Bronzemedaillengewinner der diesjährigen Europameisterschaft, Jello Krahmer gegenüber. Beim Stand von 1:1 durch Verwarnungspunkte vergab Kampfrichter Peter Stefanov eine weitere Verwarnung an Richter. Krahmer führte damit kurz vor Kampfende 2:1, als Richter im Endspurt einen Angriff am Mattenrand ansetzte. Krahmer trat dabei ins Aus, der Markneukirchener bekam den Punkt zum 2:2 zugesprochen und gewann damit durch die zuletzt vergebene Wertung.

Nach dem 0:8 von Dustin Scherf (61 kg) gegen den rumänischen Spitzenringer Raszvan Arnaut sorgte Ahmet Bilici (98 kg) mit seinem Sieg über Ertogrul Agca für die erneute Führung der Vogtländer. Der Markneukirchner Zugang aus Hallbergmoos hatte mit dem jungen Auswahlringer einen Nachwuchsathleten vor der Brust, der 2019 EM-Bronze bei den Junioren geholt hatte. Bilici erkämpfte ein 3:3 und gewann wie Richter durch die zuletzt vergebene Wertung. Stefan Coman verlor seinen ersten Saisonkampf 1:6 gegen den Welt- und Europameister der Kadetten von 2016, Hamza Alac aus der Türkei. Damit stand es zur Pause aus Sicht der Germanen 4:5.

Dann ließ Schorndorf die Muskeln spielen und zeigte, warum der ASV zu den Titelaspiranten zählt. Bogdan Eismont (86 kg) unterlag nach einem Wurf seines Gegners Nico Brunner auf Schulter. Maximilian Simon (71 kg) verlor nach einer 4:0-Führung gegen Abdolmohammad Papi, dem Trainingspartner des dreifachen Weltmeisters Frank Stäbler, noch mit 4:13, während Julian Gebhard (80 kg) beim vorzeitigen 0:18 die technische Überlegenheit von Benjamin Sezgin anerkennen musste. Auch William Stier (75 kg), der für den verletzten Brian Bliefner einsprang, unterlag gegen den Russen Shamil Ustaev knapp 4:7, ehe Christian Fetzer (75 kg) mit einem Sieg im letzten Duell noch einmal etwas Ergebniskosmetik zum 6:18-Endstand gelang.

Mit einem Sieg und zwei Niederlagen belegt Aufsteiger Markneukirchen den fünften Platz in der Vorrundengruppe Südost. Wobei offen ist, ob und wie es in der Ringer-Bundesliga weitergeht. In der Gruppe Südwest fielen alle drei Begegnungen wegen Corona-Infektionen aus. Auf einer Videokonferenz aller 16 Bundesligisten am Dienstag soll nun darüber beraten werden.

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