Perfekter Lauf käme jetzt genau richtig

In Topform fährt Sprinterin Laura Seidel zur Deutschen U-20-Meisterschaft nach Ulm. Am meisten rechnet sie sich auf der 200-Meter-Strecke aus.

Falkenstein.

Die schnellsten Läufe der Saison sollen es am Freitag und Samstag im Donaustadion Ulm werden. Das hat sich Laura Seidel von der LSG Auerbach für ihre Starts bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaft der Altersklasse U 20 fest vorgenommen. Klingt logisch und plausibel für den Saisonhöhepunkt, doch entpuppt sich das in der Tat für die 18-Jährige als extrem ehrgeiziges Vorhaben. Schließlich hat sie ihre Bestzeiten sowohl über 100 als auch 200 Meter dieses Jahr schon zum Teil erheblich verbessert. Bei den Mitteldeutschen Meisterschaften in Dessau schraubte sie erst am 6. Juli ihren persönlichen 100-Meter-Rekord auf 11,92 Sekunden, wenige Wochen zuvor verbesserte sie bei den Kreis-Kinder-und-Jugend-Spielen in Falkenstein ihre 200-Meter-Bestleistung und damit auch den Kreisrekord auf 24,55 Sekunden.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich über 100 Meter mal unter 12 Sekunden laufe", gibt die Falkensteinerin zu, die von ihren großen Leistungsfortschritten in diesem Jahr selbst etwas überrascht scheint. Trainerin Juliane Horn macht die Entwicklung an Details fest, an denen sie mit Laura Seidel zwei-, dreimal die Woche im Falkensteiner Stadion feilt. "Technik, Schrittfrequenz, Schnelligkeit - wobei bisher noch kein perfekter Lauf dabei war", räumt sie in gleichem Atemzug ein.

Will heißen: Das Vorhaben, bei den Deutschen Meisterschaften noch einen Tick besser zu sein, ist so unrealistisch nicht. Zumal sie eine besondere Eigenschaft ihrer Sportlerin ins Kalkül zieht. "Ich weiß auch nicht immer, wie sie das macht, aber Laura kann sich im Wettkampf immer noch einmal steigern. Sie ist wirklich ein professioneller Wettkämpfer." Ganz offensichtlich kann die sich da ganz besonders fokussieren, vor allem aber auf der Bahn auch extrem motivieren.

Wobei die Atmosphäre bei einer Deutschen Meisterschaft mit großem Medieninteresse und mehr Besuchern als sonst auf den Rängen schon noch einmal etwas anderes ist. "So ganz kalt lässt mich das nicht, unmittelbar davor wächst schon die Anspannung", räumt die Sprinterin ein.

Für Ulm rechnet sich Laura Seidel auf der 200-Meter-Strecke die größeren Chancen aus. In Deutschland gehört sie mit ihrer Bestzeit in diesem Jahr zu den Top 15 der Altersklasse U 20, in Sachsen ist sie die Zweitbeste. "Über 200 Meter möchte ich gerne den Endlauf erreichen. Über 100 Meter wird das wohl schwer, da wäre es schön, wenn ich es bis ins Halbfinale schaffe." Die 200-Meter-Läufe sind für Samstag angesetzt, die 100-Meter-Läufe für Freitag.

Wie immer es am Wochenende auch ausgeht - die Starts in Ulm sind die Krönung einer nun schon zehn Jahre andauernden Sportlerkarriere. Als sich Laura Seidel als Achtjährige das erste Mal vorstellte, waren die Trainer noch skeptisch, ob Leichtathletik das Richtige ist, erinnert sie sich schmunzelnd. Nach wenigen Übungen waren sie allerdings überzeugt, dass da ein Talent heranwachsen könnte. Inzwischen ist sie es, zu der die bis zu 20 Sportler, die zu den Trainingsstunden der LSG Auerbach im Falkensteiner Stadion zusammenkommen, aufschauen. Laura Seidel hat inzwischen selbst als Übungsleiterin für Kleinere Verantwortung übernommen.

Am Donnerstag macht sich Laura Seidel mit Juliane Horn auf den Weg nach Ulm in der Hoffnung, auf der ihr bisher unbekannten Anlage vor den Wettkämpfen noch etwas trainieren zu können. Mit den Deutschen Meisterschaften ist für die 18-Jährige die Freiluftsaison so gut wie vorbei. "Dann geht es in Urlaub. Danach beginnt schon die Vorbereitung auf die Hallensaison."


LAV-Duo hat Medaillenchance

Mit Julian Gering und Tom Förster vom LAV Reichenbach starten am Wochenende auch zwei hoffnungsvolle 17-jährige Mittelstreckler bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm. Julian Gering (Foto oben), der 2018 über 3000 Meter Silber gewann, steht als derzeit viertbester Deutscher über 1500 Meter der Altersklasse U 18 mit 4:00,20 Minuten auf Platz 2 der Meldeliste und ist damit aussichtsreicher Medaillenkandidat. Das gilt auch für seinen Trainings- und Vereinskamerad Tom Förster (Foto unten), der zwar die 1500 Meter dieses Jahr schon unter vier Minuten lief und national einen Rang vor Gering gelistet ist, aber diesmal auf die Distanz von 3000 Metern ausweicht. Dort steht der drittbeste Deutsche mit einer Zeit von 8:39,90 Minuten ebenfalls an Position 2 der Meldeliste. Diese sehr gute Ausgangssituation wollen beide natürlich in Edelmetall ummünzen. Allerdings sind die Erwartungen bei Trainer Udo Hendel etwas gedämpft, denn beide sind nicht zu 100 Prozent fit. Gering hat gerade eine Zerrung überwunden, Förster kämpft mit einem leichten Infekt. Der Rennverlauf wird zeigen, was möglich ist. An Kampfgeist fehlt es beiden jedenfalls nicht. Sie werden das Vogtland würdig vertreten, da ist sich ihr Trainer, der als Jugendlicher selbst Mittelstreckler war, sicher. (usö)

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