Plauener Topläufer pulverisiert Bestzeit

Leichtathletik: Gering über 10 Kilometer in Dresden schnell wie nie

Plauen.

Um fast zwei Minuten hat Julian Gering von der LG Vogtland am Sonntag beim Invitational Run in Dresden seinen persönlichen Rekord im 10-Kilometer-Lauf verbessert. Seine 31:33 Minuten bedeuteten für den 18-jährigen Plauener, der beim LAV Reichenbach von Udo Hendel trainiert wird, im Feld von internationalen und nationalen Topathleten mit Rang 16 einen Platz im Mittelfeld. Zuvor stand seine Bestzeit, gelaufen bei den Vogtlandmeisterschaften im September in Lengenfeld, bei 33:28,3 Minuten. Gering lief in Dresden die drittbeste Zeit Starter der Altersklasse U 20. "Für mich waren dieser Lauf und die Möglichkeit, noch einmal eine schnelle 10-Kilometer-Straßenlaufzeit abliefern zu können, extrem wichtig, da mein Frühjahr verletzungsbedingt suboptimal lief. Mit dem Aufbau der Grundlagenausdauer bin ich auf einem guten Weg für die nächste Saison, in der ich verstärkt die Hindernisdistanz angehen möchte", ordnet Bundeskaderathlet Gering das Ergebnis ein.

Beim Invitational Run handelte es sich um einen reinen Elitelauf mit den Distanzen 10 Kilometer, Marathon und Halbmarathon. Auf Gerings Strecke wurde nicht nur ein schwedischer Rekord, sondern auch eine deutsche Jahresbestzeit durch Simon Boch (Regensburg) in 28:10 Minuten aufgestellt.

Julian Gering ist natürlich klar, dass kontrovers diskutiert wird, wenn einige wenige Sportler weiter Wettkämpfe bestreiten dürfen, während für Millionen von Freizeitsportlern ein Lockdown gilt. "Wettkämpfe sind für Profiläufer Teil des Arbeitsalltages, ohne die Möglichkeit von Wettkämpfen entfällt die Sichtbarkeit der Sportler, die von Sponsoren gefordert wird beziehungsweise die Sportler für Sponsoren attraktiv macht. Außerdem wäre es bei einer Rückkehr zur Normalität fatal, über Monate keine Wettkämpfe bestritten zu haben, da dann geforderte internationale Normen nicht erbracht wurden, keine Wettkampfroutine mehr vorhanden ist und generell die Trainingsmotivation gelitten hat. Zudem steht hinter Profi- und Kaderathleten oftmals ein größeres Team aus Trainer, Betreuer, Physiotherapeuten, die alle von der Konkurrenzfähigkeit der Athleten abhängig sind", wirbt der Plauener um Verständnis.

Die vergangenen Monate hätten zudem gezeigt, dass Veranstaltungen im Freien eher geringe Infektionsherde sind. Daher bringen zahlreiche Hobbysportler Unverständnis und Enttäuschung über ausgefallene Wettkämpfe und Trainingsmöglichkeiten zum Ausdruck. "Der Frust ist absolut verständlich, sowohl für die Athleten als auch für Laufveranstalter, zumal viele Vereine und Eventagenturen an ausgeklügelten Hygienekonzepten gearbeitet haben. Anders als bei Profisportlern sind ausgefallene Läufe für Hobbyathleten jedoch nicht existenzbedrohend. Zudem sind Freizeitläufer nicht auf Kader- und Qualifikationsnormen angewiesen, die nur bei offiziellen Läufen erreicht werden dürfen. Daher können sie beispielsweise zur Aufrechterhaltung der Motivation und des Rhythmus auch an den zahlreichen Virtual Runs teilnehmen", ist Gerings Meinung dazu.

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