Ringer-Ikone: 80. Geburtstag mit vielen Emotionen

Worüber sich Hansjörg Spatschke freute und was ihn traurig stimmte

Plauen.

Riesenandrang gab es am Samstag im Hause Spatschke in Plauen, wo Ringer- und Kampfrichter-Ikone Hansjörg Spatschke seinen 80. Geburtstag feierte. Kampf- und Weggefährten gaben sich die immer wieder desinfizierte Klinke in die Hand, um zu gratulieren. "Ich weiß gar nicht, wohin mit den vielen Geschenken", freute sich der Jubilar, der am 27. Juni 1940 in Plauen geboren wurde, über die Anerkennung aus den Vereinen, für die er viele Jahre wirkte. Einer konnte allerdings nicht mehr mit Hansjörg Spatschke feiern. Der einstige Vorstand des ASV Plauen, Peter Tannert, war am Tag vorher nach langer Krankheit gestorben. "Wir haben an ihn gedacht und auch eine Schweigeminute eingelegt", konnte Hansjörg Spatschke seine Tränen nicht unterdrücken.

Die sportliche Laufbahn von Hansjörg Spatschke begann im Juli 1948 bei der BSG Motor Nord Plauen in der Sektion Schwerathletik, in der neben Ringen auch Gewichtheben und Boxen beheimatet waren. "Ich habe alle Sportarten durchlaufen, bin dann aber bei den Ringen hängen geblieben", so der Jubilar, der immer einen Blick für die Gewichtheber übrig hat, da sein Vater Paul Spatschke noch mit Kurt Helbig, dem Olympiasieger von 1928, in einer Mannschaft stand und die Drähte zum AC Atlas heute noch glühen.

Als Ringer trainierte Hansjörg Spatschke zwischen 1958 und 1960 beim ASK Leipzig. Dann zog es ihn aber zurück ins Vogtland, wo er zunächst mit Peter Tannert und Bringfried Zschäck die Mannschaft von Traktor Weischlitz bis in die DDR-Liga führte. Er war 1979 Mitbegründer des ASV Plauen. Gute Verbindungen gab es nach Pausa, wo Hansjörg Spatschke im Vorstand tätig war und später den Vorsitz der Alten Pausaer Athleten übernahm. Ringen und Gewichtheben haben das Leben von Hansjörg Spatschke bestimmt und geprägt, der für seine Aktivitäten viele Ehrungen erhielt. So konnte er den vielen Geburtstagsgästen Ehrennadeln des DTSB der DDR, des Deutschen Ringer- Verbandes der DDR, des ASV Vorwärts und des KSV Pausa präsentieren.

Seinen letzten Einsatz als Aktiver hatte Hansjörg Spatschke bei der Masters-WM 1992 in Bukarest. "Eigentlich begleitete ich wie so oft meinen Sohn Andreas zu den Welttitelkämpfen der Masters, wo ich dann vor Ort überredet wurde mitzumachen", schüttelt Hansjörg Spatschke heute noch den Kopf, zeigt jedoch stolz die Urkunde für den 6. Platz, den er vor 28 Jahren ohne Vorbereitung erkämpfte.

Seit 1990 ist Hansjörg Spatschke Ehrenmitglied bei den Gewichthebern des AC Atlas Plauen, 2005 wurde er beim KSV Pausa zum Ehrenmitglied berufen. Auch der Ehrenpokal des KSV Pausa zum 100-jährigen Vereinsjubiläum 2005, zur "Anerkennung für besondere Verdienste" bekam seinen Ehrenplatz im kleinen Arbeitszimmer. Ganz besonders freut sich der Jubilar, dass der Name Spatschke mit John-Paul weiter in den Ergebnislisten stehen wird. Das Talent der vierten Spatschke-Ringer-Generation schlug einen leistungssportlichen Weg ein und wechselt nun von der Nachwuchs-Sportschule Chemnitz an den Bundesstützpunkt nach Leipzig.

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