Ringer melden sich eindrucksvoll zurück

Der Schultererfolg von Kevin Lucht brachte Bundesligist Pausa/Plauen den Sieg in Lübtheen. Die Sensation bahnte sich früh an.

Lübtheen.

Der Blick in die Ergebnislisten der 2. Ringer-Bundesliga dürfte bei manchem Anhänger am Wochenende ungläubiges Staunen hervorgerufen haben. Besonders ein Resultat stach ins Auge: die Wettkampfgemeinschaft (WKG) Pausa/Plauen hat bei Favorit RV Lübtheen überraschend 18:12 gewonnen. Nach vielen bislang glücklosen Auftritten packten die Vogtländer diesmal ordentlich zu und boten den mitgereisten 50 Fans sowie den restlichen 450 Zuschauern eine tolle Vorstellung. Vor allem in den unteren Gewichtsklassen brannten die WKG-Ringer ein Feuerwerk ab.

So führten die Gäste nach der ersten Hälfte des Kampfabends bereits 13:3. Pierre Vierling hatte im Auftaktkampf nach nicht einmal zwei Minuten 16:0-Wertungspunkte gesammelt, im Schwergewicht vertrat Dawid Peplowski seinen verletzten Landsmann Adam Filipczak ausgezeichnet und holte einen 5:3-Punktsieg. Dawid Romanowicz tat es Vierling gleich und gewann fast schon spielerisch nach technischer Überlegenheit. Friedrich Fouda wehrte sich in seinem ersten Saisonkampf für das Bundesligateam tapfer, musste beim 0:12 aber drei Mannschaftspunkte abgeben. Der Ungar Mate Krasznai zeigte nach kritischen Stimmen über seinen Auftritt vor einer Woche in Pausa sein wahres Können und stellt die klare Gästeführung her.

Im zweiten Abschnitt wurde es noch einmal spannend. Zalik Sultanov verlor zwar 4:6, gab aber nur einen Zähler ab. Eryk Maj setzte sich danach gegen seinen Gegner 4:2 durch und stellte den alten Abstand wieder her. Felix Kästner sollte Maximilian Schwabe vertreten, der zum Trainingslehrgang in Schifferstadt weilt und dort um eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft der nicht-olympischen Gewichtsklassen kämpft. Doch der Zweimeterhüne ging angeschlagen in den Kampf gegen den dänischen Auswahlringer Rajbek Bisultanov und gab gleich zum Beginn des Duells auf. Beim Stand von 14:8 für die WKG ging es in die letzten beiden Duelle. Da Lübtheens Zugang Karan Mosebach den WKG-Ringer Paul Fischer 17:1 auspunktete, führten die Gäste nur noch 14:12.

Sebastian Nowak wollte für Lübtheen das Steuer gegen Kevin Lucht im letzten Kampf noch herumreisen. Bis 20 Sekunden vor Kampfende führte er 8:1, was ein 14:14-Unentschieden bedeutet hätte. Nowak griff noch einmal an, wollte mit einem weiteren Punkt den Gesamtsieg für seine Mannschaft. Doch Kevin Lucht konterte und schulterte seinen Gegner, der sich bei der Aktion verletzte. Das Kampfgeschehen stand damit auf den Kopf - die im Bus mitgereisten WKG-Fans ebenso, ihr Team hatte damit den 18:12-Gesamtsieg aus dem Feuer gerissen, der mit Fug und Recht als Sensation bezeichnet werden darf. "Mir ist ein ganzes Gebirge vom Herzen gefallen. Endlich, endlich haben wir auch mal einen knappen Kampf gewonnen", sagte Trainer Silvio Hoffmann im Anschluss, der schließlich in den Jubel der Fans mit einstimmte. Sie hatten den Auswärtskampf in Lübtheen in einen Heimkampf verwandelt.

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