Rückkehr ins Training sehnlichst erwartet

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Eine Rückkehr in die Halle wird es für die Volleyballer diese Saison nicht mehr geben. Deshalb richten sie ihre Hoffnungen auf den Beachvolleyball im Sommer. Auch eine Idee aus Thüringen empfiehlt sich zur Nachahmung.

Oelsnitz/Plauen/Reichenbach.

Seit einigen Tagen haben die Volleyballer Gewissheit: Die im Herbst abgebrochene Saison 2020/21 wird von der 3. Liga über die Regionalliga bis hin zu den Wettbewerben auf Landesebene nicht wieder aufgenommen. Eine Entscheidung, die bei den vogtländischen Spitzenvereinen in Oelsnitz, Reichenbach und Plauen keinen mehr überraschte. Auf- und Absteiger wird es ebenso wie Meister nicht geben. Alle Mannschaften, die 2020/2021 für die Regionalliga beziehungsweise 3. Liga spielberechtigt waren, können diese Spielberechtigung für die Saison 2021/ 2022 bis zum 15. Mai beantragen.

Das betrifft auch die Männermannschaft des VSV Oelsnitz, die zu Saisonabbruch auf Platz 8 der Regionalliga Ost stand, die zwölf Mannschaften zählt. Gerade einmal fünf Partien hatten die Männer von Trainer Alexander Krug absolvieren können. Vier von ihnen gewannen sie, nur eine Begegnung ging verloren. Ein einziger weiterer Sieg hätte im engen Klassement zu einem Spitzenplatz gereicht. Doch die gewonnenen Spiele und Sätze sind nun ohnehin Makulatur.

"Es hat sich ja angedeutet", sagt Alexander Krug. "Es gab zwischendurch schon Informationen vom Verband, in welche Richtung die Sache läuft." Aus Krugs Sicht sei eine Weiterführung der Saison utopisch. "Wir haben jetzt Anfang März, trainieren seit Monaten nicht mehr. Für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs bräuchte man eine gewisse Vorlaufzeit, um wieder zusammenzufinden. Vor Mai ginge da sowieso nichts."

Krug sieht selbst die sommerliche Beachvolleyballsaison und die kommende Hallenspielzeit noch lange nicht in trockenen Tüchern. "Im Juni oder Juli wird es eine Staffeltagung geben, auf der sicher mehrere Varianten diskutiert werden, ob und wie es weitergeht. Aber das ist alles Zukunftsmusik und noch sehr weit weg. Wir wären schon froh, wenn wir wenigstens wieder unter gewissen Bedingungen unseren Sport ausüben dürften und den persönlichen Kontakt untereinander nicht ganz verlieren."

Die lange Zwangspause vom Sport versuchen die Sachsenliga-Volleyballerinnen aus Reichenbach und Plauen auf unterschiedliche Art zu meistern. Bei den Reichenbacher Wildcats wird trotz Lockdown an zwei festen Terminen pro Woche für das Online-Training festgehalten. "Im Mittelpunkt stehen Übungen für die Fitness, Kraft und Stabilität. Die Mädels lassen sich zudem immer wieder kleine Wettbewerbe einfallen, die wir dann online auswerten. So versuchen wir, die Motivation hochzuhalten", sagt Trainer Frank Sommer. Letzteres falle nicht sehr schwer, da Sportler von Haus aus oft ehrgeizig seien. "Es wollen ja auch alle fit bleiben und sich wenigstens ab und an mal auspowern."

Aktiv sein und in Zeiten von Homeoffice sowie Studium in den eigenen vier Wänden für ausreichend Bewegung sorgen, steht auch bei den Spielerinnen des SV 04 Oberlosa ganz oben auf dem Wochenplan. Feste Trainingszeiten gibt es für die Mannschaft aber nicht. "Wir halten uns alle individuell fit, hauptsächlich über Youtube-Workouts und zum Beispiel Joggen gehen. Zudem schickt uns Claudia Roßbach, die auch sonst fürs Athletiktraining zuständig ist, immer mal Videos", sagt SV-Kapitänin Paula Rohleder. Vor kurzem absolvierte das Team zudem gemeinsam eine Online-Einheit beim Bootcamp Plauen.

Neben dem Sport fehlt beiden Mannschaften vor allem das Gemeinschaftsgefühl. Die Reichenbacherinnen bleiben nach den Onlineeinheiten meist noch länger vor ihren Bildschirmen, um sich auszutauschen. Über die sozialen Medien ist man auch beim SV 04 Oberlosa oft in Kontakt. "Wir kennen uns alle über viele Jahre und sind wie eine große Familie. Es zehrt so langsam wirklich an den Nerven, dass man nicht in die Halle kann. Das Bedürfnis, an den Ball zu hauen, ist groß", betont Paula Rohleder.

Die Stimmung ist natürlich auch bei den Männern von Sachsenliga-Aufsteiger VSV Eintracht Reichenbach gedämpft. Nach drei Spielen, von denen eines gewonnen wurde, stand er auf Platz 7 der Zehner-Staffel. "Die Absage war zu erwarten. Der Zeitplan, um die Saison noch abschließen zu können, war doch gar nicht mehr umsetzbar", sagt Trainer Mario Walden. Der hält so gut es geht über elektronische Medien Kontakt zu seinen Spielern und hofft, sie zumindest zum Training möglichst bald wieder begrüßen zu können.

"Ansonsten beschäftigen wir uns mit der Vorbereitung auf die Beachvolleyballsaison. Wir wollen wieder ein großes Turnier und ein dreitägiges Beachcamp im Freibad Oberreichenbach organisieren." Der Beach-Cup für Frauen und Männer ist für den 24. Juli geplant. Dabei sollte es nach Mario Waldens Ansicht nicht bleiben. Eine Idee aus Thüringen - der Eintracht-Trainer wohnt in der Nähe von Greiz - empfiehlt sich aus seiner Sicht für die Nachahmung in Sachsen. "Die Thüringer haben für den Neustart im Volleyball eine Sommerliga ausgeschrieben, die ich mir auch bei uns gut vorstellen könnte." Gespielt werden soll dabei sobald als möglich sowohl in der Halle als auch auf Sand oder Rasen jeweils in Vierer-Mannschaften. Das Besondere: Es sind keine Spielerpässe erforderlich, es fallen keine Meldegebühren und keine Startgelder an. Der Spielausschuss des Thüringer Volleyball-Verbands kümmert sich um Spielmodus und Termine und nimmt die Meldungen entgegen. Die Mannschaften werden dann entsprechend ihren Leistungsklassen eingeteilt. Gespielt werden soll von Mai bis August entweder in Tagesturnieren oder in Turnierserien. Einzige Voraussetzung: Ausrichter und Teilnehmer müssen einem Mitgliedsverein des Landesverbandes angehören.

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