Schachmiezen inmitten der Weltklasse

Zum Bundesliga-Finale in Berlin setzten die Spitzenklubs mehrere Weltmeister ein. Rodewisch gelang eine kleine Überraschung und ein guter sechster Platz.

Berlin/Rodewisch.

Zur zentralen Endrunde der Frauen- und MännerBundesliga im Schach in Berlin zeigte eine ganze Reihe von Weltklassespielern ihr Können. An der Spitze standen die Ex-Weltmeister Anatoli Karpow und Viswanathan Anand bei den Männern sowie die für Baden-Baden spielenden Ex-Weltmeisterinnen Alexandra Kosteniuk und Mariya Muzychuk bei den Frauen.

Die Rodewischer Schachmiezen hatten als Tabellenvierter noch eine klitzekleine Medaillenchance. Aber nachdem die Aufstellungen ihrer Gegner SC Bad Königshofen, OSC Baden-Baden und Karlsruher SF bekanntgegeben wurden, war klar, dass große Wunder nicht geschehen können. Für kleine Wunder sind die Vogtländerinnen aber immer mal zu haben. Und das gelang mit der besten Saisonleistung.

Ohne drei Stammspielerinnen (Anastasia Bodnaruk, Zuzana Stockova, Regina Theissl-Pokorna) waren sie gegen Bad Königshofen an allen Brettern schlechter besetzt und eigentlich auf verlorenem Posten. Der Gegner bot am Spitzenbrett mit Valentina Gunina die Nummer 10 der Weltrangliste auf, um die eigene Medaillenchance aufrechtzuerhalten. Doch Schachmieze Joanna Majdan trotzte allen Gewinnversuchen von Valentina Gunina und errang ein vielbeachtetes Remis. Die Punkte teilten auch Melanie Lubbe und Martina Korenova.

An den restlichen Brettern mussten die Rodewischerinnen um den Ausgleich kämpfen. Als aber die Gegnerin von Anna-Maja Kazarian ungenau spielte, schlug die 17-Jährige zu und gewann. Dafür gab Julia Movsesjan ihre Partie ab. Da jedoch Claudia Steinbacher trotz schlechter Stellung ein Remis hielt, hieß es am Ende überraschend 3:3.

Am Sonntag wartete der noch amtierende Deutsche Meister OSC Baden-Baden auf die Vogtländerinnen und somit an den drei ersten Brettern mit Anna und Mariya Muzychuk sowie Alexandra Kosteniuk die Nummern 3, 5 und 7 der Weltrangliste! Zum Vergleich: Joanna Majdan liegt auf Rang 98. Daher hatten die Schachmiezen nur das Ziel, irgendwie das 0:6 abzuwenden. Das Spitzenbrett war erneut dicht von Zuschauern umringt, als Joanna Majdan tatsächlich die Ex-Weltmeisterin Kosteniuk überspielt hatte. Sie verpasste jedoch den Gewinn und später auch noch das Remis. So sehr die Rodewischerinnen auch kämpften, mit der Zeit setzte sich der Meister durch. Lediglich Anna-Maja Kazarian ergatterte ein Remis. Der Endstand von 0,5:5,5 war einfach standesgemäß.

Am Montag wollten die Rodewischerinnen mit einem Sieg über Karlsruhe den vierten Platz sichern. Allerdings trat der Gegner erstmals in der Saison mit den beiden Spitzenspielerinnen Inna Gaponenko und Jovanka Houska an und war leicht favorisiert. Joanna Majdan remisierte am Spitzenbrett ebenso wie Claudia Steinbacher. Martina Korenova gewann souverän und konnte die Niederlage von Anna-Maja Kazarian ausbügeln.

Julia Movsesjan stemmte sich vergeblich gegen die Niederlage. Beim Stand von 2:3 entschied die Partie von Melanie Lubbe über den Ausgang des Kampfes. Diese hatte ihre Gegnerin zwar sauber überspielt, doch diese konnte sich noch in ein Dauerschach retten. So gewann Karlsruhe glücklich 3,5:2,5. Für die Schachmiezen blieb am Ende ihrer 24. Bundesliga-Saison ein guter sechster Platz.

Neuer Deutscher Meister wurde der SK Schwäbisch Hall vor dem OSC Baden-Baden und dem SC Bad Königshofen. Absteigen müssen die drei Aufsteiger TuRa Harksheide, FC Bayern München und SG Augsburg.

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