Schlosser macht den Unterschied

Die Regionalliga-Fußballer des VfB Auerbach haben ihr Heimspiel gegen den FSV Budissa Bautzen 2:1 (1:0) gewonnen. Die Geschichte des Spiels schrieb dabei der Kapitän.

Auerbach.

Bei der Weltmeisterschaft 2006 war es der Zettel in Jens Lehmanns Stutzen, der dem Nationalkeeper die richtige Ecke der argentinischen Schützen prognostizierte. Der Zettel liegt längst im Deutschen Historischen Museum. Soweit wird es Marcel Schlosser mit seiner Aktion am Samstag zwar nicht schaffen, aber ein Eintrag im vogtländischen Fußballgeschichtsbuch ist ihm sicher: Schlosser verhinderte als Feldspieler einen Elfmeter und erzielte auf der Gegenseite das entscheidende Tor zum 2:1-Sieg des VfB Auerbach in der Regionalliga gegen Budissa Bautzen - natürlich vom Elfmeterpunkt.

"Beide Aktionen waren sehr wichtig", sagte Schlosser, der gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt sein Comeback feierte. Schlosser war die gesamte Vorbereitung verletzt ausgefallen. Seine emotionale Art hatte dem VfB-Team in den ersten beiden Spielen gefehlt. Wie wichtig er für das Team von Trainer Sven Köhler ist, zeigte sich nun erneut. Gegen Bautzen fand Auerbach zwar besser ins Spiel, doch ein Abschluss wollte nicht gelingen. Auch nicht Schlosser. Sein Kopfball, den er unbedrängt aus acht Metern aufs Tor brachte, hätte in der 45. Minute die Führung bedeuten müssen.

Bis dahin war schon viel geschehen. Mittendrin: Marcel Schlosser. Daniel Tarczal verursachte nach einer knappen halben Stunde einen Foulelfmeter. Der Gefoulte, Martin Hoßmang, trat selbst an. Vielleicht wäre der Ball ins Netz gegangen, hätte Auerbachs Kapitän nicht das Auge gehabt. Schlosser ahnte die Ecke. "Ich habe das unauffällig unserem Torhüter angezeigt, sodass Bautzen es nicht mitbekam", sagt Schlosser. Schmidt vertraute ihm. "Ich wollte zwar ohnehin in diese Ecke springen, Marcel hat mich nur dabei bestärkt", sagte der Keeper, der den Ball wegfaustete.

Die Parade war wichtig, da Bautzen gerade Oberwasser bekam. Nach Schlossers Vorahnung und seiner vergebenen Chance, tauchte der zweite Matchwinner auf: Thomas Stock. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff gelang ihm mit einer Einzelleistung der Führungstreffer. Stock kämpfte sich mit Ball am Fuß durch den Strafraum und schloss fulminant zum 1:0 ab.

Von Bautzen war - bis auf viele lange Bälle - in der zweiten Hälfte nicht viel in der Offensive zu sehen. Auerbach hatte mehr vom Spiel und legte in dieser Phase verdient das 2:0 per Elfmeter nach. Erneut standen Stock und Schlosser im Mittelpunkt. Stock fädelte clever im Zweikampf ein. Der Schiedsrichter zögerte keinen Moment, und der VfB-Kapitän auch nicht. Platziert verwandelte er. Schlosser war felsenfest von seinem Treffer überzeugt. "Ich wollte den Ball mit so hoher Geschwindigkeit schießen, dass der Torwart ihn nicht halten konnte." Doch es wurde nochmals eng. Nach dem Anschlusstreffer, als Auerbach im Zentrum unsortiert war, brannte es lichterloh in den Schlussminuten im VfB-Strafraum. "Wir haben uns ins Ziel gerettet", atmete Trainer Köhler durch.


Mittwoch gegen Altglienicke

Wenn der VfB Auerbach und die VSG Altglienicke am Mittwoch, 19 Uhr im VfB-Stadion zum Nachholspiel aufeinandertreffen, trennt beide Teams zunächst nicht viel: Die Tabellennachbarn haben jeweils 26 Punkte und eine Tordifferenz von minus 7. Nur dank der erheblich mehr geschossenen Tore liegen die Berliner (37:44) vor dem VfB (24:31). In der Realität liegen zwischen beiden Teams aber doch Welten: Die VSG ist ein Profiverein. Während die Auerbacher Spieler noch arbeiten gehen müssen, können ihre kommenden Gegner entspannen. "Sicherlich spielt das eine Rolle", sagt VfB-Keeper Stefan Schmidt. "Aber wir müssen dagegenhalten mit Kämpfen und Beißen." Trainer Sven Köhlers Ansatz: "Die Mannschaft muss mit dem Gefühl auf den Platz gehen, das Spiel gewinnen zu können." Personell gibt es beim VfB keine Änderungen. Felix Lietz, Albert Löser und Jan Luderer fallen weiterhin verletzt oder erkrankt aus. (masc)

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