Siege, Ehrungen und Emotionen

Toller Sport und große Gefühle bei bestem Turnierwetter: Das 57. Reit- und Springturnier in Lengenfeld war wieder ein Magnet für Reiter aus ganz Deutschland.

Lengenfeld.

Keine Hitze, kein strömender Regen, kein Sturm - der Reit- und Fahrverein Lengenfeld und viele Gäste haben am Wochenende bei perfektem Turnierwetter das 57. Reit- und Springturnier zu einem Erfolg gemacht. Dem Publikum boten die Organisatoren eine gelungene, mit Emotionen gespickte Mischung aus hochkarätigem Pferdesport und Showprogramm.

Höhepunkt war das bis Mitternacht dauernde Flutlichtspringen am Samstag, dem ein unterhaltsames Programm vorausging. Im Mittelpunkt des frühen Abends standen Julia Dotzauer aus Lengenfeld und Manuel Prause aus Löbnitz. Beide nahmen aus den Händen von Andreas Lorenz, Präsident des Sächsischen Pferdesportverbandes, das Goldene Reitabzeichen entgegen. Dieses erhält ein Springreiter von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, wenn er zehn S-Springen gewonnen hat, mindestens eines davon mit zwei Sternen, also einem besonders hohen Schwierigkeitsgrad.

Die beiden Sportler kamen über die Arbeitsgemeinschaft Reiten der Lengenfelder Schule zum Reitsport. Manuel Prause, heute 30-jährig, verheiratet und Vater eines vierjährigen Sohnes, sitzt seit 19 Jahren im Sattel. Sein Auftritt bei einem der Reitturniere mit einer ungarischen Post, also stehend auf zwei Pferden im Galopp, ist legendär. Die 23-jährige Julia Dotzauer reitet seit ihrem neunten Lebensjahr, ihre Laufbahn im Turniersport steht in voller Blüte. Während der Eröffnungsparade gestern ritt sie zum letzten Mal ihre 16-jährige Stute Davinja, die künftig zur Zucht eingesetzt wird. Das und die Ehrung gingen Julia Dotzauer offenbar an die Nieren. Zu Tränen gerührt dankte sie Familie Heckel und Turnierleiter Henry Heckel für die langjährige Unterstützung, ebenso Manuel Prause, der bei Heckels eine zweite Familie gefunden hatte.

So viele Emotionen bei einem Reitturnier - da war auch Bürgermeister Volker Bachmann angetan. "Das Turnier lebt auch von Emotionen. Dazu gehört die Reiterparade, die ein herrliches, imposantes Bild abgibt", sagte der Stadtchef in seinen Grußworten. Und das Publikum?

Die Gäste fieberten nicht nur mit beim Barrierespringen am Samstagabend mit, das mit Matthias Tanz der Vorsitzende des Pferdezuchtverbandes Sachsen-Thüringen gewann. Gut besucht waren auch die Entscheidungen im Piehler-Youngster-Cup, für den die Reiter bei verschiedenen Wettkämpfen der Saison Punkte sammeln. Zudem wurde ein Qualifizierungs-Springen für den Partner-Pferd-Cup geboten, und während dreier Springprüfungen hatten die Reiter auch immer den Großen Preis vom Lengenfeld im Blick, dessen Sieger aus diesen Wettbewerben hervorgingen - der erste Platz ging dabei an Manuel Prause vom RFV St. Georg Löbnitz auf Cadilac, zweite wurde Sabine Stein vom RC Nürnberg auf Flintstone und Dritter Lokalmatador Hardy Heckel auf Lena Billini.

Erfahrene Reiter nutzen das Turnier, um junge Pferde für den Reitsport aufzubauen. "Es geht darum, das Talent des Pferdes zu erkennen und es zu fördern. Ein unerfahrenes Pferd braucht einen erfahrenen Reiter", erklärte Henry Heckel. Die AG Reiten hat dabei eine wichtige Funktion in der Nachwuchsgewinnung für den Reit- und Fahrverein. Die Starterzahlen bei den Vergleichen für Anfänger und Einsteiger belegen das. So bestand das 15-köpfige Starterfeld eines Geschicklichkeitswettbewerbes aus 13 Reitern des Gastgebers. Ein ähnliches Bild bei einem Dressurwettbewerb für Einsteiger: 80 Prozent Starter aus den eigenen Reihen, die Platz eins bis acht für sich beanspruchten. "Für unseren Nachwuchs schreiben wir solche Wettbewerbe aus. Einfache Dressurübungen muss jeder Reiter beherrschen, bevor es ans Springen geht."

Das Turnier in Lengenfeld zählt zu den größten in Sachsen. Drei Tage sind notwendig, um alle Wettbewerbe zu absolvieren. Dieser über die Jahre gewachsene Zuspruch erklärt, warum die Eröffnungsparade Sonntagmittag mehr am Ende der Veranstaltung, als an deren Anfang steht, wie es einmal zu Beginn dieses erfolgreichen Turnier 1966 war.

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