Stolz auf ersten Supermarathon

Annett Große vom VfB Lengenfeld hat sich beim Rennsteiglauf an den ganz langen Kanten gewagt und die 74 Kilometer mit Bravour gemeistert. Ob es ein zweites Mal geben wird, ist trotzdem offen.

Lengenfeld.

Der Muskelkater war heftig. "Bis Dienstag ging fast gar nichts", sagt Annett Große. Seitdem lassen die Nachwirkungen ihres ersten Supermarathons beim legendären Rennsteiglauf langsam nach. 8:34:59 Stunden hatte die 45-Jährige am Samstag für die mit 1800 Höhenmeter gespickten 73,9 Kilometer von Eisenach nach Schmiedefeld benötigt und damit ihr Ziel ("gut ankommen") mehr als übererfüllt.

Dabei war sie trotz vier bis sechs Stunden Training die Woche mit einer gehörigen Portion Ungewissheit ins Rennen gegangen. "Nachdem ich fünfmal den Marathon am Rennsteig gelaufen bin, hatte ich mich diesmal für die lange Strecke entschieden, einfach um es auch mal gemacht zu haben", erzählt die Läuferin vom VfB Lengenfeld. Sie bekam zwar Tipps von erfahrenen Läufern, zum Beispiel die Berge hoch zu gehen statt zu laufen und nicht zu schnell zu beginnen, aber ihre Nervosität war trotzdem groß. "Ich wusste nicht wirklich, wie ich so eine lange Strecke angehe."

Die Zweifel kamen dann auch schneller als gedacht. Die Anstiege bis hinauf auf den Inselsberg und die hohen Temperaturen, die der gebürtigen Klingenthalerin überhaupt nicht liegen, kosteten Kraft. "Ich hatte bei etwa 30 Kilometern ein richtiges Tief", erzählt Annett Große. Doch sie biss sich durch, nahm an jeder Verpflegungsstelle den berühmten Haferschleim mit und teilte sich die Kräfte ein.

Als sie nach etwa 55 Kilometern den Grenzadler erreicht hatte, wo die Möglichkeit besteht, aus dem Rennen auszusteigen, kam das für die Debütantin nicht in Frage. "Ich war mir sicher, dass ich die letzten 20 Kilometer auch noch schaffen würde", sagt Annett Große. Die Schluss-Passage lief sogar besser als gedacht. "Zwischendurch wäre ich froh gewesen, wenn es mit einer Zeit unter zehn Stunden klappt. Aber dann ging es hinten raus zu besser. Da hatte ich mich mit der Strecke angefreundet", erzählt sie.

Im Ziel war die Ausdauersportlerin knülle und happy zugleich: "Es war sehr hart und anstrengend und übertrifft alles, was ich bisher gemacht habe. Ich wollte am liebsten keinen einzigen Schritt mehr gehen". Deshalb kann die als Teamleiterin im Kinder- und Jugendwohnen "Tannenmühle" in Schöneck tätige Frau im Moment auch nicht sagen, ob es für sie einen zweiten Supermarathon geben wird. "Ich bin mir nicht sicher, ob ich so eine lange Strecke nochmal haben muss."

Nach Regeneration und Urlaub soll für Annett Große im Herbst aber zumindest erstmal der zwölfte Marathon dazukommen. Ihre Bestzeit über die klassischen 42,195 Kilometer war sie vor drei Jahren in Berlin mit 3:20:37 Stunden gelaufen. Das war bisher ihr größtes Erlebnis im Laufsport. Seit Samstag steht es mit dem Supermarathon auf einer Stufe.

Supermarathon Weitere Ergebnisse: Thomas Ungethüm 7:02:37 h, Felix Neubert (beide VfB Lengenfeld) 7:02:37 h, Jens Heuer (LATV Plauen) 7:10:28 h, Jens Walther (LAV Reichenbach) 7:41:04 h, Robby Neubert 7:45:07 h, Kevin Thiele 8:49:25 h, Jens Junghänel (alle VfB Lengenfeld) 8:59:23 h, Gerd Schremmer (Debeka Plauen) 10:05:15 h, Bodo Willmann (Team Erdinger Alkoholfrei/Auerbach) 10:43:51 h, Katrin Kosche (Blau-Weiß Auerbach) 11:43:30 h, Heinz Trochold (Mylau) 12:19:52 h.

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