Trainer lobt: "Überragend!"

Viele Gratulationen erreichten Gewichtheber Raphael Friedrich nach Platz 6 bei der EM. Der bleibt erstaunlich ruhig.

Rodewisch.

"Gefühlt 100 Leute" sind es gewesen, die Gewichtheber Raphael Friedrich nach seinem überraschend starken Auftritt am Donnerstagabend bei der Junioren-Europameisterschaft in Bukarest gratulierten. "Vom meinem Verein TSG Rodewisch, von den Plauenern und Chemnitzern haben sich eine ganze Menge Leute bei mir gemeldet", schildert der 18-Jährige der "Freien Presse" die Stunden nach dem Wettkampf, den er mit 327 Kilogramm - 147 im Reißen und 180 im Stoßen - im Zweikampf auf dem sechsten Platz beendet hatte.

So sehr Raphael Friedrich auf der Heberbühne nach einem Erfolgserlebnis auch explodieren kann - seinen Auftritt in Bukarest analysiert er im Nachgang sachlich nüchtern: "Es war ein guter Wettkampf, obwohl es in der Vorbereitung nicht optimal gelaufen ist. Ich bin auf der Spur." Da wird sein Trainer Peter Hruby, mit dem er am Olympiastützpunkt in Chemnitz zusammenarbeitet und der ihn auch bei der EM betreute, deutlich euphorischer: "Raphael überrascht immer. Es ist einfach Wahnsinn, wie der Junge das macht! Er hat sich seit Mai um 12 Kilogramm gesteigert. Was er mit seinen 18 Jahren im Zweikampf schafft, ist überragend!"

Ziel für Bukarest waren eigentlich 330 Kilogramm gewesen. Doch an den dazu nötigen 150 Kilogramm im Reißen scheiterte der Rodewischer knapp. "Da habe ich einen kleinen technischen Fehler gemacht. Prinzipiell habe ich die 150 aber drin", ist er sich sicher. Das sieht auch Trainer Peter Hruby so. "Er hat schon außergewöhnliche Fähigkeiten. Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten."

Im Dezember folgen für das derzeit größte vogtländische Gewichthebertalent noch die Deutschen Meisterschaften, doch die will er eher verhalten angehen. "Das wird für mich nur ein leichter Wettkampf, weil ich mich in der Vorbereitung auf die Junioren-Weltmeisterschaften konzentriere, die im März stattfinden." Die Norm dafür wird vermutlich bei besagten 330 Kilogramm im Zweikampf liegen.

Nun ist erstmal wieder Alltag mit Training, Schule und Wettkämpfen in der 1. Bundesliga für den Chemnitzer AC angesagt. Nicht nur so ganz nebenbei warten auf den 18-Jährigen nächstes Jahr auch die Abiturprüfungen am Chemnitzer Sportgymnasium. "Die Vorbereitung auf die WM und aufs Abi zeitgleich, das wird sicher nicht einfach. Aber wir kriegen das schon geregelt", sagt er - und wirkt dabei recht gelassen.

Gegenwärtig hebt Raphael Friedrich noch in der Gewichtsklasse bis 89 Kilogramm. Die gibt es allerdings nicht im olympischen Programm. Voraussichtlich im Jahr 2021 will er deshalb in die 96-Kilogramm-Klasse wechseln. Auch das ein Fingerzeig, wohin für ihn die Reise gehen soll: Richtung Olympische Spiele 2024.

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