Von der Tribüne in die Startelf

Philipp Müller ist zurück: Der 26-Jährige hat im defensiven Mittelfeld seinen Teil zum guten Saisonstart des VfB Auerbach beigetragen. In der Vorsaison konnte er seinen Teamkameraden nur zuschauen.

Auerbach.

Die Punktspielpause in der Fußball-Regionalliga an diesem Wochenende kommt Philipp Müller nicht ungelegen. "Die englische Woche war sehr anstrengend - erst recht wenn du zuvor ein Jahr lang komplett nicht gespielt hast", sagt der Kicker, der seine fünfte Saison mit dem VfB Auerbach in Angriff nimmt und nur ungern an die vierte zurückdenkt. Denn nachdem sich der Innenverteidiger im Sommer 2017 bei einem Vorbereitungsspiel in Selbitz schwer am Knie verletzt hatte, kam zu den bis dahin 82 Viertliga-Einsätzen für die Vogtländer kein einziger dazu.

Einen Stammplatz hatte Philipp Müller von da an lange nur auf der Tribüne. "Vor allem in den ersten Wochen nach der OP war es nicht leicht, nur zuschauen zu können. Dafür bin ich dankbar für die Unterstützung in der Zeit durch die Mannschaft, meine Freundin, meine Familie und Freunde. Viele haben mir Mut zugesprochen und gesagt, ich soll den Kopf nicht hängen lassen", sagt der 26-Jährige, der als Verwaltungsfachangestellter in der Zwickauer Stadtverwaltung arbeitet.

Dank Physiotherapie und achtwöchiger Reha, für die er jeden Wochentag nach Plauen fuhr, kam der Defensivspieler Ende des Jahres so langsam wieder auf die Beine. Dennoch war Geduld und langsames Herantasten gefragt. So wurde es April, bis er wieder ins straffe Mannschaftstraining einsteigen konnte. "Ich hätte mich gefreut, wenn ich ein paar Minuten in der Rückrunde spielen hätte können. Aber im Nachhinein war es wohl die richtige Entscheidung des Trainers, noch zu warten", sagt Philipp Müller.

Dafür ging es für ihn zu Beginn der diesjährigen Saison von der Tribüne direkt wieder zurück in die Startelf. Allerdings mit neuer Aufgabe: Denn durch den Wechsel von Philipp Kötzsch nach Bischofswerda, die Verletzung von Daniel Tarzcal und das bevorstehende Auslandsemester von Alexander Mattern gingen dem VfB die Sechser aus. Die Wahl des neuen Trainers Sven Köhler für diese Position fiel auf Philipp Müller. "Er kam auf mich zu, weil ich das in Aue und auch in Auerbach schon mal ein halbes Jahr gespielt habe", sagt der Mann mit der Rückennummer 21.

Gemessen an den jüngsten drei Punktspielen, in denen der VfB fünf Punkte holte, ist der Plan aufgegangen. "Es war eine Umstellung, nicht das komplette Spielfeld vor sich zu haben. Aber ich denke, es läuft mit jedem Spiel besser", erzählt Philipp Müller, ohne sich schon bei 100 Prozent zu sehen. "Das Spiel gegen den Ball funktioniert schon gut. In der Spieleröffnung gibt es noch Reserven, aber das ist nach der langen Pause wohl auch ganz normal." Die nächste Herausforderung wartet dabei schon auf ihn, da sich mit Alexander Mattern sein bisheriger Partner im defensiven Mittelfeld nach Schweden verabschiedet. Für dessen Part kommt wohl am ehesten André Herold in Frage.

Vielleicht überrascht VfB-Trainer Sven Köhler heute in einer Woche im Auswärtsspiel bei seinem Ex-Verein Chemnitzer FC aber auch mit einer ganz anderen taktischen Variante. Die Vorfreude auf das Spiel beim Drittliga-Absteiger ist jedenfalls groß. Das berichtet zumindest Philipp Müller: "Es ist eine Extra-Motivation, wenn nochmal mehr Zuschauer kommen als zuletzt in Erfurt. Wir sind alle heiß darauf, Chemnitz ein Bein zu stellen."

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