Vorschlag zur Fusion findet Fürsprecher

Statt zwei rivalisierender Oberligamannschaften künftig eine gemeinsame, die Liga 3 ansteuern könnte? In Plauens Handballszene wird dieser Vorschlag eifrig diskutiert. "Freie Presse" hörte sich beim HC Einheit und SV 04 Oberlosa dazu um.

Plauen.

Die Plauener Handballer und ihr Anhang können ohne Zweifel stolz auf das Erreichte sein. Zwei Vereine in der Mitteldeutschen Oberliga zu haben, die jeder auf eine beachtliche Fanbasis bauen können, das muss man ihnen erst einmal nachmachen. Doch in all die Freude darüber mischt sich auch Nachdenklichkeit, denn sowohl beim sportlich derzeit besonders erfolgreichen SV 04 Oberlosa als auch beim HC Einheit Plauen spürt man, dass die Vereine mit der vierten Liga an ihre Grenzen stoßen. Aus diesem Bewusstsein heraus hat Georg Wiefel, der Vorsitzende des Fördervereins des HC Einheit, kürzlich mit einem Leserbrief in der "Freien Presse" vorgeschlagen, die alte Rivalität zu beenden und aus beiden Mannschaft ein schlagkräftiges Team zu bilden mit dem Ziel, perspektivisch in die dritte Liga aufzusteigen. "Es wäre an der Zeit, das Kriegsbeil zu begraben", appellierte Wiefel. In der Nachwuchsarbeit klappt das schon, gibt es seit diesem Jahr gemeinsames Training und gemeinsame Mannschaften.

Wiefels Vorstoß ist in den Vereinen und auf den Zuschauertribünen heftig diskutiert worden. "Freie Presse" hörte sich um, wie die Betroffenen selbst darüber denken. Marc Multhauf, der ehemalige Einheit-Kapitän und jetzige Torschützenkönig Oberlosas, sagt: "Ich denke, das würde sehr viel Sinn machen. Zugleich aber muss die Tradition beider Vereine auf Händen getragen werden. Es gibt gute und schlechte Beispiele für derartige Fusionen. Wenn solch ein Vorhaben gelingen soll, muss es von allen gewollt und dann auch bis ins letzte Detail organisiert werden. Sonst geht es schief. Ich bin übrigens davon überzeugt, dass Plauen in der dritten Liga spielen kann. Die Stadt lebt Handball."

Ähnlich sieht es sein Nachfolger im Kapitänsamt des Oberligateams des HC Einheit, Maximilian Krüger: "Vom rein Logischen her wäre es natürlich das absolut Sinnvollste. Das sind ja zwei große Vereine in einer Stadt, die genügend Potenzial zum einen vom Zuschauerinteresse sowie zum anderen auch von den Sponsoren her hat."

Auch außerhalb Plauens gibt es solche Gedanken, weiß Rico Michel, der Oberlosaer Abteilungsleiter: "Egal, wo ich als Funktionär und Schiedsrichter hinkomme: Immer wieder werde ich auf die Einmaligkeit angesprochen, dass Plauen zwei Mannschaften in der Oberliga stellt. Dass es sportlich Sinn machen würde, wenn sich alle auf einen Punkt konzentrieren, ist seit vielen Jahren bekannt. Unklare Hierarchien oder Kompetenzgerangel würden allerdings schnell zum Scheitern führen. Warnende Beispiele sollten die Fusion zwischen Glauchau und Meerane mit einem Abstieg und schwindenden Zuschauerzahlen sowie die von Lok Pirna und dem HSV Dresden sein, die bereits wieder gelöst wurde. Nur mit dem über Bord schmeißen von Eitelkeiten und Egoismen kann so etwas Sinn machen."

Zuspruch kommt auch vom Plauener Sportbürgermeister Steffen Zenner: "Ich unterstütze ein Zusammenwachsen beider Vereine genau dann, wenn das Ergebnis höherklassiger Handball sein soll. Das ist aus meiner Sicht machbar und wäre absolut wünschenswert. Da beide Vereine aus dem gleichen Sponsorenpool finanzielle Unterstützung benötigen, wird dieses Ziel einzeln kaum zu schaffen sein."


HC Einheit Plauen empfängt morgen den USV Halle

Nach der Trennung von Trainer Michel Wiesend will der HC Einheit Plauen morgen, 18 Uhr im Heimspiel gegen USV Halle mit Interimstrainer Jan Richter punkten. "Ich werde Impulse setzen", verspricht der neue Coach. Die Hoffnung auf Erfolge nach dem fünften Trainerwechsel in vier Jahren ist berechtigt. Die Plauener haben bereits gegen alle Oberligateams mit positivem Punktverhältnis gespielt. Bis Jahresende hat Einheit noch sechs Spiele gegen Mannschaften mit negativem oder ausgeglichenem Punktekonto, meist gegen unmittelbare Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Der 28-jährige Richter muss vor allem dafür sorgen, dass bei Einheit über 60 Minuten eine konstante Leistung abgerufen wird. Fehlende Konstanz brachte die Plauener immer wieder um wichtige Punkte. Spieler und Fans vom HC Einheit werden sich noch an das entscheidende Spiel um den Klassenerhalt im Mai dieses Jahres beim USV Halle erinnern. Halle gewann 36:30, und Einheit musste in die Relegation. (tau)


SV 04 Oberlosa gastiert am Sonntag beim HBV Jena

In der Handball-Oberliga wird es an diesem Wochenende ganz besonders spannend. Denn bevor am Sonntag, 17 Uhr der SV 04 Oberlosa beim Aufsteiger HBV Jena antritt, kommt es morgen zum Gipfeltreffen zwischen dem Ersten HC Burgenland und dem Zweiten HC Elbflorenz Dresden II. Das heißt, der SV 04 Oberlosa könnte Boden gut machen. In Jena bekommen es die Plauener jedoch mit einem knallharten Gegner zu tun. "Wir treffen auf eine Mannschaft, die im Abstiegskampf an die Grenzen des Erlaubten gehen wird", sind sich die Oberlosaer im Klaren. Der SV 04 hat die ersten neun Saisonspiele ohne Niederlage überstanden. Trainer Petr Hazl betont: "Diese Serie gilt es, so lange wie möglich zu verteidigen und auszubauen." Helfen soll den Plauenern die beste Abwehr der Liga. Im Schnitt kassiert Oberlosa nur 22,22Gegentore. Petr Hazl hat den kommenden Gegner in Videos analysiert und dabei erkannt: "Wir dürfen den Gastgeber nicht ins Spiel kommen lassen." (kare)

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