Waldkirchener sitzt im Weltverbandspräsidium

Steve Schmutzler hat mit der deutschen Nationalmannschaft im Faustball zum dritten Mal den Weltmeistertitel gewonnen. Er ist der Vogtlandsportler der Woche.

Waldkirchen.

Was gibt es Schöneres, als seine internationale Karriere mit einem großen Titel zu beenden? Dem erfolgreichsten vogtländischen Faustballer, Steve Schmutzler aus Waldkirchen, ist jetzt genau dies vergönnt gewesen. Nach 2011 und 2015 holte er bei den in der Schweiz ausgetragenen Weltmeisterschaften zum dritten Mal mit der deutschen Mannschaft den Titel. Nach 52 Spielen im Nationaldress ist für den Vogtländer aber Schluss. "Ich bin jetzt 35, habe mich 15 Jahre vorn rangestellt, nun sind die Jüngeren dran. Das liegt auch an beruflichen Veränderungen. Bisher war ich bei meiner Münchener Firma nur im Außendienst im Einsatz, inzwischen arbeite ich in der Geschäftsführung mit, was für zusätzliche Belastungen sorgt. Wir sind nun mal reine Amateursportler."

Steve Schmutzler hat im Alter von sieben Jahren bei der SG Waldkirchen mit dem Faustballsport begonnen. 2003 verließ er die vogtländische Heimat, nahm eine Tätigkeit in Bayern auf und trieb auch dort seinen Sport weiter. Über Nürnberg und Gersdorf landete er 2006 beim Erstligisten MTV Rosenheim, bei dem er zehn Jahre lang die Position des Hauptangreifers einnahm. 2007 folgte das Debüt in der deutschen Auswahl. Mit ihr feierte er drei Weltmeister- und einen Europameistertitel sowie zweimal Gold bei den World Games.

Nun endet zwar Schmutzlers internationale Sportkarriere, ein Abschied von der internationalen Bühne ist das aber nicht. Während der WM im August in der Schweiz wurde der Vogtländer zum Vizepräsidenten des Weltverbandes IFA (International Fistball Association) gewählt. "Das war der Wunsch des neuen Präsidenten Jörn Verleger, der ebenfalls aus Deutschland kommt. Er wollte die Arbeit auf eine breitere Basis stellen, hat das Präsidium von einem auf jetzt drei Vizepräsidenten erweitert. Er kommt nicht aus dem Faustball, ist Quereinsteiger, und suchte nach jemand, der entsprechende internationale Erfahrung mitbringt. Da wir uns kannten und er wusste, dass ich meine internationale Karriere beende, hat er mich angesprochen und überzeugt."

Seine wichtigsten Aufgaben sieht Steve Schmutzler in den nächsten vier Jahren - so lange dauert die Wahlperiode - im praktischen Bereich. "Ich beschäftige mich zum Beispiel mit Balltests, will mit meinem Wissen dazu beitragen, dass die Bälle der verschiedenen Hersteller möglichst gleiche Sprungeigenschaften haben. Ich kümmere mich um die Gestaltung der Wettkampfsysteme und Spielpläne. Ganz wichtig ist mir die Weiterentwicklung neuer Disziplinen, wie zum Beispiel das Spiel Fünf gegen Fünf auf großem Feld, um die Attraktivität unsere Sportart zu erhöhen."

Wie es sportlich bei ihm weitergeht, weiß der 35-Jährige noch nicht so genau. Nach einer Saison Aushilfe beim aktuellen Deutschen Meister TSV Pfungstadt gehört Schmutzler dem Zweitligateam des MTV Rosenheim an, für das am Samstag die Saison beginnt.

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