Zittersieg trotz klarer Halbzeitführung

Während der SV 04 Oberlosa in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga seinen zweiten Sieg feierte, unterlag der HC Einheit Plauen in Köthen deutlich. Oberlosas Trainer war alles andere als zufrieden.

SV 04 Oberlosa - SV Oebisfelde 26:23 (17:9): Es ist noch einmal gut gegangen. Beim 26:23-Heimsieg in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga (17:9) kam der SV 04 Oberlosa gegen den SV Oebisfelde mit einem blauen Auge davon. SV-Trainer Petr Hazl war nach dem Spiel stinksauer. Denn die Plauener hätten um ein Haar ihre 17:9-Halbzeitführung aus der Hand und die Punkte abgegeben. "Wir sind vollkommen arrogant aus der Kabine gekommen. Dann kam Oebisbfelde ran. Wir bekamen Panik. Wir können uns bei unserem Torwart Carsten Klaus bedanken, dass er in der Schlussphase den Siebenmeter der Gäste und danach zwei weitere Würfe gehalten hat", gestand Cheftrainer Petr Hazl.

Die drei Auftaktheimspiele in Folge gegen Jena (27:22), Delitzsch (23:24) und jetzt Oebisfelde (26:23) haben es gezeigt. Oberlosa kann durchaus Meister werden. Genauso gut aber kann in dieser Liga jeder jeden schlagen. Und wer nicht Vollgas gibt, der bleibt auf der Strecke.

Mit hohem Tempo setzte sich Oberlosa nach dem 4:4 ab. Wie eine Rakete zündete der SV 04 immer wieder neue Angriffe. Nach dem 10:7 zogen die Hausherren auf 14:7 und dann bis auf 17:9 davon. Für die Köpfe der Plauener war dieser Vorsprung vermutlich zu viel.

"Wir sind irgendwie gar nicht mehr aus dem Kabinenmodus gekommen", gestand Philip Trommer-Ernst. Der junge Angreifer durfte sich genau wie Neuzugang Moritz Jahn ein Trainerlob abholen. "Von allen anderen bin ich sehr enttäuscht", schimpfte Petr Hazl. Was war geschehen? "Ich weiß nicht, wie oft ich unseren Jungs noch sagen muss, dass es nur mit 60 Minuten Vollgas geht", so Petr Hazl.

Vor allem Tim Schroeter (7 Tore) traf aus dem Oebisfelder Rückraum immer wieder ins Herz der Oberlosaer. Bis zur 45. Minute schrumpfte der Vorsprung auf 20:17 und sechs Minuten vor Schluss begann das große Zittern (23:22). Moritz Rahn: "Oebisfelde hatte nicht umsonst die ersten zwei Spiele gewonnen. Ich sehe in dieser Saison noch kein Team, das wie ein Absteiger wirkt. Alles ist möglich."

HG Köthen - HC Einheit Plauen 32:25 (11:11): Erste Halbzeit top, zweite Halbzeit flop: So könnte man das Spiel des HC Einheit Plauen bei der HG Köthen zusammenfassen. Nach einer starken ersten Halbzeit fanden die Plauener im zweiten Spielabschnitt sowohl im Angriff als auch in der Abwehr keine Lösungen mehr. Am Ende mussten sie sich mit 25:32 (11:11) geschlagen geben.

Einheit startete gut in die Partie. Mit einem Doppelpack von Krüger und einem Treffer von Zbiral gingen die Plauener nach fünf Minuten mit 3:0 in Führung. Köthen brauchte ein paar Minuten, um ins Spiel zu kommen. Ursache dafür war die Abwehrleistung des HC Einheit mit einem gut aufgelegten Pour im Tor. Plauen erarbeitete sich so einen Vorsprung. Doch in der Folge fanden die Gastgeber besser in die Partie. Beim Stand von 9:9 war der Vorsprung verspielt und die Partie offen. Auf beiden Seiten häuften sich Fehler. Die Plauener hatten die Chance, mit einer Führung in die Halbzeit zu gehen, doch in Unterzahl kassierten sie mit dem Pausenpfiff das 11:11.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ging Einheit in Führung, Köthen konnte im Gegenzug ausgleichen. Eine Zeitstrafe gegen Broz beim Stand von 13:13 brachte den HC Einheit Plauen ins Hintertreffen. Überhastete und fehlerhafte Aktionen im Angriff nutzte Köthen konsequent aus. Wieder vollzählig auf dem Parkett gelangen Dolak und Krüger die Tore zum Anschluss.

Einheit hatte gegen Ende zunehmend Probleme, zum Torerfolg zu kommen. Köthen nutzte jeden Fehler der Plauener zu Treffern. "Es fehlte uns in dieser Phase einfach an Konsequenz und Konzentration. Hinzu kamen mehrere Unterzahlsituationen, die es schwierig machten, unser Spiel durchzuziehen", erklärt Trainer Vasile Sajenev. Am Ende unterlag Einheit deutlich mit 25:32. "Trotz der Niederlage haben wir auch positive Aspekte gesehen", sagt Trainer Jan Richter. "In der ersten Halbzeit war unsere Abwehrleistung richtig stark. Auch wenn der Endstand anderes vermuten lässt, können wir mit Mannschaften wie Köthen mithalten. An unseren Defiziten werden wir arbeiten."

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