Zurücklehnen wird bestraft

Auf Punkte hoffen die beiden Plauener Handball-Oberligisten am Wochenende. Der HC Einheit muss dazu die Diskrepanz zwischen Offensiv- und Defensivleistung in den Griff bekommen.

Plauen.

In der Mitteldeutschen Oberliga steht der elfte Spieltag bevor. Dass der SV 04 Oberlosa und der HC Einheit Plauen drei Spieltage vor Ende der Hinrunde nur durch einen Punkt getrennt in der Tabelle auf Platz 5 und 6 stehen, schien im Sommer ausgeschlossen. Oberlosa zählt zu den Meisterschaftsfavoriten, Einheit zu den Abstiegskandidaten. Dieses Wochenende bekommen sie es mit Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte zu tun.

HC Einheit Plauen - SV Oebisfelde: Mit dem jüngsten 33:31 in Jena gelang den Plauenern ein wichtiger Sieg auf dem Weg zum Saisonziel Nichtabstieg. Nach zehn Spielen liegt das Team der Trainer Vasile Sajenev und Jan Richter mit einer ausgeglichenen Bilanz von vier Siegen, vier Niederlagen und zwei Remis sowie 10:10 Punkten auf dem sechsten Platz. Ausgeglichen sind auch die Heim- und Auswärtsbilanz mit je 5:5 Punkten sowie das Torverhältnis (279:279). Jan Richter: "Ich war immer von unserer Stärke überzeugt. Wir hatten eine gute Vorbereitung, bisher wenig Verletzungen und haben immer hart gearbeitet. Natürlich hätte ich vor Saisonbeginn dieses Ergebnis mit Freude unterschrieben."

Statistisch deutlich unterscheiden sich aber Offensiv- und Defensivleistung der Plauener: Mit jeweils im Schnitt 28 Toren sind sie viertbestes Team beim Abschluss und viertschlechtestes nach Gegentreffern. Richter: "Wenn der Gegner das Spiel schnell machte, bekamen wir oft zu viele Tore. Wir müssen im Rückzugsverhalten besser agieren."

Am Samstag erwartet Einheit den Vorletzten Oebisfelde (6:14). Spielbeginn ist 16 Uhr in der Einheit-Arena. Ein Sieg ist wegen der folgenden restlichen Partien der Hinrunde gegen die Spitzenteams Burgenland (3.) und Bad Blankenburg (1.) fast Pflicht. Der Abstand zum ersten Abstiegsplatz beträgt nur drei Punkte. Zuletzt blieben die Plauener in drei Heimspielen ohne Sieg. Und Oebisfelde ist mit Sicherheit keine Laufkundschaft. Zu Hause gewann das Team von Trainer Christian Herrmann gegen Aschersleben (27:25) und Freiberg (30:25). Gegen Halle (28:29) und Köthen (26:27) gab es knappe Niederlagen. Auswärts schlug der SV Jena 23:22.

Richter: "Natürlich ist das Spiel am Samstag für uns sehr wichtig. Mit einem Sieg würden wir nach Jena auch Oebisfelde deutlich hinter uns lassen und könnten in einer Woche ohne Druck nach Naumburg fahren. Wichtig ist vor allem, dass wir wie zuletzt in Jena bis Spielende stabil bleiben. Aber das ist ein Lernprozess für die Spieler." Im Vorjahr verlor der HC Einheit beide Spiele gegen Oebisfelde deutlich: 23:34 zu Hause und 20:26 auswärts.

SG Pirna/Heidenau - SV 04 Oberlosa: Viele dachten, die Luft wäre raus beim SV 04 Oberlosa. Die Plauener Handballer fanden sich nach dem 7:9-Punkte-Fehlstart anstelle des anvisierten Meisterschaftskampfes in der Abstiegszone wieder. Nach den überzeugenden Siegen gegen Halle (28:21) und beim EHV Aue II (35:29) scheint urplötzlich wieder alles möglich. Die vier Spitzenmannschaften sind nicht mehr so weit weg. "Genau deshalb sollte jetzt wirklich jeder verstanden haben, dass es sofort nach hinten losgeht, wenn man sich selbst über- und den Gegner unterschätzt", betont Cheftrainer Petr Hazl. Am Samstag fährt Oberlosa nach Pirna. Die Partie in der Sporthalle Sonnenstein wird 19.30 Uhr angepfiffen. Beide Kontrahenten haben inzwischen die Plätze getauscht. Die SG startete mit 9:5 Punkten stark in die Saison, musste zuletzt allerdings drei Niederlagen in Folge hinnehmen. Mit 224 erzielten Treffern stellen die Männer um Trainer Dusan Milicevic den schwächsten Angriff der Liga. Sie können sich jedoch bei nur 229 Gegentoren auf die beste Abwehr der Staffel verlassen. "Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass mit dem Litauer Benas Vaicekauskas einer der besten Keeper der Oberliga zwischen den Pfosten steht", weiß der Oberlaser Abteilungsleiter Rico Michel.

In der stets stimmungsvollen Halle auf dem Sonnenstein werden die Hausherren nach den jüngsten drei Niederlagen sicherlich alles in die Waagschale werfen um die bislang starke Heimbilanz von 8:2 Punkten aufzupolieren. SV-04-Coach Petr Hazl fordert von seiner Mannschaft die volle Schlagzahl. "Wir brauchen wieder eine gute Kombination aus Abwehr und Torhüter, um ins Tempospiel zu kommen. Zudem ist eine ähnliche Konsequenz bei den Abschlüssen gefordert wie zuletzt in Aue", gibt der Chef auf der Oberlosaer Bank seinen Männern als Marschroute mit auf den Weg. Personell gibt es derzeit wenige Probleme. Bis auf Jiri Fort (Fingerbruch) sollte alles an Deck sein. Auch Marc Multhauf ist nach überstandener Erkrankung wieder am Start.

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