Dauerbrenner gibt weiter Vollgas

Der dienstälteste Profi im FSV-Trikot hat deutlich abgespeckt. Der einstige Hitzkopf strahlt auch spürbar mehr Ruhe aus.

Zwickau.

Es bleibt dabei, der 1. FC Kaiserslautern kann in Zwickau nicht gewinnen. Mehr als 21 Jahre nach dem legendären 2:1-Erfolg des FSV in der 2. Bundesliga gegen die "Roten Teufel" zähmten die Westsachsen beim 1:1 die Pfälzer erneut.

Zwei Akteure vom Mai 1997 waren auch am Sonntag dabei. Während Gerry Ehrmann, der diesmal mit seinem Auftreten für negative Schlagzeilen sorgte, damals schon Torwarttrainer bei den Gästen war, stand André Barylla in der Zwickauer Siegerelf. "Das ist so ein Spiel, das man nie vergisst. Das Westsachsenstadion und die Halde haben gebebt. Wir haben damals unter Trainer Joachim Streich die Punkte dringend für den Klassenerhalt gebraucht. Kaiserslautern konnte die Niederlage verschmerzen, ist aufgestiegen und ein Jahr später Deutscher Meister geworden", erinnerte sich Barylla senior. Diesmal saß er auf der Tribüne, um den FSV und seinen Sohn anzufeuern. Anthony Barylla bestätigte einmal mehr, wie wichtig er schon für den FSV ist. "Solche Spiele machen Spaß. Über 9000 Zuschauer und ein Punktgewinn gegen den klaren Favoriten, damit können wir gut leben", freute sich der 21-Jährige, der als Kind aufmerksam zugehört hatte, wenn der Vater von seinem einstigen Husarenstreich gegen Kaiserslautern erzählte.

Ein Punktgewinn in letzter Minute gegen die hoch eingeschätzten "Roten Teufel" und ein mit dem Schlusspfiff bebendes "Schwanennest", so macht der Fußball auch für Davy Frick Spaß. Der dienstälteste Zwickauer Profi, der seit 2011 für den FSV spielt, war an einer Schlüsselszene beteiligt. In der 91. Minute forderten die Gäste nach einem Zweikampf zwischen Frick und dem eingewechselten Dominik Schad Elfmeter. "Klar, da war eine Berührung. Doch Schad legt es voll darauf an, dass sich unsere Füße berühren. Beschweren kann ich mich nicht, wenn der Schiedsrichter einen Elfer gibt, aber ich denke, er hat richtig entschieden", äußert sich Frick. Im direkten Gegenzug gab es dann einen Strafstoß nach dem Duell zwischen Ronny König und Jan Löhmannsröben, der zum 1:1 führte. Frick gehört seit Saisonbeginn zu den Aktivposten beim FSV, ist unter Joe Enochs im zentralen Mittelfeld eine feste Größe geworden.

Im Frühjahr war er bei Torsten Ziegner oft nur zweite Wahl hinter Jan Washausen. "So ein Trainerwechsel ist manchmal gut, bringt neue Denk- und Sichtweisen ins Spiel. Ich fühlte mich angespornt, mich auch unter Joe Enochs zu beweisen", sagt der 28-Jährige, der seit Jahresbeginn acht Kilogramm abgespeckt hat. Sein Körpergewicht habe damals im grenzwertigen Bereich gelegen, erklärt Frick. Er habe seine Ernährung umgestellt und nehme abends keine Kohlenhydrate mehr zu sich. "Ich fühle mich jetzt richtig wohl, bin topfit und kann über 90Minuten Vollgas geben", so der Dauerbrenner im rot-weißen Trikot.

Augenscheinlich ist auch, dass der einstige Hitzkopf ruhiger geworden ist. Zwar stehen in der neuen Saison schon drei Gelbe Karten zu Buche, doch die habe er sich alle durch Fouls und nicht durch Unbesonnenheiten geholt. "Ich habe als Abräumer in der Zentrale auch viele Kontakte und muss ab und zu mal dazwischen hauen", identifiziert sich Frick mit seiner Rolle.

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