Fußballer kicken aus reinem Spaß

Einmal in der Woche versammelt Frank Philipp in Cunersdorf ein gutes Dutzend Kinder auf dem Sportplatz. Das sorgt für Hoffnung beim SV Rödeltal 1950.

Cunersdorf.

Tore, Punkte, Tabellenplätze - das sind in der Regel die für Fußballspieler interessanten Fakten. Nicht so bei den jungen Kickern, die Frank Philipp unter seine Fittiche genommen hat. Wenn sie dem runden Leder nachjagen, dann zählt für sie in erster Linie der Spaß an der Freude. Seit mittlerweile sieben Jahren weiht der 68-Jährige allwöchentlich eine Gruppe Kinder und Jugendliche auf dem Sportplatz des SV Rödeltal 1950 in Cunersdorf in die Geheimnisse des Fußballs ein.

Angefangen hat alles, als er noch Hausmeister und Leiter der Arbeitsgemeinschaft "Holzwürmer" an der Kirchberger Dr.-Theodor-Neubauer-Oberschule war. "Da die Kinder wussten, dass ich früher über viele Jahre hinweg Trainer gewesen bin, wurde ich gebeten, ihnen doch ein paar grundlegende Dinge in Sachen Fußball beizubringen. Mit vier Jugendlichen ging es damals los. Inzwischen kommt ein gutes Dutzend aus dem gesamten Umland zum Training - im Alter von 9 bis 15 Jahren", sagte Frank Philipp.

Das gemeinsame Fußballspiel verschiedener Altersgruppen findet er gut, erinnert es doch ein wenig an den früher üblichen Straßenfußball mit seiner unbeschwerten Art. Das breite Altersspektrum schließt zwar die Teilnahme am aktiven Spielbetrieb aus, gelegentliche Freundschaftsspiele sind aber durchaus drin. Auch die Eltern stehen hinter Philipps Konzept. "Sie freuen sich, dass sich ihre Sprösslinge auf diese Weise ihrem sportlichen Hobby widmen können. Denn viele berufstätige Eltern schaffen es zeitlich einfach nicht, die Kinder vielleicht zweimal pro Woche zum Training zu fahren und außerdem an den Wochenenden auch noch zu Punktspielen zu begleiten."

Dennoch haben einige aus den Reihen seiner Schützlinge auch den Weg in Vereine mit Ligateilnahme gefunden. Oft ist es umgekehrt. Zum Beispiel musste der 14-jährige Robin Müller aufgrund einer Atemwegserkrankung den aktiven Spielbetrieb aufgeben. "Hier kann ich trotzdem weiter Fußball spielen, das macht richtig Spaß. Außerdem haben wir einen tollen und verständnisvollen Trainer. Alles was er uns beibringt, macht er sogar noch selbst vor", lobt der junge Cunersdorfer. Auch der zwölfjährige Toni Heyne aus Culitzsch ist schon in der Mannschaft eines anderen Vereins aufgelaufen. "Das war ziemlich stressig. Hier geht alles sehr locker zu, trotzdem lernen wir eine ganze Menge, können spielen und sind ein gutes Team - so wie eine richtige Mannschaft." Und noch jemand freut sich über die Aktivitäten: Dirk Schilling, Vereinsvorsitzender des SV Rödeltal 1950. "Wir bekommen leider kein eigenes Team mehr zusammen und bilden in der zweiten Kreisklasse eine Spielgemeinschaft mit Hartmannsdorf. Vielleicht gelingt es uns ja, über diese Freizeitelf Schritt für Schritt wieder eine Mannschaft auf die Beine zu stellen. Frank Philipp ist uns dabei eine große Hilfe. Immerhin hat er als Trainer in der Vergangenheit für uns schon etliche Erfolge eingefahren", sagt Schilling.

Die Freizeitmannschaft trainiert immer donnerstags ab 15.30 Uhr auf dem Platz des SV Rödeltal 1950 in Cunersdorf.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.