Im ersten Anlauf gleich Europameister

Bahnradsprinter Laurin Drescher vom ESV Lok Zwickau hat bei seinem Debüt auf internationaler Ebene Gold geholt. Auch die beiden anderen Zwickauer schafften es in Belgien aufs Treppchen.

Zwickau.

Die guten Nachrichten aus Gent reißen nicht ab: Als Nicolas Heinrich am Donnerstagabend bei der Junioren-EM der Bahnradsportler in Belgien in der Einerverfolgung zu Gold fuhr, war das für die drei Teilnehmer des ESV Lok Zwickau bereits der dritte Podestplatz am dritten Wettkampftag. Für den ersten Paukenschlag hatte am Dienstagabend Laurin Drescher gesorgt, der im Teamsprint mit Domenic Kruse aus Schwerin und Julien Jäger aus Erfurt überraschend den Titel im Teamsprint holte.

Die Freude beim 17-jährigen Zwickauer, der in Gent seinen ersten großen internationalen Wettkampf überhaupt bestritt, war dementsprechend groß: "Ich habe in der Nacht zu Mittwoch kaum geschlafen. Mit Gold hatte wirklich keiner gerechnet", sagt Laurin Drescher. Für ihn war nach seinem Schulterbruch im Herbst 2018 schon die Qualifikation für die EM und WM ein großer Erfolg. Das Vertrauen des Bundestrainers zahlte er beim ersten Saisonhöhepunkt eindrucksvoll zurück. Das deutsche Trio, das noch dazu zu den jüngsten im Feld gehörte, sorgte in der Qualifikation mit der zweitbesten Zeit fürs erste Ausrufezeichen.

Als im zweiten Rennen nur die Polen schneller waren, hatten die deutschen Talente Silber schon in der Tasche. Dass es am Ende sogar Gold wurde, entschied sich in einem echten Kopf-an-Kopf-Rennen erst auf der letzten halben Runde. Den Blick an die Anzeigetafel wird Laurin Drescher so schnell nicht vergessen. Er erinnert sich: "Der Moment, als feststand, dass es Gold ist - einfach unbeschreiblich."

Der zweite Gänsehaut-Moment folgte bei der Siegerehrung. "Ganz oben zu stehen und die Nationalhymne zu hören - das war Wahnsinn", sagt Laurin Drescher, bei dem nach dem Titelgewinn jede Menge Glückwünsche von Freunden und Fans aus der Heimat eintrafen.

Spätestens ab heute liegt für ihn jedoch der Fokus auf seinem zweiten EM-Start am Samstag im Keirin. Mit Gold in der Tasche kann er das Rennen relativ entspannt angehen. "Ich mache mir keinen Druck. Ich weiß, dass die Konkurrenz sehr stark ist und werde einfach versuchen, das Bestmögliche rauszuholen", sagte er der "Freien Presse".


Von Medaille zu Medaille

Erst Bronze, dann Gold: Nicolas Heinrich (17/Foto) hat bei der Junioren-EM in Gent schon zwei Medaillen für den ESV Lok Zwickau gewonnen. Er gehörte am Mittwoch zum deutschen Vierer, der in der Mannschaftsverfolgung den dritten Platz hinter Großbritannien und Russland belegte. Im Rennen um Bronze setzte sich das Team des Bundes Deutscher Radfahrer gegen den italienischen Nachwuchs durch. Das zweite Edelmetall innerhalb weniger Stunden sicherte sich der Zwickauer am Donnerstag in der Einzelverfolgung über 3000 Meter. Er gewann das Finale gegen Tobias Buck-Gramcko aus Göttingen mit über einer Sekunde Vorsprung. Ein ausführlicher Bericht dazu folgt.

Grund zur Freude hatte in Belgien mit Pierre-Pascal Keup (18/Foto) auch der dritte EM-Teilnehmer des ESV Lok Zwickau. Er gehörte am Mittwoch ebenso wie Nicolas Heinrich zum drittplatzierten deutschen Verfolgungsteam. Die beiden Zwickauer, die das Rennen mit dem Göttinger Tobias Buck-Gramcko und Hannes Wilksch aus Luckau in Brandenburg bestritten, dürfen sich damit jetzt auch deutsche Rekordhalter nennen. Sie stellten über 4000 m mit 4:06,18 min eine neue Bestzeit auf. Darüber jubelte auch Lok-Abteilungsleiter Reiner Künzel. "Wir sind überglücklich und stolz, was die drei Jungs in Gent leisten", sagte er.

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