Offenbar keine Vorkommnisse beim Chemnitz-Spiel nach Trauer-Skandal

Der Eklat beim Chemnitzer FC wirkt sich offenbar auch auf die Fußballer des Regionalligisten aus. Beim BFC Dynamo musste der Spitzenreiter die dritte Saisonniederlage hinnehmen.

Berlin.

Die Ereignisse der vergangenen Tage scheinen, an den Spielern des Fußball-Regionalligisten Chemnitzer FC nicht spurlos vorbeigegangen zu sein. Vier Tage, nachdem die Trauerbekundungen beim Samstagsspiel für einen verstorbenen rechtsextremen Fan im Chemnitzer Stadion für einen Eklat gesorgt hatten, verloren die Himmelblauen ihr drittes Saisonspiel. Denn im Nachholspiel beim BFC Dynamo lief das kickende Personal von Cheftrainer David Bergner am Mittwoch über weite Strecken der Begegnung neben der Spur und verlor vor 911 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark 1:2 (0:2).

Nach einem engagierten Start beider Mannschaften ging der BFC nach einer reichlichen Viertelstunde in Führung. Die Gastgeber hatten leichtes Spiel, sich über die rechte Abwehrseite des CFC durchzusetzen. Konnte Jakub Jakubov den ersten Ball aus Nahdistanz noch parieren, war er beim Nachschuss von Philip Schulz machtlos. Die rund 100 mitgereisten Chemnitzer Fans ließen das Ereignis emotionslos an sich vorbeirauschen und machten auch im weiteren Verlauf des Spiels kaum auf sich aufmerksam. Die CFC-Spieler hatte danach große Mühe, den Spielfaden zu finden. Vielmehr legten die Berliner nach und erhöhten nach 36 Minuten auf 2:0.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff gab es endlich etwas Positives aus Chemnitzer Sicht zu vermelden. Dennis Grote beförderte einen Freistoß in den Berliner Strafraum, der an Freund und Feind vorbei schließlich zum Anschlusstreffer ins Tor flog. Der Treffer wirkte sich nur bedingt auf die Kräfteverhältnisse aus. So musste sich Jakubov in der 68. Minute bei einem Distanzschuss lang machen, um den dritten Gegentreffer zu verhindern. Insgesamt blieb beim Tabellenführer die Fehlerquote hoch. Torchancen waren Mangelware. Schließlich war der BFC dem dritten Treffer näher als der CFC dem Ausgleich.

Noch am Dienstag war Bergner davon ausgegangen, auch seinen Stürmer Daniel Frahn aufbieten zu können. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hatte den gebürtigen Potsdamer jedoch mittels einer einstweiligen Verfügung bis zu einer Entscheidung des Sportgerichts rund 24 Stunden vor dem Anpfiff gesperrt. Frahn hatte am Samstag beim Spiel gegen die VSG Altglienicke ein T-Shirt hochgehoben, das in der rechten Fan-Szene als Benefiz-Artikel für die Behandlung des krebskranken Thomas H. verkauft worden war. "Wir haben von der Entscheidung erst entfahren, als wir schon in Berlin waren. Daniel Frahn hatte die Reise mit uns angetreten, ist aber nicht mit im Stadion", sagte CFC- Sportdirektor Thomas Sobotzik unmittelbar vor dem Anpfiff.

Statistik Chemnitz: Jakubov - Itter,Velkov, Hohender, Milde - Gesien (46. Mauer), Karsanidis (82. Campulka) , Grote, Garcia - Bozic , To. Müller (86. Hoppe). Tore: 1:0 Schulz (16.), 2:0 Grundmann (36.), 2:1 Grote (48.); Zu.: 911; Schiedsrichter: Burghardt (Premnitz).

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1Kommentare
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  • 0
    4
    Lesemuffel
    14.03.2019

    Das Ergebnis ist die passende Antwort des Clubs auf die Diffamierungen aus Politik und Medien. Das offizielle Chemnitz, welches die bundesweite Verunglimpfen treu und brav er duldet, hat keinen Profifussball in Liga 3 verdient. Einfach weiter in der RL dümpeln, nach Möglichkeit in einem kleineren Stadion der Stadt. Gute Spieler, der Trainer, der Ins. Verwalter sind gute Leute, die in einer selbstbewussten anderen Stadt gern gesehen werden.



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