6000 Blockflöten aus Vogtland erklingen in Salzburger Schulen

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Jeder Schulanfänger im österreichischen Bundesland erhält ein Instrument aus Erlbach. Wie es zu dem Großauftrag für den Familienbetrieb Meinel Blockflöten kam.

Erlbach.

Das Vogtland ist in aller Munde: Für die Schulanfänger im österreichischen Bundesland Salzburg stimmt das im wahrsten Sinne des Wortes - jedes Mädchen und jeder Junge, das im September in die Schule kommt, erhält als Geschenk eine Blockflöte aus dem Familienbetrieb Meinel Blockflöten aus Eubabrunn bei Erlbach. Blockflötenbaumeister René Schlegel, Inhaber des mehr als 100 Jahre bestehenden Familienbetriebs, hat diese Woche die 6000 Blockflöten persönlich nach Salzburg ausgeliefert. In den kommenden Tagen werden sie in Täschchen verpackt und für die 5400 Abc-Schützen bereitgelegt. Weil der Auftrag bei einer höheren Stückzahl lag, dürfen auch Zweit- und Drittklässler in Salzburg Blockflöten erhalten.

Den Großauftrag hatte der vogtländische Blockflötenspezialist im Frühjahr erhalten. Über einen Geschäftspartner knüpfte die Dirigentin Elisabeth Fuchs, Gründerin und Leiterin der Kinderfestspiele Salzburg, den Kontakt in den Musikwinkel. Wenige Telefonate und Mails, und der Auftrag stand, erzählt René Schlegel. Es ging um 6000 Sopranblockflöten in barocker Griffweise bis Ende August. Im Portfolio des auf Schülerinstrumente spezialisierten Herstellers sind solche Instrumente weder Standard noch Exot, erklärt der Holzblasinstrumentenmachermeister, der bereits seit 1986 den Familienbetrieb führt. Der Auftrag hat aber den Produktionsalltag in Eubabrunn total gesprengt, sagt Schlegel. "Sonst stellen wir vielleicht 500 solcher Flöten im Jahr her. Das mussten wir uns auch maschinell entsprechend einrichten" - und zu den vier Beschäftigten stellte Schlegel einen weiteren Mitarbeiter als Stundenkraft ein. "Ich habe ausgerechnet, dass wir in der Woche 200 Flöten herstellen müssen." Elisabeth Fuchs, die auch Chefdirigentin der Philharmonie Salzburg ist, ließ die Vogtländer regelmäßig an den Entwicklungen der Kinderfestspiele teilhaben. Die gesamte Produktion wurde in 26 Kartons verpackt, René Schlegel mietete sich einen Transporter und lieferte die Bestellung persönlich ab. Noch bis 31. August können die Lehrerinnen und Lehrer im Bundesland Salzburg die Blockflöten für ihre Schulklassen bestellen.

Die Blockflöten aus dem Vogtland passten perfekt ins Ziel der Kinderfestspiele, junge Menschen an die klassische Musik heranzuführen - und klassische Musik wiederum fördert frühkindliche Entwicklung, Persönlichkeit und emotionale Reife. Mit diesem Ansatz hat es Elisabeth Fuchs in 15 Jahren mit den Kinderfestspielen zum größten Konzertveranstalter für Kinder, Jugendliche und Familien im Bundesland gebracht: Seit 2007 fanden rund 5000 Seminare für mehr als 100.000 Kinder statt, allein in der Stadt Salzburg empfangen die Veranstalter der Festspiele pro Saison rund 25.000 Besucherinnen und Besucher.

Diese Geschichte wird nun mit vogtländischen Instrumenten weitergeschrieben. Aus Deutschland gab es einen solchen Auftrag noch nie, sagt René Schlegel. In Großaufträgen sind er und seine Mitarbeiter indes erfahren: 2013, als die "Sendung mit der Maus" bei ihm Lach- und Sachgeschichten zum Flötenbau drehte, gab es auch schon einen.

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