Ekel-Eklat um Auerbachs Partnerstadt Strzegom

Im Vogtland ruht die Verbindung nach Polen, in Torgau schlägt sie Wellen.

Auerbach.

Auerbachs Partnerstadt Strzegom macht derzeit negative Schlagzeilen. Mehreren Medienberichten zufolge hat das nordsächsische Torgau seine Partnerschaft mit den Polen beendet. Der Grund: Eine Delegation aus Strzegom soll bei einem Besuch in der zweiten deutschen Partnerstadt im Oktober verwüstete Hotelzimmer hinterlassen haben. Die polnische Delegation, darunter der Bürgermeister, habe nicht nur einen Teil der Einrichtung der Hotelzimmer zerstört, sondern auch "alle denkbaren Exkremente in mehreren Hotelzimmern an undenkbaren Orten" hinterlassen, zitierte der MDR Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth. Daraufhin kündigten die Sachsen die Freundschaft per Stadtratsbeschluss.

"Wir beobachten die Verstimmungen", sagt Auerbachs Stadtsprecher Hagen Hartwig, "sehen im Moment aber keinen Handlungsbedarf." Der Grund: Die Städtepartnerschaft zwischen Strzegom (deutsch: Striegau) und Auerbach existiert nur noch formell auf dem Papier.

Während Torgaus Städtepartnerschaft zu den Polen seit 22 Jahren bestand, wurde die zwischen den Vogtländern und Strzegom bereits 1991 amtlich besiegelt. Fast zwei Jahrzehnte lang habe es daraufhin regen Austausch, beispielsweise zwischen den Feuerwehren gegeben, so Hartwig. Man habe sich zu Stadtfesten gegenseitig besucht, das Jugendblasorchester sei in den Austausch eingebunden gewesen. Hartwig erinnert sich unter anderem an eine umfangreiche Hilfslieferung mit ausrangiertem Medizingerät aus dem Klinikum Obergöltzsch. Das sei Mitte der 2000er-Jahre gewesen.

Das Ende der aktiven Städtepartnerschaft sei mit dem Wechsel des Bürgermeisters in Strzegom vor etwa einem Jahrzehnt gekommen. Hartwig: "Die Polen zeigten kein Interesse mehr, selbst auf die jährlichen Weihnachtsgrüße kommt seither keine Antwort mehr."

Der damals neue Bürgermeister mit wenig Interesse an Auerbach sei auch heute noch Stadtoberhaupt in Strzegom, sagt Hagen Hartwig. Laut Medienberichten hat Zbigniew Suchyta bislang keine offizielle Stellungnahme bekannt gegeben, gegenüber polnischen Medien jedoch von übertriebenen Darstellungen des Vorfalls in Torgau gesprochen. Umgekehrt wird in Torgau diskutiert, ob die Aufkündigung der Städtepartnerschaft durch den Stadtrat angesichts zahlreicher Verbindungen auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen angemessen sei.

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