Vogtländerin mit Internetfirma erfolgreich

Aus einer einst belächelten Idee entstand ein Internet- Unternehmen, das eine Plauenerin maßgeblich mit vorangetrieben hat. Ziel ist es unter anderem, Jüngere zu motivieren, sich für eine bessere Welt zu engagieren.

Hanna Lutz und Stephanie Frost (rechts) haben gemeinsam die Firma aus der Taufe gehoben.

Von NICOLE TUßLER

Menschen, die sich freiwillig und ehrenamtlich engagieren möchten, finden auf der Internetplattform vostel.de Projekte, die zu ihnen passen könnten. Soziale Organisationen, die Helfer brauchen, stellen ihre Angebote ein. Bildungspartnerschaften, Unterstützung von Familien oder eines pädagogischen Gartenprojektes gehören dazu.

Die Plauenerin Stephanie Frost und ihre Freundin Hanna Lutz gründeten im Jahre 2015 diese Plattform. Anfangs belächelt, ist das VostelTeam mittlerweile sehr erfolgreich. Aktuell besteht die Berliner Firma aus 13 Mitarbeitern, inklusive der beiden Gründerinnen. Fast 16.000 Freiwillige konnten bislang über die Internetplattform ein passendes Engagement finden. 800 soziale Organisationen sind gelistet. Stephanie Frost und Hanna Lutz arbeiten auch mit verschiedenen Unternehmen zusammen, darunter Zalando und Porsche. "Viele Firmen möchten ihren Mitarbeitern ermöglichen, sich zu engagieren", erklärt Frost. Bei Zalando bekommen die Mitarbeiter beispielsweise zwei Tage im Jahr frei, um sozial tätig sein zu können. "Natürlich ist das auch gut für das Image der Firma. Das Unternehmen zahlt eine Beratungsleistung an Vostel", erklärt die Firmengründerin, wie sich das Unternehmen finanziert. Privatpersonen und soziale Organisationen können die Plattform kostenlos nutzen.

Stephanie Frost legte 2006 am Plauener Diesterweggymnasium ihr Abitur mit einem Durchschnitt von 1,3 ab. Die heute 33-Jährige studierte International Business. Ihren Bachelor absolvierte sie in Dresden, der Master folgte in Berlin. Dort lebt die Unternehmerin heute in Neukölln.

Und wie entstand die Idee für vostel.de? Frost und Mitgründerin Hanna Lutz kamen 2013 in ihrem Südamerika-Urlaub auf die Idee, in Berlin ein nachhaltiges Hostel zu eröffnen, in dem die Touristen nicht nur übernachten, sondern freiwillig beispielsweise auch beim Aufräumen oder Säubern helfen sollten. Die Idee zerschlug sich. Doch der Name fürs Unternehmen war gefunden: Aus Hostel und Volunteering (Freiwilligenarbeit) wurde Vostel. Von der Idee bis zur Unternehmensgründung 2015 dauerte es etwa zwei Jahre. Das gehe sicherlich auch schneller, sagt Stephanie Frost, aber die beiden Frauen studierten noch und passten ihr Konzept immer wieder an.

Derzeit unterstützt Vostel Organisationen in neun Städten bei der Suche nach Freiwilligen und Ehrenamtlichen. Neben Berlin gehören auch Leipzig, Nürnberg und Köln dazu. Welche Städte dazu kommen, hänge davon ab, wie hoch der Bedarf sei. Darüber hinaus seien neue Konzepte geplant, damit mehr Leute sich sozial engagieren. Frost und Lutz möchten ihre Plattform für Menschen mit Behinderung zugänglicher machen. "Ein Rollstuhlfahrer kann momentan nicht sehen, ob die Angebote barrierefrei sind oder nicht", erklärt Frost den Schritt. Außerdem sei es auch für sehbehinderte Menschen bislang schwierig, auf vostel.de zurechtzukommen.

Mit wenigen Klicks weiterlesen

Premium

  • 1 Monat kostenlos
  • Testmonat endet automatisch
  • E-Paper schon am Vorabend
  • Unbegrenzt Artikel lesen (inkl. FP+)
Jetzt kostenlos testen
Sie sind bereits registriert?
Hier anmelden
0Kommentare Kommentar schreiben