Das geht in Klingenthal: Firma wirbt kreativ um Nachwuchs

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KMW Engineering nutzt das Projekt "Freizeit genial", um potenzielle Azubis anzusprechen. "Freie Presse" war mit dabei.

Klingenthal. Bei aller Zurückhaltung waren Nasti Fischer, Luca Wolfensteller und Laura Karbstein sichtlich stolz auf ihren selbst gefertigten Lichterbogen mit persönlichem Namenszug. Den konnten sie am Ende des mehrstündigen Schnupperkurses mit nach Hause nehmen.

Die beiden künftigen Elftklässler Nasti und Luca hatten das Angebot der Klingenthaler Firma KMW Engineering genutzt, sich im Rahmen der Aktion "Freizeit genial in Klingenthal" über Berufschancen zu informieren. Laura Karbstein, künftige Neuntklässlerin, schloss sich an.

Das Schnuppern in Berufsmöglichkeiten übernahm dabei nicht Firmenchef André Karbstein, sondern Julia, die größere seiner beiden Töchter, ebenfalls eine künftige Elftklässlerin. Die junge Frau händelte den gesamten Ablauf des Kurses samt der praktischen Arbeitsstationen, stellte die Firma kurz vor und erläuterte die Ausbildungsmöglichkeiten: Feinwerkmechaniker mit den Fachrichtungen Maschinenbau und Werkzeugbau, Technischer Produktdesigner, Mechatroniker und Zerspanungsmechaniker. Möglich ist auch ein duales Studium in den Bereichen Elektronik, Technische Informatik und Maschinenbau.

Das Kürzel KMW steht für Konstruktion, Maschinenbau und Werkzeugbau. Das rund 120 Mitarbeiter zählende Unternehmen stellt Spezialmaschinen her, die weltweit Abnehmer finden. "Wir haben derzeit Mitarbeiter, die in den USA eine Anlage aufbauen. Wir sind auch in Spanien, Frankreich, in Mittelamerika, Malaysia und Russland", erläuterte Firmenchef André Karbstein.

Allein zu erleben, wie ein vorprogrammierter Laser aus einer Metallplatte ein Bild mit den Motiven der Rundkirche "Zum Friedefürsten" und der Vogtland-Arena samt einem Skispringer schneidet, fasziniert den Betrachter.

Was in Klingenthal an Spezialmaschinen gebaut wird, sieht man freilich nicht in der Stadt, schließlich misst die größte derzeit gebaute Anlage an die 12 Meter. Das ist allerdings ein Problem für die Nachwuchsgewinnung. "Wir haben attraktive Berufe", ist Karbstein überzeugt. Aber allein der coronabedingte Ausfall der Berufsmesse 2020 hatte zur Folge, dass es erstmals im Unternehmen keine Lehrlinge gab. Deshalb gehört KMW Engineering zu den Firmen, die das Ferienprojekt "Freizeit genial in Klingenthal" unterstützen. Die 2017 vom Verein "Pro Klingenthal - meine Stadt" initiierte Ferienaktion wird seit diesem Jahr durch die Stadt weitergeführt. André Karbstein war dabei im Stadtrat einer der Befürworter. "Wir wollen mit dem Angebot 14- bis 18-jährigen Jugendlichen zeigen, dass sie sich auch in Klingenthal eine attraktive berufliche Perspektive aufbauen können", erläutert er.

Ob Nasti Fischer und Luca Wolfensteller ihre berufliche Zukunft in der KMW sehen? Beide sind sich noch nicht schlüssig. Für Julia Karbstein steht dagegen am 16. August der nächste Termin an. Dann will sie wieder Klingenthaler Schülern die Berufsmöglichkeiten in ihrer Heimatstadt aufzeigen.

Die Anmeldung für die Aktion "Freizeit genial in Klingenthal" ist nur online möglich. www.klingenthal.de

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