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Er ist der Erfinder des Musikwinkels: Neue Ausstellung in Zwota rückt Max Schmerler ins Rampenlicht

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Das Jahr 2023 steht in Zwota ganz im Zeichen des 150. Geburtstages von Max Schmerler. Dem Mundartdichter ist deshalb eine neue Sonderausstellung gewidmet.

Zwota.

Auch wenn Max Schmerler natürlich nicht anwesend sein konnte, so war er doch am Dienstag bei der Ausstellungseröffnung mittendrin im Kreise der Heimatfreunde. Aus dem Lautsprecher klang seine Stimme: "Ich stamme aus Zwote, dem Musikwinkel. Der Name stammt von mir und er wird mich überleben. Ich wollte Bauer werden, aber es hat nur bis zum Schullehrer gereicht." Das seltene Tondokument stammt aus dem November 1959, in Dresden aufgenommen, wo Max Schmerler als Lehrer gearbeitet hatte und am 26. Juni 1960 starb. Er, der am 30. Oktober 1873 in Zwota geboren wurde, den kleinen Ort als Mundartdichter und Schriftsteller über die Grenzen des Vogtlandes hinaus bekannt gemacht hat.

Max Schmerler hat also die Geschichte mindestens von seinem geliebten Zwota geprägt. Bis heute ist das hörbar im von ihm 1934 verfassten "Zwote-Lied", das regelmäßig bei Festen des Heimatvereins angestimmt wird. Für den Chronisten und "Freie Presse"-Redakteur Thorald Meisel bedeutet es inneres Bedürfnis und Verpflichtung, das Erbe von Max Schmerler nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Bereits im Sommer hat er mit Unterstützung des Verlages Concepcion Seidel Hammerbrücke eine Biographie herausgegeben, die mittlerweile in der zweiten Auflage vorliegt. Mit der Sonderschau gibt Thorald Meisel einen weiteren Einblick in das umfangreiche Schaffen von Max Schmerler als Mundartdichter und Schriftsteller, aber auch in dessen Privatleben.

Aus seinem umfangreichen Archiv - für das Max Schmerlers Enkel Roland den Nachlass zur Verfügung stellte - hat Thorald Meisel eine Vielzahl von zum Teil seltenen Büchern, Bildern, Fotos und Dokumenten ausgewählt. Sie zeigen Lebensstationen von Max Schmerler nach: zum Beispiel das Geburtshaus in Zwota, die Familie mit seiner Ehefrau Constanze und den Kindern Wolfgang, Marianne und Hermann, seine zweite Ehefrau Gertrud Meyer und die Jugendliebe Anna Pöhland.

Wichtigen Platz in der Sonderschau haben auch Zeitgenossen Max Schmerlers bekommen: Freund und Maler Richard Grimm-Sachsenberg (2023 wird sein 150. Geburtstag begangen), die Mundartdichter Hans Wild (2023 wird sein 125. Geburtstag gefeiert) aus Klingenthal, Friedrich Barthel aus Falkenstein, Willy Rudert, Emil Leinweber, Louis Riedel und Hans Meyer. Es wird in Wort und Bild nicht zuletzt eine Brücke ins Heute geschlagen: Bei Vogtländischen Mundarttagen, Mundartstammtischen, Theateraufführungen und Sagenlesungen lebt Max Schmerler weiter.

Auch wenn Thorald Meisel bei der Eröffnung sagte, dass er für diese Ausstellung weniger Material verwendet hat als für die bisherigen - man sollte sich für einen Besuch Zeit nehmen. Zumal sie mit einer Neuerung aufwartet: Es ist eine Sonderschau zum Anfassen, denn in einer Leseecke kann man in ausliegenden, vornehmlich in Mundart verfassten Publikationen auch neueren Datums aus dem Vogtland und Klingenthals Partnerstadt Neuenrade ausgiebig schmökern.

Die Sonderschau wird noch bis Ende nächsten Jahres im Mundart- und Erlebnisraum des Harmonikamuseums gezeigt. Geöffnet ist sie Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat von 14 bis 17 Uhr. Außerdem kann sie anlässlich des Zwotaer Weihnachtsmarktes am 1. Advent, den 27. November, von 14 bis 17 Uhr besucht werden.

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