Falknerei Herrmann will weiter investieren

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Es ist bereits die größte Falknerei Ostdeutschlands. Warum Hans-Peter Herrmann, der gerade das zehnjährige Bestehen gefeiert hat, jetzt erneut eine Schippe drauflegt.

Plauen.

Die Stadt Plauen hat drei noch freie Flächen im Reißiger Gewerbegebiet verkauft. Die zusammen drei Hektar zählenden Grundstücke an der Straße An den Thößehäusern hat Hans-Peter Herrmann für seine Falknerei an der Pfaffengutstraße für insgesamt rund 290.000 Euro erworben. Damit legt der Unternehmer bei der nach Angaben der Stadtverwaltung mittlerweile größten Falknerei Ostdeutschlands - es leben dort etwa 60 Greifvögel - noch eine Schippe drauf.

Denn künftig soll es zur vielfältigen Präsentation von Herrmanns gefiederter Tierwelt noch weitere Standbeine geben. So will der erfahrene Falkner den Standort zum Naturerlebniszentrum ausbauen und Waldtouren sowie Schulungen anbieten. Ebenso geplant sei eine Imkerei. Falkner Herrmann und sein vierköpfiges Team reizt es, sich stets etwas Neues einfallen zu lassen. So gibt es über den Sommer geführte Spezialwanderungen. Die beiden Kräuterpädagoginnen Daniela Wolf und Maria Birkner gehen bis August jeden zweiten und vierten Samstag im Monat nach der Flugvorführung in der Falknerei auf einstündige Wald- und Wiesenkräuterpirsch. Auch eine im vergangenen Herbst einmal monatlich ins Leben gerufene "Nacht der Eulen" traf auf große Resonanz: Zu den acht Terminen kamen trotz Corona-Auflagen jeweils fast 1000 Besucher.

Die Falknerei erfreut sich in der Region - und auch darüber hinaus - großer Beliebtheit. Im Jahr 2021 zählte sie 30.000 Gäste - trotz Corona. In diesem und den folgenden Jahren peilt Falkner Herrmann bis zu 40.000 Besucher an. Auch personell soll es vorangehen. Aktuell zählt die Falknerei vier Mitarbeiter, ein weiterer soll hinzukommen. Mehr als eine Million Euro hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bisher in die Falknerei investiert, jüngst wurde zehnjähriges Bestehen gefeiert. Der aktuelle Pachtvertrag für das Gelände in Reißig ist unbefristet, die Stadt Plauen könnte frühestens zum 31. Dezember 2032 das Areal kündigen. Doch das hat derzeit niemand vor. Im Gegenteil. Der Plauener Stadtrat winkte bei seiner jüngsten Sitzung Anfang Juli den Verkaufsbeschluss, die drei noch freien Flächen an die Falknerei zu veräußern, einstimmig durch. "Wir sind riesig froh, dass sich die Falknerei für uns entschieden hat", sagte Oberbürgermeister Steffen Zenner (CDU) und spielte auf Querelen und Umsiedlungspläne vor einigen Jahren an. Damals stand die Verlängerung eines Pachtvertrags mit dem Falkner auf der Kippe. Der wollte sich daraufhin räumlich umorientieren.

Davon ist nun keine Rede mehr. Der touristischen Attraktivität für Plauen ist sich die Stadtverwaltung bewusst. Herrmanns Bussarde, Adler, Kauze, Uhus und Falken locken Besucher nicht nur aus dem Vogtland. Mehr als jeder zweite Gast ist ein Auswärtiger - die Besucher kommen laut Stadtverwaltung aus Bayern, Thüringen, Ost- und Nordsachsen und in Ferienzeiten sogar aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen oder Baden-Württemberg. (mit nd)

Service Die Plauener Falknerei, Reißiger Gewerbering 25, hat täglich - außer montags - geöffnet. Der Einlass für die Flugvorführungen beginnt ab 14 Uhr, die Vorführungen selbst starten um 15 Uhr. Die Kräuterwanderungen finden jeden zweiten und vierten Samstag im Monat nach der Flugvorführung statt. Start ist um 16.30 Uhr am Kassenhaus. Der Preis beträgt für Erwachsene 9 Euro, für Kinder bis 14 Jahre 4 Euro. Eine Anmeldung ist laut Falkner Herrmann nicht erforderlich.

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